Pilot erkrankt: Airbus A350 von SWISS muss in Kasachstan landen

Foto: Swiss (Symbolbild)

Ein medizinischer Notfall im Cockpit hat am Mittwoch zu einer außerplanmäßigen Landung eines SWISS-Airbus A350 geführt. Der Flug LX123 von Seoul nach Zürich musste nach Almaty in Kasachstan umgeleitet werden, nachdem der Co-Pilot während des Fluges erkrankte. An Bord befanden sich mehrere Ärzte, die sofort medizinische Hilfe leisten konnten. Die Crew entschied sich auf Empfehlung der Ärzte für die Umleitung nach Almaty, damit der Pilot schnell medizinisch versorgt werden konnte. An Bord befanden sich 227 Passagiere sowie 14 Crewmitglieder, diese werden erst am Freitag in Zürich erwartet.

Das Wichtigste auf einen Blick:

👨‍✈️ Medizinischer Notfall: Co-Pilot auf SWISS-Flug LX123 erkrankt während des Fluges.
🛬 Umleitung nach Kasachstan: Airbus musste außerplanmäßig in Almaty landen.
⏱️ Weiterflug verzögert: Passagiere erreichen Zürich voraussichtlich erst am Freitag.

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Die Lufthansa-Tochter hat sich inzwischen zu dem Vorfall geäußert, demnach wurde der erkrankte Pilot gemeinsam mit einem weiteren Crewmitglied nach der Landung in ein Krankenhaus gebracht. Die übrigen Passagiere und Crewmitglieder wurden zunächst in Hotels in Almaty untergebracht. SWISS kündigte außerdem an, einen zusätzlichen Piloten nach Kasachstan zu entsenden.

Warum der Flug nach Zürich nicht fortgesetzt werden konnte

Obwohl sich noch zwei weitere Piloten an Bord befanden, konnte der Flug nicht unmittelbar nach Zürich weitergeführt werden. SWISS verweist hierbei auf regulatorische und sicherheitsrelevante Vorgaben. Beide verbliebenen Piloten seien Kapitäne, allerdings seien die Rollen und Sitzpositionen im Cockpit klar definiert. Bestimmte Verfahren und Abläufe müssen laut Airline regelmäßig auf der jeweiligen Position trainiert werden, damit diese in kritischen Situationen sicher ausgeführt werden können. Für den Weiterflug wird daher ein entsprechend qualifizierter Pilot für den rechten Sitz benötigt.

Der Airbus A350 soll wieder zum Erfolg führen. Foto: SWISS

Zusätzlich spielen in dem Fall auch gesetzliche Ruhezeiten eine Rolle. Selbst wenn die Crew grundsätzlich flugfähig gewesen wäre, hätte die maximal zulässige Einsatzzeit durch den ungeplanten Zwischenstopp überschritten werden können. SWISS rechnet derzeit mit einem Weiterflug aus Almaty in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 1:45 Uhr Ortszeit. Die Ankunft in Zürich ist laut aktueller Planung für Freitagmorgen um 6:30 Uhr vorgesehen.

Die Airline betonte mehrfach, dass die Gesundheit des Crewmitglieds oberste Priorität habe. Gleichzeitig entschuldigte sich SWISS bei den betroffenen Passagieren für die erheblichen Auswirkungen auf deren Reisepläne.

Pilot erkrankt: SWISS-Airbus A350 muss in Kasachstan landen | Frankfurtflyer Kommentar

Auf den ersten Blick mag es überraschend wirken, dass ein Langstreckenflug trotz zweier weiterer Piloten nicht einfach fortgesetzt werden konnte. Bei einer Crew mit drei Piloten ist in der Regel einer dabei, der auf beiden Plätzen sitzen darf, um den jeweils anderen in dessen Ruhepause zu vertreten. Was aber für die Zeit während des Fluges gilt, muss nicht unbedingt für Start und Landung gelten.

In Kasachstan muss man daher auf eine geeignete bzw. qualifizierte Ersatzperson warten, die nach der Ankunft zunächst eine Ruhezeit einhalten muss. Aus diesem Grund bleibt das Flugzeug und damit die meisten Passagiere bis Freitag am Boden. Auch wenn es ärgerlich ist, sollte klar sein, dass es bei einem solchen Vorfall keinerlei Kompromisse bei der Sicherheit geben kann.

Durch den Vorfall ist SWISS gerade in einen vorübergehenden Engpass geraten. Neben dem Airbus A350 fehlt derzeit auch ein Airbus A330 im Netzwerk. Der Jet mit der Kennung HB-JHK steht derzeit noch immer in Indien. Die Passagiere des Fluges LX147 von Delhi nach Zürich mussten Ende April nach einem Startabbruch evakuiert werden. Dadurch wurden die Notrutschen ausgebracht, das Flugzeug muss nun wieder flugfähig gemacht werden.

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