Massenschlägerei am Check-In: Flughafen Nürnberg schließt mehrere Personen vom Flug aus

Die Streithähne mussten am Freitag auf diesen Ausblick verzichten. Foto: Airport Nürnberg

Ob beim Check-in oder beim Boarding – an Flughäfen ist die Reihenfolge, in der sich die Passagiere in einer Warteschlange anstellen, eigentlich klar geregelt. Doch nicht allen scheinen diese Regeln eindeutig genug zu sein, gelegentlich kommt es zu Diskussionen. Am vergangenen Freitag eskalierte ein solcher Streit am Flughafen Nürnberg sogar zu einer Massenschlägerei. Für mehrere Beteiligte endete die Reise noch bevor sie überhaupt begonnen hatte.

Das Wichtigste auf einen Blick:

🥊 Eskalation am Check-in: Zwei Gruppen mit rund 20 Personen geraten am Flughafen Nürnberg aneinander.
🚫 Flug ausgeschlossen: Elf Beteiligte dürfen nach der Auseinandersetzung ihren anstehenden Flug nicht antreten.
👮 Polizei ermittelt: Videoaufnahmen wurden gesichert, die Beteiligung an möglichen Körperverletzungsdelikten wird untersucht.

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Streit um Platz in der Warteschlange eskaliert

Der Vorfall ereignete sich am Freitagabend gegen 22.30 Uhr an einem Check-in-Schalter des Flughafens Nürnberg. Nach Angaben der Polizei gerieten dort zwei Gruppen mit insgesamt etwa 20 Personen zunächst verbal aneinander. Grund für den Streit waren offenbar Unstimmigkeiten darüber, wer welchen Platz in der Warteschlange einnehmen durfte.

Bei Worten blieb es allerdings nicht lange. Im weiteren Verlauf soll ein 29-Jähriger einem 43-Jährigen ins Gesicht geschlagen haben. Daraufhin entwickelte sich zwischen den beiden Gruppen eine körperliche Auseinandersetzung. Die Grenzpolizeiinspektion wurde laut Nordbayern.de von Beamten einer Polizeiinspektion sowie Kräften des Unterstützungskommandos Mittelfranken unterstützt. Die Einsatzkräfte nahmen die Personalien mehrerer Beteiligter auf und sicherten Videoaufnahmen des Vorfalls.

Foto: Airport Nürnberg

Auch ein Rettungswagen war am Flughafen im Einsatz. Nach Angaben der Polizei musste allerdings keiner der Beteiligten in ein Krankenhaus gebracht werden. Wie schwer einzelne Personen verletzt wurden und wer konkret an den jeweiligen Körperverletzungsdelikten beteiligt war, sei Gegenstand der Ermittlungen.

Neben den möglichen strafrechtlichen Konsequenzen hatte die Auseinandersetzung für einige Beteiligte noch unmittelbare Auswirkungen auf ihre Reise. Insgesamt elf Personen wurden von ihrem anstehenden Flug ausgeschlossen. Welcher Flug beziehungsweise welche Fluggesellschaft betroffen war, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor. Damit endete die Reise für mehr als die Hälfte der rund 20 Personen, die zu den beiden Gruppen gehörten, noch am Flughafen Nürnberg.

Massenschlägerei am Check-in: Flughafen Nürnberg schließt mehrere Personen vom Flug aus | Frankfurtflyer Kommentar

Ich musste bei diesem Artikel daran denken, wie ich selbst einmal an den Check-in-Schaltern am Airport Nürnberg von einem anderen Passagier angesprochen wurde. Eigentlich hat mich der Mann, der selbst mitten in der Schlange stand, mit den Worten „Ab nach hinten mit Dir“ angeschrien. Dabei hatte ich mich berechtigterweise an dem Business-Class-Schalter nebenan eingereiht. Ich deutete erklärend auf den entsprechenden Monitor, der andere Fluggast gab sich zufrieden und erhielt noch eine Standpauke von seiner Frau. Ich sollte also froh sein, dass die Situation nicht weiter ausartete.

Wie sich die Situation am vergangenen Freitag genau zugetragen hat, ist nicht überliefert. Deswegen einen solchen Streit anzufangen, ist aber schwer nachvollziehbar. Dass die Lage dann derart eskaliert und sich zahlreiche Personen an einer körperlichen Auseinandersetzung beteiligen, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Immerhin waren die Konsequenzen entsprechend deutlich.

