Luxair ist eine Airline die mich irgendwie fasziniert, denn sie ist zwar der ganze Stolz des Großherzogtums, allerdings ist sie auch so klein, wie es zu dem Land passt, und kämpft damit mit der Stellung als sehr regionale Boutique Airline darum, Luxemburg mit Europa zu verbinden. Auch wenn es durch das Nutzen von Miles&More als eigenes Vielfliegerprogramm so wirken mag als sei Luxair Teil der Lufthansa Gruppe, die Airline ist weiterhin komplett eigenständig und auch nicht Mitglied der Star Alliance.
In fast 20 Jahren als doch recht viel fliegender Vielflieger habe ich es nie an Bord eines Luxair Fluges geschafft und all meine Besuche in Luxemburg haben entweder via Auto oder mit Lufthansa stattgefunden, die Luxemburg natürlich auch im Regionalnetzwerk anfliegen. Entsprechend neugierig und aufgeregt war ich, als ich ein Ticket für einen Luxair Flug in der Business Class von Luxemburg nach Wien in der Hand hielt.
Gefreut habe ich mich über den Flug in der Luxair Business Class nicht etwa, da sie als etwas Außergewöhnliches bekannt ist (wenngleich ihr Ruf auch nicht schlecht ist, was sich auch durchaus bestätigen konnte), sondern eher, da es eine der wenigen Airlines in Europa ist, die neu für mich war, und ein neues Erlebnis ist sicherlich immer etwas Besonderes und ein Grund zur Freude.
Luxair Business Class Dash 8-400 | Buchung
Gebucht wurde dieser Flug als Teil einer größeren Reise durch Europa inklusive Flügen mit Lufthansa und Austrian Airlines innerhalb eines Tickets mit vier Segmenten über Lufthansa. Dieser Luxair Flug war nur einer davon und das Ticket kostete etwa 800 Euro, womit auf diesen Flug 200 Euro Flugpreis entfallen würden.
Ganz korrekt sind diese Preise wohl nicht in der Bewertung, aber man kann die Luxair Business Class durchaus für diese Preise buchen und findet hier immer wieder auch spannende Angebote. Wie immer bei Business Class Flügen innerhalb von Europa können die Tickets aber auch deutlich teurer werden und schwanken stark im Preis.
Luxair Business Class Dash 8-400 | Check-In & Am Flughafen
Da ich bei dieser Reise nur mit Handgepäck gereist bin, habe ich auch für diesen Flug online eingecheckt, was sehr problemlos funktioniert hat. Am Flughafen in Luxemburg gibt es aber natürlich auch eigene Business Class Check-In Schalter, an denen so wenig los war (wie auch am ganzen, sehr überschaubaren Airport), dass man hier auch in wenigen Sekunden hätte einchecken können.
Der Flughafen in Luxemburg ist klein und wirklich überschaubar, insbesondere wenn man ihn als Hub von Luxair betrachtet, dennoch gibt es hier auch, wie man es erwarten darf, eine Fast Lane, die Business Class Passagiere nutzen dürfen. Ob diese wirklich schneller war als die normale Sicherheitskontrolle, kann ich noch nicht einmal sagen, aber hier war auch keine Schlange zu sehen.
Die Zeit bis zum Abflug habe ich noch in der Luxair Lounge verbracht, über welche ich eine eigene Review geschrieben habe. Diese ist wohl dem Flughafen und der Airline angemessen, wenn sie wohl auch nicht zu Begeisterungsstürmen bei Vielfliegern führen wird.
Als es Zeit für das Boarding war, habe ich mich auf den Weg zum Gate gemacht und wie man es vielleicht von einem Flug in einer Dash 8-400 erwarten darf, wurde dieser auch von einem passenden Gate abgefertigt. Anders als ich es aber in der recht engen Wartehalle noch erwartet hatte, ging es nicht mit dem Bus, sondern nach dem Boarding zu Fuß über das Rollfeld zum Flugzeug. In Europa absolut unüblich und hier wird man ja durchaus auch 50 Meter mit dem Bus über das Vorfeld gefahren. Aus den USA kennt man aber auch solche Regional Terminals, bei welchen die Passagiere selbst über das Vorfeld laufen, was ich auch immer wieder als Highlight empfinde.
Das Boarding war grundsätzlich auch in Gruppen unterteilt und Business Class Passagiere sowie Star Alliance Gold, Senatoren und HON Circle Member durften als Erste einsteigen, womit ich auch als einer der ersten Passagiere im Flugzeug war und recht gute Kabinenbilder bekommen habe.

