Es ist nicht nur ein begehrtes Privileg für das Personal von Fluggesellschaften, viele Menschen arbeiten in erster Linie aus diesem Grund bei einer Airline. Es geht um die Möglichkeit, zu meist stark vergünstigten Tarifen zu fliegen. Davon profitieren in der Regel alle, die im Cockpit, der Kabine oder am Boden arbeiten und ein direktes Arbeitsverhältnis haben. Je nach Abkommen darf man bei Partnergesellschaften einsteigen, in einer Premiumklasse fliegen und/oder Angehörige mitnehmen. Qantas schiebt dem teilweise einen Riegel vor und verbannt die ermäßigten Tickets aus der neuen First Class, die man in Kürze einführen wird.
🛫 First Class tabu: Qantas schließt ermäßigte ID-Tickets aus der neuen A350-First-Class aus.
🛏️ Nur sechs Suiten: Die exklusive First Class ist stark limitiert und soll ausschließlich zahlenden Gästen vorbehalten bleiben.
🌍 Project Sunrise: Die neue First Class kommt auf Nonstopflügen von Australien nach Europa und in die USA zum Einsatz.
Neue First Class bleibt zahlenden Gästen vorbehalten
Ganz konkret geht es um die neue First Class an Bord der Airbus A350-1000, die Qantas für ihr Prestigeprojekt „Project Sunrise“ bekommen wird. Mit diesen speziell konfigurierten Langstreckenjets plant die australische Airline bald Nonstopflüge von Sydney und Melbourne nach London und New York durchzuführen. Die Flüge sollen zu den längsten Linienverbindungen der Welt zählen und entsprechend hochpreisig vermarktet werden.
Während bislang selbst aktuelle und ehemalige Vorstände sowie Topmanager Anspruch auf sogenannte ID-Tickets in First und Business Class hatten, endet dieses Privileg nun zumindest teilweise. Qantas-Chef Cam Wallace informierte aktuelle und frühere Führungskräfte schriftlich darüber, dass die neue A350-First-Class für sie tabu sein wird. Das gilt ausnahmslos, selbst für die amtierende Konzernchefin Vanessa Hudson.

Nur noch sechs Suiten limitieren die Verfügbarkeit
Der Hintergrund ist nachvollziehbar, denn die neue First Class im A350 wird nur noch sechs großzügige Suiten umfassen. Darin findet die betuchte Kundschaft jeweils einen separaten Sitz und ein eigenes Bett. Es zählt also jeder Platz, der zu möglichst hohen Tarifen verkauft werden muss, um die Wirtschaftlichkeit der mehr als 20 Stunden langen Flüge sicherzustellen. Würden diese wenigen Sitze regelmäßig durch nicht zahlende oder stark vergünstigt reisende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren Familien blockiert, wäre das Geschäftsmodell kaum darstellbar.
Zum Vergleich: In der First Class des Airbus A380 von Qantas stehen 14 Sitze zur Verfügung. Dort bleibt die Nutzung der Privilegien weiterhin erlaubt, da die Auslastung mit Vollzahlern etwas geringer ist und der wirtschaftliche Druck entsprechend kleiner ausfällt.
Das Abkommen und die genauen Regelungen für das ermäßigte Fliegen von Qantas Personal ist uns nicht bekannt. In den Quellen ging es in erster Linie um das Management, das dienstlich bzw. privat verreist. Je nach Fluggesellschaft und Zugehörigkeit können vergünstigte Tickets mit und ohne Sitzplatzanspruch in diversen Klassen gekauft und ausgestellt werden. Unser Gastautor Alex hat sich mit dem Thema etwas intensiver beschäftigt:
Qantas verschärft Reiserichtlinien: Neue First Class selbst für das Management tabu | Frankfurtflyer Kommentar
Die Entscheidung schlägt natürlich hohe Wellen beim Personal. Viele Portale berichten aber davon, dass die üppigen Reiserichtlinien bei Qantas in der Vergangenheit als nahezu unangreifbar galten. Teilweise profitierten pensionierte Manager über viele Jahre hinweg von stark vergünstigten oder gar kostenlosen First- und Business-Class-Flügen. In Anbetracht der Tatsache, dass das Mitglied der oneworld Allianz mehrere Sparprogramme hinter sich hat, wurde dies in der Öffentlichkeit zunehmend kritisch gesehen. Die Neuregelung wirkt also wie eine überfällige Korrektur.
Für reguläre Passagiere ist das eine gute Nachricht, da weniger ID-Reisende in der First Class die Chancen auf Prämienplätze oder Upgrades erhöhen. Zumindest dann, wenn diese bisher eine bestätigte Buchung erhalten haben. Auf den langen Sunrise-Flügen mit der kleinen First Class wird die Verfügbarkeit aber sicherlich so oder so ziemlich gering sein.
Ist es richtig, dass selbst Topmanager auf die neue First Class verzichten müssen, oder schießt Qantas hier über das Ziel hinaus? Eure Meinung interessiert uns.
Danke: Live and let’s fly & OMAAT
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mit einem Produkt, das aufgrund von Mitarbeiterflügen nicht verkauft werden kann, kann man kein Geld verdienen. Natürlich dürfen die Damen und Herren Vorstände selbst dafür bezahlen.
Darüber hinaus würde ich alle Führungskräfte dazu verpflichten, jedes Jahr eine bestimmte Anzahl an Langstreckenflügen in der eigenen Eco zu absolvieren (je höher die Ebene desto mehr), natürlich ohne irgendwelche Statusprivilegien oder Sonderbehandlung. So sammelt man Erfahrungen aus erster Hand über das eigene Produkt.