Revo Hospitality Group insolvent – Viele Hotels von Accor, IHG und weiteren Marken betroffen

Das Steigenberger an der Berswordtstraße. Foto: Sebastian

Der deutsche Hotelriese Revo Hospitality Group ist in Turbulenzen geraten. Die Hotelgruppe, die über 250 Hotels betreibt, musste Insolvenz beantragen. Betroffen sind auch zahlreiche Hotels bekannter Marken, welche die Revo Group als Franchisenehmer betreibt. Bei einigen Hotels führte das unmittelbar zu Herausforderungen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

🏨 Hotelbetreiber insolvent: Die Revo Hospitality Group hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.
🌍 Über 250 Hotels betroffen: Zahlreiche bekannte Marken wie Accor, IHG und Hilton sind Teil des Portfolios.
📅 Betrieb läuft weiter: Hotelaufenthalte sind kurzfristig nicht gefährdet, Reservierungen bleiben gültig.

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Meist finden sich die Namen der eigentlichen Betreiber vieler Hotels eher unauffällig im Eingangsbereich oder in der Lobby auf dezent angebrachten Plaketten. Daher dürften viele Gäste aktuell überrascht sein, dass ihr Hotel von einer Insolvenz betroffen ist. Um Stornierungen des Hotelaufenthalts dürfte sich – zumindest kurzfristig – jedoch niemand Gedanken machen müssen. Denn die Revo Hospitality Group hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt und wird den Hotelbetrieb fortsetzen.

Revo führt über 140 Hotels im DACH-Raum

Die Revo Hospitality Group mit Sitz in Berlin hat ein rasantes Wachstum vorzuweisen. Die Gruppe übernahm 2008 – damals noch unter dem Namen HR Group – ihr erstes Hotel in Leipzig. Nach Übernahme der Vienna House Easy Hotels im Jahr 2023 und der Centro Hotels im Jahr 2024 wuchs die Hotelgruppe auf über 250 Hotels in zwölf europäischen Ländern mit 6.500 Mitarbeitern an.

Allein 140 Häuser befinden sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Darunter gehören Einzelhotels wie das Grand Hotel Belvedere Davos oder das Hotel Seepark Thun, aber auch Hotels bekannter Ketten wie der InterContinental Hotel Group (IHG) und Accor.

Accor ist nach Bekanntwerden der Insolvenz auch direkt tätig geworden und hat laut einem Bericht von Hotelvor9 zunächst alle Mövenpick-, Mercure- und Pullman-Hotels aus den Reservierungssystemen genommen.

Franchise-Hotelmarken der Revo Hospitality Group

Accor Group:

  • Mercure Hotels
  • Novotel
  • ibis Styles (und ggf. weitere Ibis-Marken)
  • Pullman Hotels & Resorts
  • Aparthotel Adagio (Access / Original)

Wyndham Hotels & Resorts:

  • Vienna House by Wyndham (nach Übernahme Teil des Portfolios)
  • Amedia Hotels & Suites, Trademark Collection by Wyndham
  • Centro Hotels, Trademark Collection by Wyndham

IHG Hotels & Resorts:

  • Holiday Inn
  • Holiday Inn Express

Hilton Worldwide:

  • Hilton Garden Inn (u. a.)

Hyatt:

  • Hyatt House (u. a.)

Dorint Hotels & Resorts:

  • Dorint Hotels & Resorts

Die Liste der deutschen Hotels, die von Revo betrieben werden, ist prominent. So gehören auch zwei Münchner Holiday-Inn-Hotels und das Pullman Schweizer Hof in Berlin zum Portfolio. Auch das Vienna House Easy Castrop-Rauxel gehört zum Portfolio. Alle Hotels der Revo Hospitality Group findet Ihr hier.

Wie geht es für Revo weiter?

