Indigo-Flug evakuiert wegen Bombendrohung: Crew geht mit Handgepäck von Bord

Für Indigo ist es völlig normal, dass Crews mit Koffern aus dem Flugzeug aussteigen. Foto: Indigo

Im Falle einer Evakuierung muss es häufig schnell gehen. Dann ist der Ausstieg über die Notrutschen oft das Mittel zum Zweck. Immer wieder werden Passagiere dabei gefilmt, wie sie ihr Handgepäck mit von Bord nehmen, obwohl die Crews es anders befehlen. Doch scheinbar sind es nicht nur Passagiere, die so verantwortungslos agieren. Dies zeigt ein aktueller Fall eines Indigo-Fluges, bei dem die Crew ihr Handgepäck bei der Evakuierung mit von Bord nimmt.

Wir haben in den vergangenen Wochen immer mal wieder über die Evakuierung von Passagierflugzeugen berichten müssen. So wurde am 28. April 2024 am Flughafen von Caracas (CCS) eine Maschine venezolanischen Fluggesellschaft Laser Airlines über die Notrutschen evakuiert,

nachdem sich Rauch in der Kabine entwickelt hatte. Und wie so häufig verließen zahlreiche Passagiere das Flugzeug mit ihrem Handgepäck, obwohl die Kabinenbesatzungen vorher klar anwiesen, dass das Handgepäck an Bord bleiben soll. So kam es auch, wie es kommen musste: Einige Fluggäste verletzten sich beim Aussteigen über die Notrutschen.

Nun ereignete sich ein neuer Vorfall, bei dem Passagiere das Flugzeug über die Notrutschen verlassen mussten. Der Grund war jedoch ein anderer. Am 28. April 2024 sollte Indigo-Flug 6E2211 von Delhi (DEL) nach Varanasi (VNS) fliegen. Doch kurz vor dem Abflug um 5 Uhr Ortszeit fand die Crew auf der Bordtoilette eine Bombendrohung. Auf einem Taschentuch war der Text „Bomb@5:30“ gekritzelt.

Nur selten sind derartige Warnhinweise eine ernsthafte Bedrohung. Dennoch entschied sich die Indigo-Crew in Absprache mit den lokalen Behörden, das Flugzeug zu einem abgelegenen Teil des Flughafens zu befördern und zu evakuieren. Dafür wurde ein schneller Ausstieg über die Notrutschen gestartet. Wie so häufig verlief das Aussteigen chaotisch, und einige Passagiere nahmen ihr Handgepäck mit von Bord.

Doch tatsächlich waren es nicht nur Passagiere, die ihr Gepäck mit von Bord nahmen. Auch zwei Crew-Mitglieder wurden von einem Augenzeugen gefilmt, wie sie ihr Gepäck mitnahmen, als sie die Notrutsche zur Evakuierung nutzten. Auf einem Videoausschnitt ist eindeutig zu sehen, wie eine Flugbegleiterin mit einem Trolley von Bord geht. Nach Augenzeugenberichten soll auch ein Mitglied der Cockpit-Besatzung mit einer Aktentasche über die Notrutsche ausgestiegen sein.

„Der IndiGo-Flug 6E2211 von Delhi nach Varanasi hatte um 5.35 Uhr am Flughafen Delhi eine konkrete Bombendrohung erhalten. Alle notwendigen Protokolle wurden befolgt, und das Flugzeug wurde gemäß den Richtlinien der Flughafensicherheitsbehörden in eine abgelegene Bucht gebracht“, lobte unterdessen Indigo die Evakuierung des Airbus A320.

Nachdem das Flugzeug untersucht wurde und keine Bombe an Bord gefunden wurde, machte sich die Maschine mit fast sieben Stunden Verspätung auf den Weg zu ihrem Ziel.

Indigo-Flug evakuiert wegen Bombendrohung: Crew geht mit Handgepäck von Bord | Bombendrohung gegen British Airways-Flug

Erst Anfang Mai 2024 musste eine British Airways-Maschine auf Bermuda (BDA) evakuiert werden. Gegen die Maschine bzw. den Flughafen gab es ebenfalls eine Bombendrohung. Passagiere und Crew der Boeing 777 warteten ewig darauf, dass Treppen für die Evakuierung zum Flugzeug gebracht wurden. Die Cockpit-Besatzung blieb ruhig und wartete ab. Alle Passagiere stiegen später über Treppen aus, und es wurde niemand verletzt. Die Evakuierung über Notrutschen war für die Piloten die letzte Option, denn sie kannten das Verletzungsrisiko.

British Airways Boeing 777 muss nach Bombendrohung eine Stunde auf Evakuierung warten

Indigo-Flug evakuiert wegen Bombendrohung: Crew geht mit Handgepäck von Bord | Frankfurtflyer Kommentar

Pinkel- und andere Ekelvorfälle, Frauen fühlen sich gezwungen einen Sitz neben anderen Frauen einzunehmen und Evakuierungen, bei denen selbst die Crew ihre eigenen Vorgaben missachtet – Indien fühlt sich für mich immer wie der Rand der Zivilisation an. Nach allem, was ich bisher über Vorfälle auf Flügen von indischen Fluggesellschaften recherchieren musste, ist das definitiv die letzte Wahl, die ich auf Reisen treffen würde. Für mich wirkt es absolut irre, dass  Lufthansa das Codeshare-Abkommen mit einer indischen Fluggesellsachaft erweitert und sogar ein Joint Venture anstrebt.

Ich hoffe in diesem Fall ganz ehrlich, dass die betreffenden Mitarbeiter der Kabinenbesatzung identifiziert werden und ihren Job verlieren. Sie werfen ein so schlechtes Bild auf ihre Kollegen und schaden der gesamten Branche.

Mindestens genauso krank wie der Vorfall an sich, ist dass Indigo nicht einmal Kritik an diesem Evakuierungsprozess übt. Stattdessen sind laut der Fluggsellschaft alle Protokolle eingehalten worden.

Was haltet Ihr von diesem Vorfall bei Indigo?

Quelle: PYOK

3 Kommentare

  1. Das geht gar nicht. Und bei Crewmembers schon überhaupt nicht. Beim Cockpit sieht ggf. anders aus, sofern als letzte von Bord (wichtige Dokumente) – darüber könnte man – im Vorfeld -reden und sofern entsprechende SOPs vorhanden sind.

  2. Wenn die Crew Sicherheitsprotokolle mutwillig verletzt gehört sie fristlos entlassen! Kein Pardon. Und die Fluggesellschaft gehört ab jetzt gemieden. So einfach. PS Indien. Wer einmal im Land war und nicht nur im 5 Sterne Hotel dort wundert sich nicht. Wer über Sterbende am Rinnsteig einfach ungeniert darüber hinwegsteigt, den stört es auch nicht, wenn jemand angepinkelt wird.

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