Notlage in Nürnberg & AUA darf Black Box nicht auswerten ☕ Frankfurtflyer Coffeebreak

Etihad First Class, Foto: Chritoph

Wir läuten an dieser Stelle wieder das Wochenende ein und blicken auf die vergangene Woche. Im Frankfurtflyer Coffeebreak stellen wir für Euch einige Kurznachrichten zusammen, über die wir auf unserem Blog nicht berichtet haben. In der Lektüre, die wunderbar als Begleitung zum Kaffee am Morgen passt, findet Ihr oft mehr als nur ein paar Randnotizen. Die Kaffeepause servieren wir Euch samstags um 8:30 Uhr.

Weitere Finanzspritze für TAROM

Die rumänische Nationalairline TAROM bleibt auf staatliche Unterstützung angewiesen. Das Verkehrsministerium brachte Ende 2025 rund 10 Millionen Euro ein. Eine bereits Anfang Dezember beschlossene Kapitalerhöhung wurde erst Ende Januar bekannt. Andere Anteilseigner beteiligten sich nicht, für 2026 ist eine weitere Kapitalmaßnahme geplant. Bereits Ende 2024 hatte das Ministerium Geld zugeschossen, die staatlichen Kapitalzuführungen summieren sich schon seit 1999.

Air France-KLM steigert Gewinn deutlich

Anders sieht es bei Air France KLM aus, der Luftfahrtkonzern hat 2025 einen überraschend starken Gewinnanstieg erzielt. Der Überschuss lag bei fast 1,6 Milliarden Euro und damit rund fünfmal so hoch wie im Vorjahr. Höhere Ticketpreise und gesunkene Treibstoffkosten wirkten sich positiv aus. Besonders gefragt waren Premium-Tickets auf Nordatlantikstrecken. Der Umsatz stieg um fünf Prozent, der operative Gewinn legte um ein ganzes Viertel zu.

Foto: Air France KLM

Wizz Air startet „Wizz Link“

Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air führt die Plattform „Wizz Link“ ein. Fluggäste können damit erstmals mehrteilige Reisen mit mehreren Flügen in einer Buchung kombinieren. Transfers erfolgen jedoch in Eigenregie inklusive Gepäckabholung und erneuter Aufgabe. Die Lösung soll Buchungsprozesse vereinfachen, ergänzend gibt es Unterstützung bei Verspätungen oder Annullierungen.

Corendon erklärt Notlage in Nürnberg

Am 16. Februar 2026 erklärte die Crew von Corendon Airlines Flug 6038 aus Hurghada im Anflug auf Nürnberg eine Notlage. Die eingesetzte Boeing 737-800 mit der Kennung 9H-TJB meldete technische Probleme. Der erste Anflug wurde abgebrochen, die Maschine flog eine Warteschleife östlich von Nürnberg und setzte um 19:27 Uhr sicher auf. Einsatzkräfte standen entlang der Landebahn bereit. Hintergrund soll eine mögliche Fehlfunktion der Landeklappen gewesen sein. Der Vorfall wird untersucht.

ANA Boeing 787 kehrt nach 14 Stunden nach Tokio zurück

Ein Boeing 787-9 von All Nippon Airways war in einen wesentlich umfrangreicheren Fall verwickelt. Flug NH223 von Tokio-Haneda nach Frankfurt kehrte am 17. Februar 2026 nach über sechs Stunden Flugzeit um. Grund war ein niedriger Ölstand in einem Triebwerk. Statt nach Frankfurt flog die Maschine zurück nach Tokio und landete dort 14 Stunden nach Abflug. Die Reise dauerte somit länger als die eigentliche Flugzeit nach Deutschland. An Bord befanden sich 164 Personen, die Landung erfolgte ohne Auffälligkeiten.

Flightradar

Flughafen Zürich senkt Gebühren

Der Flughafen Zürich reduziert ab 1. Oktober 2026 die Entgelte für Airlines im Schnitt um zehn Prozent. Die Passagiergebühr sinkt von 35,00 auf 30,40 Schweizer Franken. Hintergrund sind steigende Passagierzahlen, 2025 wurden wieder mehr Flugäste als vor der Pandemie abgefertigt. Gleichzeitig werden Lärmgebühren angepasst und behördlich verfügte Zuschläge integriert. Das Nutzungsentgelt für die Gepäcksortieranlage wird künftig in die Landegebühren eingerechnet, was die Abrechnung vereinfachen soll.

