Die neue Business Class sollte die Lufthansa mit Stolz erfüllen. Lange wurde an dem Konzept der neuen Premiumklasse getüftelt. Gleichzeitig mussten die Kundinnen und Kunden geduldig sein und Verzögerungen hinnehmen. Inzwischen haben zehn Flugzeuge der Interkontinentalflotte in München das neue Produkt an Bord. Seit Ende 2025 sind die ersten Boeing 787 von und nach Frankfurt mit den komfortableren Sitzen unterwegs. Die meisten Plätze im Dreamliner bleiben aber leer, da diese nicht endgültig zertifiziert sind. Die Zulassung verzögert sich noch weiter, Lufthansa wird die teuren Sitze vermutlich erst ab dem dritten Quartal verkaufen können.
⏳ Verzögerte Zulassung: Die Allegris-Business-Class-Sitze sind weiterhin nicht zertifiziert.
💺 Leere Premiumplätze: In der Boeing 787-9 dürfen nur vier von 28 Business-Sitzen genutzt werden.
💰 Hohe Einnahmeverluste: Lufthansa verzichtet auf lukrative Business-Class-Tickets in der Hauptsaison.
Dass es Probleme mit den Allegris-Sitzen in der Business Class der neuen Boeing 787-9 gibt, war schon vor deren Auslieferung bekannt. Bei der Indienststellung des ersten werksneuen Dreamliner war klar, dass nur vier von 28 Sitzen genutzt werden dürfen. Das Management war guter Dinge, dass die Restriktion Ende 2025 fallen wird. Doch die Jets fliegen immer noch mit den leeren Sitzen herum, die Business Class muss weiterhin zum größten Teil leer bleiben.
Bisher kann nur die erste Reihe der höchsten Serviceklasse im Dreamliner belegt werden. Das schmerzt, wenn man bedenkt, dass weitere sechs Reihen mit den bequemen Sitzen leer bleiben müssen. Diese nehmen viel wertvolle Fläche weg, die ungenutzt bleibt. Da die Preise und Margen in der Business Class besonders hoch sind, ist dies eine Maßnahme, die für Lufthansa sehr schmerzhaft sein dürfte.

Noch kein absehbarer Termin für die vollständige Zulassung
Die Manager der Fluggesellschaft waren noch voller Hoffnung, dass man ab Weihnachten alle Sitze in den Verkauf geben kann. Doch die Restriktion hält an, die Zulassung fehlt nach wie vor. Vor wenigen Wochen hieß es dann, dass man die Sitze vermutlich erst ab April oder Mai nutzen kann und daher erst im März in den Verkauf einspielen wird. Inzwischen spricht man von einer endgültigen Zertifizierung im Juli.
Sollte es dazu kommen, muss man einen Teil der lukrativen Hauptsaison ganz ohne die so wichtigen Einnahmen der Business-Tickets klarkommen. Um die Nachfrage auf den entsprechenden Routen befriedigen zu können, müssen ältere und unwirtschaftlichere Flugzeugmodelle länger durchhalten. Die Boeing 787-9 mit der Restriktion darf also nur dahin, wo man die Economy- und Premium Economy Class gut füllen kann. In der Regel muss man aber trotzdem Abstriche hinnehmen, da man vermutlich in allen Märkten mehr als nur vier Business-Class-Sitze verkaufen könnte.
Neben den entgangenen Einnahmen muss man sich auch mit dem Imageproblem herumschlagen. Allegris wird immer wieder mit Problemen in Verbindung gebracht. Erst dauert es so lange, bis die Premiere gefeiert werden kann, dann läuft die Einführung nur schleppend. Bei der luxuriösen Allegris First Class lief es ebenfalls holprig, die Suiten mit den breiten Sitzen wurden zunächst gar nicht erst in die Airbus A350 eingebaut. Die ersten Exemplare starteten mit provisorischen Sitzen, die nicht belegt werden durften. Nun stehen wir also erneut vor einem Sommer, bei dem es mit Allegris einfach nicht rund läuft.

Gesperrte Business Class: Wie gut schafft Lufthansa den Sommer ohne Allegris? Frankfurtflyer Kommentar
Natürlich schafft Lufthansa den Sommer auch mit den geblockten Sitzen. Der Kranich muss nur wieder auf Einnahmen verzichten, die man mit dem Verkauf der hochpreisigen Plätze generieren könnte. Vor einem Jahr konnten in München die First Class Sitze nicht vermarktet werden, in Frankfurt bleibt auf einigen Routen der Großteil der Business Class leer.
Die Flugzeuge fliegen trotzdem und man darf sich fragen, was teurer wäre: Die Maschinen weiter am Boden zu lassen oder auf die Einnahmen der meisten Premium-Sitze zu verzichten? Man hat sich dazu entschieden, an den Start zu gehen, damit kann man zumindest die Gäste der Economy- und Premium Economy Class befördern, Fracht mitnehmen und die Crews im Training halten.
Dadurch wird aber auch der Treibstoff einer Maschine trotzdem zu einem hohen Teil verbraucht. Fixkosten wie die für Abfertigung, Wartung und Personal sind auf dem gleichen Niveau. Auf der Haben-Seite fehlen aber die lukrativen Tickets mit der hohen Marge. Allegris wird zudem als Marke weiter geschwächt und mit Unzuverlässigkeit und Verspätung in Verbindung gebracht.
