Die USA sind für Lufthansa der mit Abstand wichtigste Langstreckenmarkt. Die meisten Ziele in den Vereinigten Staaten werden täglich mit den deutschen Drehkreuzen Frankfurt und München verbunden. Einige der stark gebuchten Strecken werden sogar mehrmals am Tag angeboten. Doch die Konkurrenz ist groß und die neuen Direktverbindungen in Nischenmärkte machen es dem Kranich nicht leichter. In der Folge bleiben auf einigen Routen viele Sitze leer.
✈️ Schwache Auslastung: Frankfurt–Minneapolis ist mit nur 56,1 Prozent das Schlusslicht.
🛫 Der Airbus A380 drückt auf einigen München-USA-Routen die Auslastung deutlich.
📈 Neuere Ziele wie St. Louis oder Raleigh/Durham entwickeln sich bislang solide.
Ein Blick auf erfolgreiche und nicht so gut laufende Flüge ist immer sehr spannend, wobei die Airlines die genauen Details lieber für sich behalten. Man muss aber auch immer bedenken, dass die Auslastung alleine nicht immer aussagekräftig ist. So gab es in der Vergangenheit mehrere Beispiele von stark gebuchten Flügen, die unterm Strich aber defizitär waren und sogar eingestellt werden mussten.
Fehlende Maschinen, die falsche Größe, steigende Kerosinpreise, hohe Abfertigungskosten, eine geringe Nachfrage nach Premiumsitzen oder zu niedriges Frachtaufkommen können ebenfalls zur Einstellung von bestimmten Strecken führen. Auf der anderen Seite können diese Parameter oder auch Subventionen dazu führen, dass die Flugzeuge nur halbvoll, aber trotzdem ertragreich sind.
Das Portal Simple Flying beschäftigt sich immer wieder mit solchen Daten und Trends, so wurden u.a. auch schon die stärksten USA-Routen der Lufthansa analysiert. Hier sieht man schnell, dass das transatlantische Geschäft für die Lufthansa Group enorm wichtig ist. Zwischen Februar 2025 und Januar 2026 beförderte die Airline rund 5,6 Millionen Passagiere zwischen Europa und den USA. Damit lag man zwar unter dem Niveau vor der Pandemie, aber dennoch über dem Marktschnitt.
Besonders schwache Lufthansa-USA-Strecken ab München
Die durchschnittliche Auslastung aller Lufthansa-USA-Flüge lag laut Cirium bei 83,6 Prozent. Damit schnitt Lufthansa leicht besser ab als der Durchschnitt aller Anbieter zwischen Europa und den USA. Konkurrenten wie American Airlines, British Airways, Delta und Partner United lagen allerdings noch etwas höher.
Besonders problematisch war die Strecke zwischen Frankfurt und Minneapolis. Dort wurden bis April 2025 durchschnittlich nur 56,1 Prozent der Sitze verkauft. Die Route wurde im Mai 2025 von Discover Airlines übernommen. Inzwischen werden nur noch drei Flüge pro Woche in der Sommersaison angeboten, seitdem ist die Auslastung laut Verkehrsministerium bei knapp 78 Prozent.

Airbus A380 drückt die Auslastung
Auffällig ist außerdem, dass viele der schwächsten USA-Verbindungen ab München starten. Besonders niedrige Werte erzielten Boston, Seattle, San Francisco und Washington.
Ein Grund dafür dürfte der verstärkte Einsatz des Airbus A380 sein. Die Münchner Langstrecken verfügen dadurch über deutlich mehr Sitzplätze pro Flug. Gerade auf Strecken wie Washington oder Denver drückte der Superjumbo die Auslastung sichtbar nach unten. Lufthansa hat bereits Anpassungen vorgenommen, der Airbus A380 fliegt teilweise im Wechsel mit dem kleineren A350.