Hyatt verkauft Punkte mit 20 Prozent Rabatt

Das Treueprogramm World of Hyatt bietet seit dem 17. Februar erneut eine Aktion beim Punktekauf. Bis zum 7. April erhalten Teilnehmende ab einem Kauf von 5.000 Punkten einen Rabatt von 20 Prozent. Die 5.000 Punkte kosten statt 130 US-Dollar aktuell 104 US-Dollar. Kleinere Pakete sind von der Rabattaktion ausgenommen. Voraussetzung ist eine mindestens 60-tägige Mitgliedschaft. Der Kauf erfolgt ausschließlich online über das Hyatt-Konto.

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Austrian darf Flugdatenschreiber nicht auswerten

Nach dem schweren Hagelvorfall von Flug OS434 im Sommer 2024 dürfen die Aufzeichnungen des betroffenen Airbus A320 nicht verwendet werden. Das Oberlandesgericht Wien gab einer Beschwerde von Austrian Airlines und der Cockpitbesatzung statt. Die Flugdatenschreiber und Cockpit-Stimmenrekorder des Jets mit der Registrierung OE-LBM müssen zurückgegeben werden. Juristisch gilt das Ereignis nicht als Unfall, sondern als schwere Störung. Eine Auswertung der Daten ist nach österreichischem Recht nur bei einem Unfall zulässig.

Abschlussbericht: Massive Sicherheitsdefizite vor Kollision in Washington

Die US-Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat ihren Abschlussbericht zur Kollision vom 29. Januar 2025 veröffentlicht. Damals stießen ein Black-Hawk-Helikopter der US-Armee und eine Bombardier CRJ 700 von American Airlines über dem Potomac River zusammen. Alle 67 Menschen kamen ums Leben. Als Hauptursache nennt das NTSB die problematische Lage der Hubschrauberroute nahe der Anflugrouten des Ronald Reagan Washington National Airport sowie unzureichende Überprüfungen durch die FAA. Zusätzlich kritisiert die Behörde die hohe Arbeitsbelastung im Tower. in den Jahren 2021-2024 gab es mehr als 15.000 dokumentierte gefährliche Annäherungen.

Deutschland bleibt im europäischen Luftverkehr zurück

Der Luftverkehr in Europa wuchs 2025 weiter, doch Deutschland hinkt hinterher. Laut Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft lag das Sitzplatzangebot hierzulande nur bei 89 Prozent des Niveaus von 2019. Europa insgesamt erreichte 106 Prozent, ohne Deutschland sogar 108 Prozent. Besonders stark ist der Rückstand bei Punkt-zu-Punkt-Airlines, deren Angebot fast 50 Prozentpunkte hinter dem europäischen Schnitt liegt. Seit 2019 wurde mehr als ein Drittel der innerdeutschen Strecken eingestellt. Als Hauptgrund nennt der Verband hohe staatliche Standortkosten in Höhe von rund 4,3 Milliarden Euro.

Airbus peilt Auslieferungsrekord an

Airbus will 2026 mit rund 870 ausgelieferten Verkehrsflugzeugen einen neuen Rekord erreichen und den bisherigen Höchstwert von 2019 übertreffen. Vorstandschef Guillaume Faury verwies jedoch auf anhaltende Probleme bei Zulieferern, insbesondere beim Triebwerkshersteller Pratt & Whitney. Analysten hatten mit über 900 Auslieferungen gerechnet. Die Produktion der A320neo-Familie soll bis Ende 2027 auf 70 bis 75 Flugzeuge pro Monat steigen, eine stabile Rate von 75 wird erst nach 2027 erwartet.

Das ☕ Frankfurtflyer Coffeebreak Titelbild stammt diese Woche aus folgendem Beitrag:

Review: Etihad Airways Airbus A380 First Class von Abu Dhabi nach London

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