Habt Ihr selbst schon einmal erlebt, dass ein Streit um die Warteschlange beim Check-in oder Boarding eskaliert ist? Schreibt uns Eure Erfahrungen gerne in die Kommentare.

27 Kommentare

  1. Durch BILD ist der Hintergrund der Situation überliefert: Ein 29-jähriger türkischer Staatsbürger habe einem 43-jährigen Landsmann ins Gesicht geschlagen. Dann seien die beiden Gruppen um diese Herren aufeinander losgegangen.

  2. Warum hast du den kulturellen Hintergrund dieser Gruppen verschwiegen, welcher im Ursprungsartikel von Aero gennant wird? Diese Information wäre zur Einordnung der Sache durchaus hilfreich…

    • Werde ich nachliefern sobald auch Status, Familienstand und Schuhgröße überliefert sind. Damit Du ihn noch besser in eine Schublade packen kannst.

      • Lieber Robert, mit dieser Aussage hast Du Dich selbst in eine Schublade gepackt.

        Mir helfen Fakten dabei, die Realität besser zu verstehen.
        Dich stören sie hier eher?

        Bezeichnend, dass nahezu alle Meldungen/Medien diese Fakten nicht genannt haben.

        Ganz egal, was am Gate oder beim Boarding passiert, und ganz egal, wer boarded:
        Es gibt keinen Grund, handgreiflich zu werden. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat. Das gilt für alle.

      • Ergänzungen zu meiner Aussage oben:

        Ganz egal, was vor dem Check-in, bei der Aufgabe des Gepäcks, bei der Sicherheitskontrolle, im Aufenthaltsbereich, in der Lounge, am Gate, beim Boarding, im Flugzeug oder sonstwo passiert, und ganz egal, wer fliegen möchte oder wer fliegt:

        Es gibt keinen Grund, handgreiflich zu werden. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat. Das gilt für alle.

        Vielleicht sollte ich sicherheitshalber noch sagen, dass ich diesen Staat meine, namentlich die Bundesrepublik Deutschland.

        Aus meiner Sicht gibt es auch keinen Grund, die Fakten wie hier einfach auszublenden.

      • Lieber Robert, Danke für das Öffnen deiner Schublade! Ich habe einfach gerne immer alle relevanten und bekannten Fakten. Nur so ist es möglich, einen Sachverhalt umfassend einzuordnen – ganz ohne Vorsatz, irgendetwas in irgendeine Schublade befördern zu wollen.

        Ansonsten habe ich den treffenden Ausführungen von Estelle nichts hinzuzufügen.

        • Es geht nicht darum, Fakten auszublenden. Bekannt ist die türkische Staatsangehörigkeit von zwei der rund 20 beteiligten Personen. Nicht bekannt ist dagegen die Nationalität der beiden Gruppen. Daher würde ich schon der Aussage widersprechen, ich hätte den „kulturellen Hintergrund dieser Gruppen“ verschwiegen.

          Entscheidend ist für mich aber noch etwas anderes: Ich könnte den Vorfall mit dieser zusätzlichen Information auch nicht besser einordnen. Warum die Situation derart eskaliert ist, wissen wir nicht. Daran ändert auch die Kenntnis der Staatsangehörigkeit zweier Beteiligter nichts.

          Spielt die Herkunft oder Nationalität eine Rolle bei der Entstehung des Konflikts? Ich konnte da keinen Anhaltspunkt finden.

          • Entscheidend ist, dass Informationen weggelassen wurden.

            Du hast selektiert, man könnte sagen, Du hast zensiert. Beim Weglassen geht es nicht um zusätzliche Informationen, wie Du schreibst.
            Durch ein Weglassen von Informationen lässt sich dieser Vorfall und lässt sich jeder Vorfall ganz sicher nicht besser einordnen!

            Mit Deiner Ansicht findest Du allerdings in der deutschen Medienlandschaft breite Unterstützung.

            Um Herbert Grönemeyer gleich zweimal zu zitieren:
            „Was soll das?“, wenn es um die Massenschlägerei geht.
            „Was soll das?“, wenn es um das Weglassen von Informationen zu dieser Massenschlägerei geht.