Gut. Herr Spohr hat viele Probleme geerbt. aber die Fehlentscheidungen im LH Management nehmen kein Ende.
1. Die ganze Welt kauft die Triple 7. Nur bei LH ist man extra schlau und setzt ausschließlich auf 4-Strahler. Die Auswirkungen sind heute verheerend.
2. Die ganze Welt kauft neues Business- Gestühl von der Stange. Nur bei LH ist man extra schlau und will es Mal wieder besser können. Die Konsequenz: Die Vielflieger- Kundschaft wandert scharenweise zur Konkurrenz.
3. Viele Airlines bestellen die A321 für Langstreckenverkehre außerhalb der Hubs. Und bei LH weiß man es wieder besser…alle anderen sind offenbar Idioten.
Das sind nur 3 Beispiele für eklatantes Management -Versagen und Entscheidungen geprägt von deutscher „wir können alles besser“- Mentalität.
Schade zu sehen, wie ein einst großartiges deutsches Unternehmen von überheblichen Kapitalisten Knechten zu Grunde gerichtet wird.
LH lässt traditionelle ihre Flieger sehr lange in der Flotte.
LH Technik macht es möglich.
Wenn die Teile abgeschrieben sind, kann man durchaus Geld damit verdienen.
Ja, eine Business Class wie in den Hainansa und / oder in den A350 von AF und viele Passagiere wäre mindestens so zufrieden wie jetzt.
Auch z.B. Singapore Airlines hat sich für einen eher extravsganten Business Class Sitz entschieden. Dass Allegris ein Desaster ist und vor allem uns noch so lange erhalten bleiben wird, während die Konkurrenz weiter enteilt, dürfte uns zwischen etwa 2030-2035 hier intensiv beschäftigen 🤗
Kapitalisten richten Lufthansa nicht zu Grunde. Im Gegenteil, ich würde argumentieren dass das Problem ist, dass Lufthansa viel zu stark von Piloten geführt wird und zu wenig von Geschäftsleuten. Diese Vierstrahler-Entscheidungen z.B. hätte keine Strategieabteilung getroffen, die von ehemaligen Beratern geführt wird. Eine die voll mit Piloten in Teilzeit ist, entscheidet eben anders (falsch in dem Fall).
Der Herr ist CEO seit 2014. Welche Probleme sind das genau, die er geerbt hat?
Grob steht ja noch Umrüstung von ca 70-80 Fliegern an….das schafft LH bei dem Tempo und Problemen doch nie.
Ich verstehe nicht, dass der Aufsichtsrat nicht durchgreift und konsequent handelt. Wie soll LH eigentlich überleben, wenn man Markt-Trends ignoriert. Spohr und andere Führungsetagen müssen dringend weichen und eigentlich das Allegris Desaster gestoppt werden.
also zusammen mit lediglich drei weiteren fluggästen in reihe 1 mit ansonsten leerer c kabine zu residieren hat einen gewissen charme 🙂
Ein absolutes Debakel sowas und einfach typisch für die heutige LH und für das heutige Deutschland. An zu vielen Baustellen steckt der Wurm drin, aber kein Wunder bei der Politik!
Neben den fehlenden Einnahmen sehe ich ein weiteres Problem darin, dass Lufthansa ihre Business-Class-Fluggäste mangels eines eigenen Angebots faktisch dazu zwingt, bei der Konkurrenz zu buchen. Und wenn die eigenen Kunden erst mal bei Konkurrenz sind, dann blieben sie möglicherweise auch dort.
Anstatt hier immer nur das nachzuschreiben was andere vorverfasst haben, wärs echt mal interessant wenn ihr Hintergründe beleuchten würdet, also welcher der 3 Sitzhersteller ist hier verantwortlich, was sind die genauen Gründe warum erst so spät mit der Zertifizierung/Genehmigung der Sitze begonnen wurde… so wie ich das verstehe fehlt hier ja das Go der FAA, wie sieht es denn von Seiten der EASA aus? Ist hier schon genehmigt worden oder genehmigen die erst wenn FAA durch ist…könnte es einen „politischen“ Grund hinter der Verzögerung geben, weil man hier (auch wenn in der selben Allianz und sogar Atlantik abkommen) United vorallem über Monate hinweg einen Vorteil verschaffen will, Polaris fliegt ja schon gut und ohne Probleme seit Jahren…
Fragen über Fragen aber leider gibts hier meistens nur viel Text mit wenig Inhalt oder gar Informationen…
So, wie selbst 5 Jahre nach Eröffnung heute noch jeder vom Berliner Pannenflughafen spricht, wird es auch Pannen-Allegris ergehen. Der Name ist verbrannt.
Was die ganze Geschichte dann noch schlimmer macht sind die ganzen technischen Mängel und Qualitätsprobleme, über die in verschiedenen Reports berichtet wurde und wird.
Die Frage ist wie lange die Eigentümer das Management noch weiter so wusteln lässt. Über Jahre addieren sich Fehlleistung mit der Folge, dass die LH bei weitem nicht so erfolgreich ist, wie sie sein könnte, zumal deutsche Firmen international noch ein gutes Image haben.
Der größte Anteilseigentümer der Lufthansa, Klaus-Michael Kühne, scheint dem LH-Management schon auf die Finger zu schauen. Er hat im LH-Konzern dem Vernehmen nach auch schon einige Male für Hektik gesorgt…