Dass Lufthansa bei den Sitzplatztypen differenziert, dürfte keine neue Nachricht sein, spätestens seit der Einführung der Allegris Business Class, welche mit sieben verschiedenen Sitztypen (und damit verbundenen Aufpreisen bei der Reservierung) wirbt. Nun will Lufthansa auch auf der Kurz- und Mittelstrecke weiter differenzieren und führt zwei zusätzliche Sitztypen als Kategorien in der Business Class und Economy Class ein. Hiermit will man offensichtlich zusätzliche Einnahmemöglichkeiten erschließen.
💺 Erste Business-Class-Reihe wird kostenpflichtig: Lufthansa führt mit den „First Row Seats“ einen neuen Sitzplatztyp mit Aufpreis ein.
✈️ Neue Back Seats in der Economy: Die letzten vier Reihen werden als günstigere Sitzplatzkategorie eingeführt.
💶 Mehr Zusatzgebühren: Lufthansa baut die kostenpflichtige Sitzplatzreservierung auf Kurz- und Mittelstrecken weiter aus.
Dabei sind Sitzplatzgebühren bei Lufthansa, insbesondere in der Economy Class, nichts Neues. Wer über keinen Vielfliegerstatus oder ein teures Flex-Ticket verfügt, musste schon immer für die Sitzplatzreservierung Geld bezahlen. Neu ist allerdings, dass man auch bei der Änderung der Sitzplätze beim Check-in nun eine Gebühr bezahlen muss. Damit machte Lufthansa schon vor einigen Wochen klar, dass der Wunschsitzplatz bei ihr Geld kosten muss.
Die neuen Sitzplatztypen und die damit verbundenen Gebühren für die Reservierung gelten ab dem 22. Juli. Wer schon vorher eine Sitzplatzreservierung durchgeführt hat, behält diese selbstverständlich und kann auch seinen Sitzplatz innerhalb der gleichen Kategorie kostenlos ändern.
Erste Reihe in der Business Class wird kostenpflichtig
In der Business Class auf Kurz- und Mittelstrecken hat Lufthansa bisher nicht zwischen den Kategorien der Sitzplätze unterschieden. Nun führt man aber mit den First Row Seats einen zusätzlichen Sitzplatztyp ein, welcher mit einem Aufpreis versehen ist. Bei einer Testbuchung für den Flug zwischen Frankfurt und Rom soll ein Sitzplatz in der ersten Reihe 29 Euro Aufpreis pro Strecke kosten.

Lufthansa nimmt sich hierbei ITA Airways zum Vorbild, welche schon seit Bestehen für die erste Reihe der Business Class eine Gebühr verlangt, da diese besonders beliebt ist.
Ganz neu ist diese Idee auch bei Lufthansa nicht, denn besonders bei Vielfliegern war die erste Reihe immer sehr beliebt, weshalb sie auch für Statuskunden mit Senator- oder HON-Circle-Status bis zum Check-in geblockt wurde. Nun ermöglicht man allerdings jedem Kunden, die Sitze gegen einen Aufpreis zu reservieren.
Für Senatoren und HON Circle Member ist es allerdings weiterhin möglich, die erste Reihe kostenlos zu reservieren. In der Business Class ist dabei unerheblich, welchen Tarif man gebucht hat.
Vier Sitzplatzkategorien nun in der Lufthansa Economy Class
In der Economy Class hat Lufthansa schon zuvor zwischen Classic Seats, Extra Legroom Seats und der Preferred Zone unterschieden. Letztere umfasste einfach die ersten vier Reihen in der Economy Class, welche beliebter waren als die Sitze weiter hinten.
Neu ist nun die Einführung der sogenannten Back Seats. Dies sind die Sitzplätze in den letzten vier Reihen der Economy Class, welche erfahrungsgemäß besonders unbeliebt sind. Hierbei sind diese allerdings auch ein paar Euro günstiger zu reservieren als die Classic Seats, und Lufthansa kennzeichnet hiermit sehr klar die Qualität dieser Sitze als schlechter.
Mit Preisen zwischen 12 Euro und 36 Euro sind Sitzplatzgebühren bei Lufthansa in der Economy Class auf Kurz- und Mittelstrecken ohnehin nicht günstig, zumal sich die genannten Preise auf einen Flug zwischen Frankfurt und Rom beziehen. Bei einem längeren Flug, wie zum Beispiel nach Tel Aviv oder Kairo, können die Sitzplatzgebühren 51 Euro pro Flug erreichen.

Auch für Statuskunden, also Miles&More-Vielflieger mit Senator- oder HON-Circle-Status, ist die Sitzplatzreservierung in der Economy Class nicht mehr immer kostenlos. So müssen auch die Top-Vielflieger für den Wunschsitzplatz Geld bezahlen, wenn sie die besonders günstigen Basic- und Light-Tarife gebucht haben. Nur wer als Senator oder HON Circle Member die höheren Tarife, wie den Classic- oder Flex-Tarif, gebucht hat, darf weiterhin alle Sitzplätze kostenlos reservieren.