Luxair Business Class Dash 8-400 | Kabine & Sitz
An der Tür der Dash 8-400 wurden wir wirklich ausgesprochen herzlich von einer der beiden Flugbegleiterinnen an Bord begrüßt und ich machte mich recht zügig auf den Weg zu meinem Platz 4A, was die letzte Reihe der Business Class war. In der Business Class bleibt bei Luxair auch einfach der Nebensitz frei und ansonsten sitzt man genau wie die Passagiere in der Economy Class. Lediglich die Kopfstütze sowie ein Vorhang zeigen, dass es sich hier um eine andere Reiseklasse handelt.

Grundsätzlich kann man die 2-2 Bestuhlung der Dash 8-400 mit maximal 76 Sitzen durchaus auch als bequem beschreiben, was auch an den gut gepolsterten (recht alten) Sitzen liegt. Der Sitzabstand ist allerdings nicht direkt üppig und die Sitzbreite aufgrund der schmalen Kabine auch recht gering, sodass man deutlich weniger Platz als Passagier hat als z.B. in einem Airbus A320.

In der Business Class mag dies vielleicht weniger ins Gewicht fallen, aber dass diese älteren Regionalflugzeuge weniger Komfort bieten als modernere Jets, lässt sich nicht wegargumentieren. Allerdings ist die Dash 8-400 ein sehr wirtschaftliches Flugzeug und damit für Luxair mit der besonderen Stellung des kleinen Heimatmarktes wohl auch recht wichtig.
Bei gerade einmal 70 Passagieren war das Boarding dann auch sehr schnell beendet und wir rollten Richtung Startbahn, wo die Dash 8 einen sehr kraftvollen Start hinlegte für die etwa 90 Minuten Flugzeit nach Wien. Beim Start erinnerte ich mich allerdings auch direkt wieder an ein Problem von Turboprop-Flugzeugen: Sie sind extrem laut in der Kabine.
Luxair Business Class Dash 8-400 | Catering
Sehr zügig nach dem Start hat die Crew auch schon mit dem Service begonnen und dies war ein Punkt, wo Luxair wirklich bei mir punkten konnte. Mein Tisch wurde mit einem netten Willkommensgruß heruntergeklappt, man drapierte eine Tischdecke und legte ein Erfrischungstuch sowie das Menü des Fluges bereit. Sicherlich eigentlich eine Kleinigkeit, aber es setzt einen gewissen Ton und macht zumindest mir Freude, wenn man sieht, dass man eine gewisse Servicekultur pflegen will.

Das Essen selbst war dann tatsächlich auch sehr gut und Luxair ist wohl nicht zu Unrecht dafür bekannt, dass man sich hier über eine gewisse Qualität abheben will. Es war sicherlich eines der hochwertigsten Menüs, die ich innerhalb von Europa in den letzten Jahren bekommen habe, und hierfür muss man Luxair einfach Punkte geben.

Der Rest des Fluges war ausgesprochen ruhig und ich habe versucht, ein wenig zu dösen, was bei dem Brummen und kontinuierlichen Vibrieren des Flugzeuges auch erstaunlich gut funktioniert hat. Mein Wasserglas wurde mir hierbei wohl abgeräumt, aber als ich vor der Landung wieder aufwachte, hat man mir direkt ein neues angeboten, was ich auch wieder sehr aufmerksam fand, und zumindest diese Crew hatte offensichtlich wirklich Freude an ihrer Arbeit.
Luxair Business Class Dash 8-400 | Frankfurtflyer Kommentar
War der Flug in der Luxair Business Class nun etwas Besonderes und meine Vorfreude auf diesen Flug war gerechtfertigt? Für jemanden, der hier regelmäßig mit Luxair unterwegs ist, war es wohl kaum nachvollziehbar, aber ich hatte hier sehr viel Freude an diesem Flug, einfach weil es ein neues Erlebnis war.
Luxair hat sich hier auch durchaus als sehr angenehme Regionalairline präsentiert und ich würde sie tatsächlich gerne noch einmal fliegen. Extra wegen Luxair nach Luxemburg zu fliegen, macht wohl weniger Sinn, aber wenn es in den Flugplan passt, halte ich Luxair für eine sehr gute Option.









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