            Inzwischen ist im Übrigen deutlich mehr bekannt über die Hintergründe und die Beteiligten und der Vorfall kann sehr gut eingeordnet werden.

            • Interessanter Bericht! Und mich Interessiert es einen Sch….dreck, welche Staatsbürgerschaft diese prügelnden Idioten haben. Sie haben sich daneben benommen und dafür Ihre Strafe bekommen bzw. werden sich noch weiter verantworten müssen. Fertig!
              War aber leider erwartbar, dass einige wenige hier jetzt so ein Fass aufmachen.

              • Es macht hier niemand ein Fass auf. Es wird nur zurecht darauf hingewiesen, dass vorliegende Informationen nicht vollständig wiedergegeben werden bzw. absichtlich weggelassen werden. Gibt man eine Nachricht weiter, sollten alle Informationen widergegeben werden. Wir brauchen kein betreutes Denken oder gefilterte Informationen. Gefilterte Informationen sind keine Informationen!

                • Also lieber Ralf, wo steht denn bitte geschrieben, dass der Autor gefälligst „sämtliche“ verfügbaren Informationen wiederzugeben hat und nicht selbst werten oder entscheiden darf, welche für ihn relevant sind? Wir sind doch hier auf einer Seite, auf der vorrangig über die Themen Fliegen, Schlafen, Loungen, Kreditkarten und Punkte sammeln philosophiert (oder gestritten 😉) werden sollte und nicht über irgendwelche kulturellen Hintergründe oder journalistische Ansprüche.

                  Just my two cents!

              • Du kannst ja mal überlegen, wem es einzig und allein nützt, wenn mit den Informationen zum Background nicht offen umgegangen wird und ob Du das möchtest.

                Es ist Dein gutes Recht, dieser Information keine Bedeutung zuzumessen und nur vorgefilterte News zu erwarten.

                Das Öffnen des Fasses hat der Verfasser des Beitrags höchstselbst übernommen, obwohl er sicher genau das vermeiden wollte.

                Hätte er nach einer unvollständigen Darstellung der Situation nicht noch mit dem leider üblichen Reflex auf eine berechtigte Nachfrage reagiert und das noch dazu in dieser patzigen Art und Weise, dann hätte ich hier keine Silbe geschrieben.

                • OK, soweit verstanden!
                  Jetzt kannst Du mal überlegen, wem es einzig und allein nützt, wenn sofort dieser reflexartige laute Aufschrei einsetzt und dadurch Diskussionen entstehen, die eigentlich kaum jemand führen möchte.

                  Wohldosiertes „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ könnte manchmal hilfreicher sein.

                  • Noch nicht ganz verstanden, wie mir scheint, vor allem was Ursache und Wirkung angeht.

                    Die Auslöser für Kommentare waren überhaupt erst ein (Ver)Schweigen, also die von Dir präferierte Vorgehensweise („Gold“) im Blog und eine reflexartige, patzige Antwort des Verfassers inklusive Unterstellungen.

                    • Den Vorwurf der Zensur oder des „betreuten Denkens“ teile ich nach wie vor nicht. Jeder redaktionelle Beitrag ist zwangsläufig eine Auswahl aus den verfügbaren Informationen. Ich habe beispielsweise auch nicht sämtliche Angaben zum Polizeieinsatz oder zu den beteiligten Dienststellen übernommen. Entscheidend ist für mich, welche Informationen für das Verständnis des konkreten Vorfalls relevant sind.

                      Zum Zeitpunkt des Beitrags war bekannt, dass zwei Gruppen mit rund 20 Personen wegen ihres Platzes in der Warteschlange in Streit gerieten. Von zwei Beteiligten war die türkische Staatsangehörigkeit bekannt. Welchen zusätzlichen Erkenntnisgewinn diese Information für die Entstehung oder Eskalation der Schlägerei gebracht hätte, sehe ich weiterhin nicht. Vor allem lässt sich aus der Staatsangehörigkeit zweier Personen nicht der „kulturelle Hintergrund“ von rund 20 Beteiligten ableiten.

                      Du schreibst nun, inzwischen sei deutlich mehr über die Hintergründe und die Beteiligten bekannt und der Vorfall könne sehr gut eingeordnet werden. Wenn Du eine entsprechende Quelle hast, verlinke oder nenne sie gerne. Sollten daraus relevante neue Erkenntnisse zum Hintergrund oder zur Entstehung des Vorfalls hervorgehen, würde mich das durchaus interessieren.