Lufthansa führt zusätzliche Sitzplatztypen auf Kurz- und Mittelstrecken ein (und das sind keine guten Nachrichten!) | Frankfurtflyer Kommentar
Es ist kein Geheimnis, dass Lufthansa versucht, über solche Zusatzleistungen wie die Sitzplatzreservierung zusätzliche Einnahmen zu generieren. Dies hat der Vorstand auch schon als Strategie bestätigt und vor allen Dingen mit der Einführung der Allegris-Kabine auf der Langstrecke fast schon auf die Spitze getrieben.
Nun führt man dies auch auf der Kurzstrecke weiter und versucht, zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen. Wirklich positiv ist dies natürlich nicht zu sehen, allerdings wird es in der Praxis wohl die wenigsten Passagiere wirklich betreffen. Auffällig ist natürlich vor allen Dingen, dass man nun für die erste Reihe der Business Class bezahlen soll, allerdings war diese vorher für Kunden ohne Vielfliegerstatus überhaupt nicht zugänglich.
Wenn Senatoren oder HON Circle Member hier etwas Positives sehen wollen, dann, dass durch die Einführung der Gebühr für die erste Reihe diese auch für alle Passagiere ohne Vielfliegerstatus beim Check-in kostenpflichtig ist und sich damit hier wohl weniger Passagiere ohne Status auf diese Plätze setzen werden. Hierdurch haben Vielflieger, die kurzfristig buchen, größere Chancen, diese Sitze noch zu bekommen.
Die Einführung der Back Seats wirkt auf mich schon fast etwas albern, da man diese Sitze hiermit ganz offiziell degradiert. Aber vermutlich ist es der Versuch zu testen, ob man durch einen leicht niedrigeren Preis Passagiere dazu bewegen kann, eher eine Sitzplatzreservierung durchzuführen.
Langsam wird es peinlich. Wie dringend benötigt die Lufthansa Liquidität?
Deine Argumentation kann ich nicht nachvollziehen, sie lautet:
– Die erste Reihe der Business Class war für Kunden ohne Vielfliegerstatus bisher nicht zugänglich
– Jetzt können sich Passagiere ohne Status die Reihe beim Check-in kostenpflichtig sichern
– Weil es jetzt aber kostet werden, sich wohl weniger Passagiere ohne Status auf diese Plätze setzen und Statuskunden haben bessere Chancen
Jeder Passagier ohne Status, der sich jetzt auf einen Platz in der ersten Reihe setzt, weil er dafür zahlt, ist einer mehr als vorher (und nicht weniger als vorher, denn vorher war die Zahl Null). Die Chancen für Statuskunden werden aus meiner Sicht reduziert.
Klär mich doch bitte einmal auf.
Die erste Reihe mag eine gewissen Faszination haben. Beim ersten Mal. Ich persönlich mag sie gar nicht. Durch die Wand/Bulkhead fühle ich mich eingeengt, ich starre auf eine Wand direkt vor mir. Ab Reihe zwei habe ich mehr Space vor mir. Die Beinfreiheit in Reihe Eins ist oft geringer, als wenn ich eine oder zwei Reihe(n) weiter hinten die Füße unter den Vordersitz ausstrecken kann. Der Tisch oder ein Monitor sind speziell konstruiert (und das ist nicht unbedingt gut). Im Gepäckfach liegt über Reihe Eins immer irgendwelches Crew-Zeug herum. Der Vorteil beim Aussteigen dürfte nicht riesengroß sein im Vergleich zu Reihe zwei oder drei. Beim Service dürfte der Unterschied ähnlich gering ausfallen, wenn wir über die Reihen zwei bis vier reden.
Was spricht denn für Reihe Eins außer so etwas wie Geltungsdrang, Statusdenken oder Prestige?
1C ist aus meiner Sicht der bei weitem schlechteste Platz in der ganzen „EuroBusiness“, würde nie im Traum auf die Idee kommen, den zu wählen. Es gibt Airlines, da ist in Reihe 1 „unendlich“ viel Platz für ausgestreckte Beine, bei LH allerdings nicht.
Wenn ich damit fliegen muss, dann ist 2A mein Favorit.
Wenn jemand in dieser Schlagzahl einen Aufpreis nach dem anderen einführt wie derzeit LH, dann muss finanziell die sprichwörtliche Kacke ganz schön am dampfen sein…
Wir sind HON und Lifetime SEN, aber unsere Reisebüroagentin hat ein Verbot Reihe 1 zu reservieren. Reihe 1 ist die schlimmste von allen.