Für die Restrukturierung wurden die Rechtsanwälte Gordon Geiser und Dr. Benedikt de Bruyn von der Kanzlei GT Restructuring in Berlin beauftragt. „Die Eigenverwaltung ermöglicht eine schnelle Stabilisierung und eine geordnete Überleitung auf einen Investor, ohne die zahlreichen Hotelbetriebe wesentlich einzuschränken. Mit Einleitung des Insolvenzverfahrens dürfte sich auch das bis heute spürbare Interesse von Investoren noch erhöhen. Deshalb sind wir zuversichtlich, die wirtschaftlichen Probleme der betroffenen Gesellschaften der Revo Gruppe bis zum Sommer zügig zu lösen“, zitiert das Portal hotelinside.ch Anwalt de Bruyn.

Für die Monate Januar bis März wurde kurzfristig die Vorfinanzierung der Gehälter bei der Agentur für Arbeit beantragt. Durch den Umbau der Managementstrukturen soll Revo fit für internationale Investoren gemacht werden und eine langfristige Überlebenschance erhalten.

Revo Hospitality Group insolvent | Frankfurtflyer Kommentar

Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr schon einmal in einem Hotel übernachtet habt, das zur Revo Hospitality Group gehört, ist hoch. Vermutlich werdet Ihr auch in Zukunft noch in einem der zahlreichen Hotels der Gruppe übernachten können. Die meisten Hotels werden sicher weiterbetrieben, wenn auch eine Insolvenz immer Herausforderungen mit sich bringt. Denn Lieferanten werden skeptischer und bestehen teils auf Vorkasse. Auch Mitarbeiter tendieren in unsicheren Situationen häufig dazu, sich einen sichereren Arbeitgeber zu suchen. Damit potenzieren sich die Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund ist es extrem wichtig, dass die Insolvenzverwalter schnell Erfolge vorweisen und erste Investoren präsentieren können.

Seid Ihr schon einmal in einem Hotel der Revo Group abgestiegen? Wie war Euer Eindruck? Kommentiert gerne unter diesem Beitrag.

Quelle: hotelinsid.ch und Tagesschau

7 Kommentare

  1. das freut mich mich ungemein 👍👍👍

    wieder mal einer konkurs der nur verwaltet und nichts produziert und auch nichts leistet außer kosten zu maximieren.ich gehe aber davon aus, daß die, die das ganze so fehlerhaft leiteten ihre schäfchen sowieso im trocknen haben, eventuell sogar sich sogar schon ins ausland abgesetzt haben. und den kleinen beißen wieder mal die hunde.

    • Sehr merkwürdig, was alles ungemein Freude bereiten kann.
      Und wie einfach sich die Welt doch machen lässt! Hotels zu betreiben, scheint auch keine Dienstleistung zu sein und nicht im Bruttoinlandsprodukt aufzutauchen, weil nichts produziert und nichts geleistet wird.
      Wieder etwas gelernt.

  2. Leider müsste man sich näher im Detail mit den Strukturen einer Hotel-Holding beschäftigen um zu verstehen, was hier genau passiert ist.

    Sicherlich ist das kein Industrie oder Handwerkerbetrieb, dem in ALLEN 225 Hotels die Aufträge weggebrochen sind.

    Da wurde entweder in falscher Erwartung gewirtschaftet (Auslastung überschätzt, Wettbewerb falsch eingeschätzt oder gar saisonale peaks vergessen ein zuplanen (Messe, Wiesn, Sommer/Winter o.ä.) oder lief halt doch was, was man jetzt nicht unbedingt in der Presse lesen will.

    Bein den aufgerufenen Raten in DACH (seit covid arrogant verdreifacht), sollte bei ordentlicher Auslastung schon was abspringen.
    Allerdings habe ich gerade bei den US-Marken den Eindruck, dass die ihre USA-Erwartungen („MAGA“?) auf die EU übertragen und dann halt Raten unter der Woche von 250-300€/Nacht plus axcillary service ebenso angepasst (Parken 45€, Frühstücksbuffet 35€, Pool 20€ etc.) haben. Die wenigsten Geschäftsreisenden haben dieses Budget und reisen eben nicht mehr so – da geht man dann halt in Alternativen bis zum Privatzimmer….

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