Die Bombardier CRJ-900 waren im Lufthansa-Netzwerk auf weniger stark nachgefragten Strecken einige Jahre sehr oft gesehen und wirkten fast unterrichtlich. Lufthansa hat aber spätestens im April klargemacht, dass man diese Flugzeuge eigentlich nicht mehr will, als man die Tochter, Lufthansa CityLine, quasi über Nacht stillgelegt hat und damit auch alle 23 CRJ-900-Regionaljets am Boden gelassen hat.
✈️ Lufthansa prüft den Verkauf aller 23 stillgelegten Bombardier CRJ-900 der ehemaligen CityLine.
💰 Die Regionaljets erzielen voraussichtlich weniger als 1 Million Euro pro Flugzeug.
🔧 Wahrscheinlich werden viele Maschinen als Ersatzteilspender genutzt statt weiterzufliegen.
Nach der Stilllegung von Lufthansa CityLine blieben nicht nur viele der damals 2.250 Mitarbeiter der Airline zu Hause, um freigestellt zu werden oder aber in Altersteilzeit zu gehen, sondern auch die noch offiziell 23 aktiven Bombardier CRJ-900 blieben mit sofortiger Wirkung am Boden und Lufthansa hat wohl tatsächlich keine Absicht mehr, diese noch einmal einzusetzen.
Wie aero.de erfahren hat, prüft Lufthansa aktuell den Verkauf aller 23 CRJ-900. Man kann die Jets noch in München in der Nähe des Terminal 2 abgestellt sehen oder auch in Frankfurt, wo sie auf der Südseite des Flughafens aufgereiht sind.
Lufthansa sieht die 90-Sitzer als zu teuer im Betrieb an und will sie daher nicht mehr in die Flotte integrieren, auch nicht unter einem anderen Betreiber. Ein Verkauf der Flugzeuge ist hier also die sinnvollste Option, allerdings wird dieser wohl kaum nennenswerte Sondereffekte auf die Lufthansa-Bilanz haben, da die Regionaljets mit ihren etwa 15 Jahren Durchschnittsalter kaum noch einen Wert haben.
Der wahrscheinlichste Nutzen ist, dass die ehemaligen Lufthansa-CityLine-CRJ-900 zerlegt werden und als Ersatzteilspender genutzt werden. Auf dem Gebrauchtmarkt sind die Flugzeuge wohl schwer zu verkaufen und haben einen Wert von weniger als 1 Million Euro das Stück.
So kaufte die amerikanische SkyWest Airlines, welche Flüge für United Express und Delta Connection durchführt, erst letztes Jahr 29 Exemplare des CRJ-900 als Puffer in der eigenen Flotte. Hierfür bezahlte man 28 Millionen US-Dollar, umgerechnet also 24.575.000 Euro oder knapp 850.000 Euro pro Flugzeug. Die Lufthansa-CityLine-Flotte wird wohl also keine 20 Millionen Euro in die Kassen von Lufthansa spülen, was bei den Milliarden, die man für neue Flugzeuge in den kommenden Jahren aufbringen muss, kaum Bedeutung in der Bilanz haben wird.
Lufthansa will wohl alle CRJ-900-Regionaljets verkaufen (auch wenn man dafür kaum Geld bekommt) | Frankfurtflyer Kommentar
Es ist offensichtlich, dass man bei Lufthansa mit dem Kapitel der Lufthansa CityLine möglichst schnell abschließen will und entsprechend nun auch die Liquidation der Flotte vorbereitet. Aus Sicht des Konzerns macht dies natürlich Sinn, denn einen Typ aus der Flotte zu nehmen, verringert die Komplexibilität und wird langfristig Kosten sparen.
Man wird aber auch immer das Gefühl nicht los, dass alles, was noch um Lufthansa CityLine passiert, auch ein Zeichen an die Belegschaft ist, um zu demonstrieren, dass, wenn man dazu gezwungen wird, man durchaus zu drastischen und schnellen Maßnahmen fähig ist.
Gebrauchte Flugzeuge scheinen generell nicht extrem teuer zu sein. Hab mal spasseshalber nach Marktpreisen geschaut. Bei einer 777/200 geht es bei 3,5 Mio $ los, wobei damit auch kaum mehr machbar ist, als der Einsatz als Ersatzteilspender.
Warum auch seinem Auftrag als flagcarrier nachkommen und die Fläche mit kleinen Flugzeugen anbinden. Ein Verlustgeschäft? Klar. Aber wozu noch Lufthansa aus der Politik hofieren, wenn sie die gleichen Flughäfen anbieten wie IAG und AFKLM u.a.?
Erster Schritt: Emirates signalisieren, dass Berlin und Stuttgart freigegeben werden könnte.