Flugbegleiter flüchten nach Kanada: Wieso?

Foto: Pakistan International Airlines

Inmitten der Herausforderungen, die Pakistan International Airlines (PIA) in Form von erdrückenden Schulden und laufenden Restrukturierungsversuchen bewältigen muss, taucht ein – kaum verwunderliches – Phänomen auf: Das wiederholte Absetzen von Flugbegleitern in Kanada. Seit 2018 haben bereits acht Crewmitglieder diesen Schritt unternommen, indem sie nach ihrer Ankunft in Kanada Asyl beantragten und so den Rückflug vermieden. Diese Fluchtaktionen haben PIA veranlasst, drastische Maßnahmen zu ergreifen, darunter die Einführung einer Altersgrenze für Kanada-Flüge. Doch was steckt hinter den brisanten Einzelheiten?

Flugbegleiter flüchten nach Kanada und stellen Asylantrag

Seit 2018 gibt es einen auffälligen Trend: Flugbegleiter von Pakistan International Airlines (PIA) suchen in Kanada Asyl. Dies hat sich mittlerweile zum achten Mal ereignet, wobei der jüngste Vorfall am 18. Januar stattfand. Die Crewmitglieder beantragen Asyl und tauchen unter, anstatt den Rückflug anzutreten.

PIA, einst Vorreiterin mit der Boeing 777-200 LR und der ersten Sitzplatzreservierung per Mobiltelefon in Südasien, steckt nun in einer ernsten Krise. Mit Schulden von rund 7,1 Milliarden US-Dollar und laufenden Restrukturierungsversuchen sind Flugstreichungen, fehlende Ersatzteile und Personalmangel an der Tagesordnung. Ein zusätzliches Problem besteht darin, dass sich Flugpersonal wiederholt im Ausland absetzt.

PIA reagiert mit strengen Richtlinien

Kanada ist besonders beliebt, wobei mindestens acht Flugbegleiter seit 2018 Asyl beantragt haben. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, hat PIA strenge Richtlinien eingeführt. Nach der Ankunft im Ausland müssen Flugbegleiter ihre Pässe abgeben, die erst vor dem Rückflug zurückgegeben werden. Die Überprüfung der Hotelanwesenheit und das Verbot, das Hotel nachts zu verlassen, sollen zusätzliche Kontrolle gewährleisten. Trotz dieser Maßnahmen setzt die Flucht ins Ausland fort. Der Sprecher von PIA gibt Kanadas liberalem Recht die Schuld. In einem letzten Versuch, das Problem einzudämmen, hat die Fluggesellschaft spezielle Regeln für Kanada erlassen: Nur Flugbegleiter über 50 Jahren dürfen auf Flügen nach Kanada eingesetzt werden, berichtet jetzt aerotelegraph.

Die Hintergründe dieser Fluchtwellen werden auf niedrige Gehälter und die Angst vor der Privatisierung von PIA zurückgeführt. Die geplante Privatisierung von 51 Prozent hat bereits begonnen, und die Unsicherheit um die Zukunft der Airline treibt Teile des Personals zur Auswanderung. Ein allgemeines Problem für Pakistan, das jährlich eine Million gut ausgebildete Menschen verliert, verstärkt die Herausforderungen der Luftfahrtbranche im Land.

Flugbegleiter flüchten nach Kanada: Wieso? | Frankfurtflyer Kommentar

Die wiederholten Fälle von Flugbegleitern, die sich in Kanada absetzen, werfen nicht nur ein Schlaglicht auf die akuten Herausforderungen von Pakistan International Airlines (PIA), sondern verdeutlichen auch die tieferliegenden Probleme, mit denen die Fluggesellschaft konfrontiert ist. In Anbetracht der Schuldenlast von rund 7,1 Milliarden US-Dollar und den laufenden Restrukturierungsanstrengungen steht PIA vor einem komplexen Geflecht von Schwierigkeiten.

Die rigorosen Maßnahmen, die PIA ergriffen hat, um dieser ungewöhnlichen Fluchtentwicklung entgegenzuwirken, darunter die Altersbeschränkung für Flüge nach Kanada, zeugen von der Verzweiflung, die in einem Umfeld der Unsicherheit und finanziellen Instabilität herrscht. Doch die Frage bleibt: Sind diese Maßnahmen ausreichend, um das Grundproblem zu adressieren?

Die Gründe für das wiederholte Absetzen von Flugpersonal in Kanada liegen nicht nur in den finanziellen Schwierigkeiten von PIA begründet, sondern auch in den Ängsten vor einer möglichen Privatisierung der Airline. Die jüngste Genehmigung der Privatisierung von 51 Prozent durch die Regierung hat offensichtlich Unsicherheiten geschaffen, die das Vertrauen des Personals beeinträchtigen. Eine wirkliche „Behebung des Problems“ ist also nur dann möglich, wenn die grundsätzlichen Bedingungen in Pakistan geändert werden. Doch ob das so zeitnah passieren wird, ist zumindest mal fraglich.

2 Kommentare

  1. Wer erinnert sich ? Während der Leipziger Messe flog Interflug mit TU – 154 aus der DDR in den Westen. So zum Beispiel auch nach ZRH.
    So kam es des öfteren vor, dass mal ein Crewmitglied den Rückflug nicht mehr antrat.
    Einmal hat sich sogar ein Captain elegant verabschiedet, und der Rückflug musste daraufhin gestrichen werden.
    Will nicht gar nicht wissen, wie sich die Sippenhaftung auf dessen Familie ausgewirkt hat, war ja schliesslich „Republikflucht“.

    • Die haben bestimmt schon vorher „rüber“ gemacht, wenn sie schlau waren. Ansonsten war das dann sicherlich nicht mehr so schön im Dunkel Deutschen Reich :-).

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