                    • Raste ich an einem beliebigen Airport in einem beliebigen Land aus, gibt es entsprechende Meldungen in den dortigen Medien.

                      Fiktives Beispiel:
                      Eine Deutsch-Französin, gebucht auf Flug XQ169 nach Antalya, hat am Schalter bei der Gepäckaufgabe eine Mitarbeiterin übelst beleidigt, weil es ihr zu langsam ging und einem hinzugezogenen Polizeibeamten die Handtasche übergezogen, weil er unhöflich war und sie falsch angeschaut hat.

                      Hierzulande werden Information über den Hintergrund von Personen oder sogar von ganzen Gruppen weggefiltert, weil nahezu alle Medien wie die DPA, Süddeutsche Zeitung, Fokus, Stern usw. wie in diesem Fall der Ansicht sind, dass dies für ihre Leser keine Rolle spielen darf. Das gilt insbesondere bei bestimmten Nationalitäten oder bestimmten Migrationshintergrund.

                      Was soll das?

                      Die Original-Pressemeldung der Bayerischen Polizei hat explizit die Nationalität der beiden Hauptbeteiligten genannt. Darauf hätte ich mich bezogen, worauf auch sonst, und nichts weggelassen, würde ich für frankfurtflyer schreiben.
                      Auf eine Nachfrage hätte ich möglichst sachlich reagiert, nicht mit Unterstellungen und Anspielungen auf vermeintliches Schubladendenken.

                      Ja, mittlerweile ist mehr über den Vorfall und über die beiden Gruppen bekannt. Hausaufgaben für andere mache ich seit der 10. Klasse nicht mehr.

  3. Air France in Havanna: Business angestanden(auch geflogen) und mit den Worten : Go Back to your people’ in die andere Schlange beordern wollen….gut, ich war Mitte zwanzig, da traut es man einem nicht zu.
    Highlight war, als ich in die Business am Gate abgebogen bin und er in die Eco – nachdem er mich noch extra im Finger überholt hat….
    Aber ich würde jedem raten, einfach cool bleiben und zur Not einen Schritt zurück um später entspannt zu sitzen

    • Das erinnert mich auch an eine Geschichte in Singapur. Dort gab es immer ein Pre-Boarding für First Class und HON Circle und dies hat einen Passagier im gesetzten Alter offensichtlich sehr erzürnt.

      Er lief an mir vorbei mit den Worten: „Ich bin Senator in Business Class.“ Ich habe ihn damals auch vorbeigelassen. Ich glaube, ich sagte etwas wie: „my pleasure.“
      Der Herr wurde dann am Gold tatsächlich abgewiesen, was ihn nicht unbedingt glücklich gemacht hat, insbesondere, als ich dann vom Gate Agent geboardet wurde.

      Solche Sachen finde ich ja persönlich immer deutlich lustig und kein Grund, mich darüber aufzuregen.

  4. Also, ich schalge mich auch manchmal am Checkin mit angeblichem Übergwicht herum, aber bisher noch nie mit anderen Reisenden, egal wie blöd die manchmal sein könnten. Wäre vielleicht eine Alternative zum Fitness Studio. /Ende-Ironie.

  5. Gewalt war noch nie eine Lösung und wird es auch nie werden. Nur ist das nicht in allen Kulturen angekommen.

    Wir sollten aber endlich lernen, die wirklichen Probleme zu benennen. Ich habe noch nie eine Gruppe Japaner, Franzosen oder Deutsche erlebt die so eskaliert sind. Darüber sollte man auch nachdenken.

    • Bei manchen Briten und Deutschen soll das an manchen Urlaubsdestinationen unter Nachwirkungen oder Einfluss von Genussmitteln auch schon mal vorkommen…

  6. Ich würde mich gerne – auch wenn das natürlich nichts bringt – im Namen aller friedlich in Deutschland lebenden türkischstämmigen Menschen für diese Idioten entschuldigen.

  7. Viele böse Blicke beim check-in bei Business oder First. Viele Gate lice lange vor dem boarding. Viele Drängler mit falscher boarding-group. Prügelei bisher nicht. Ross und Reiter nennen wäre normal.

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