Interessant ist allerdings auch, dass neuere Strecken teilweise überraschend stabil laufen. Raleigh/Durham, San Diego oder St. Louis lagen allesamt oberhalb der Marke von 82 Prozent. Besonders St. Louis entwickelte sich bislang solide, obwohl Lufthansa dort künftig mit zusätzlicher Konkurrenz durch British Airways rechnen muss. Gleichzeitig will man die Frequenzen auf der Strecke sogar erhöhen. Hier die Übersicht laut Simple Flying, wobei der Betrachtungszeitraum etwas variiert und Minneapolis vor einem Jahr von Discover übernommen wurde:
| Rang | Strecke | Auslastung | Passagiere |
|---|---|---|---|
| 1 | Frankfurt (FRA) – Minneapolis (MSP) | 56,1% | 13.517 |
| 2 | München (MUC) – Boston (BOS) | 74,0% | 220.498 |
| 3 | München (MUC) – Seattle (SEA) | 75,6% | 71.324 |
| 4 | München (MUC) – San Francisco (SFO) | 76,3% | 174.580 |
| 5 | München (MUC) – Washington Dulles (IAD) | 76,8% | 189.984 |
| 6 | München (MUC) – Denver (DEN) | 77,6% | 193.377 |
| 7 | Frankfurt (FRA) – Atlanta (ATL) | 78,9% | 142.426 |
| 8 | Frankfurt (FRA) – Boston (BOS) | 80,0% | 249.259 |
| 9 | München (MUC) – Los Angeles (LAX) | 80,5% | 277.420 |
| 10 | Frankfurt (FRA) – Seattle (SEA) | 82,4% | 142.929 |
Viele freie Sitze bei Lufthansa: Diese USA-Langstrecken sind überraschend leer | Frankfurtflyer Kommentar
Die USA sind und bleiben für Lufthansa ein wichtiger Markt, auch wenn bei der Auslastung teilweise noch etwas Luft nach oben bleibt. Gerade Verbindungen mit hoher Premium-Nachfrage oder Firmenkunden können auch schwächer ausgelastete Routen wirtschaftlich interessant machen.
Neue Herausforderungen entstehen durch die vielen zum Teil neuen Direktverbindungen amerikanischer Airlines nach Europa. Flughäfen wie Catania, Dubrovnik, Edinburgh, Mallorca, Neapel, Nizza oder Venedig (u.a.) werden inzwischen direkt bedient, wodurch Lufthansa einige umsteigende Fluggäste wegbrechen.
Wäre LH klug, würden sie die vielen Restplätze per Miles&More mit realistischen Steuern und Gebühren (bspw. 500-600 EUR für Business return) und am besten als Meilenschnäppchen anbieten. Ich bin mir sicher, dass die Auslastung damit deutlich nach oben ginge.
Zu den aktuellen Konditionen und für die meist uralte Business bucht das doch niemand freiwillig… Habe kürzlich bei M&M nach USA-Flügen geschaut, da würden mir Steuern und (Phantasie-)Gebühren von fast 1.500 EUR (return) angezeigt!!!
Aber auch hier ist es wie bei der verkorksten Allegris mit ihrer absurden Aufpreispolitik: Man kann natürlich versuchen die Zitrone immer noch weiter auszupressen, nur irgendwann merkt auch die letzte Zitrone das man um LHG lieber einen grossen Bogen macht.
Ob unbedingt die Business hier das Problem ist wage ich zu bezweifeln.
Rein anekdotische Evidenz, aber ich bin vor anderthalb Wochen mit SAS nach San Francisco geflogen. Die Business war bis auf den letzten Platz ausgebucht (obwohl ich eines meiner ursprünglich zwei gebuchten Prämientickets erst gute 10 Tage vorher storniert hatte), bei meinem kleinen Spaziergang durch den gesamten A350, fiel mir dann auf das in der Economy auffallend viele Gäste als „poor mans business class“ reisen konnten, sprich sie hatten eine Dreierreihe für sich alleine. Über den Daumen gepeilt dürften das grob zehn Gäste gewesen sein, dazu einige Pärchen mehr die es sich zu zweit in einer Dreierreihe alleine bequem machen konnten.
Vor Ort fühlt es sich ebenfalls weniger überlaufen an als bei meinen letzten USA Reisen (seit 2014 zehn Stück), sodass ich schon glaube das das Absatzproblem hier kein exklusives Problem der Lufthansa zu sein scheint.
Einfach den A380 wieder nach Frankfurt schicken und schon ist er voll. Der A380 braucht einen zentralen Hub-Flughafen wie Frankfurt, wo alle aus der Provinz hinfliegen und ihn mit Gästen füttern, in einem besseren Regionalflughafen wie München bekommt man ihn nicht voll. Sorry München, aber ihr seid von Frankfurt immer noch Lichtjahre entfernt.
Auch durch Wiederholung wird es nicht richtiger. 🙂
Ab Anfang Juli kann ich aus der norddeutschen Provinz nicht mehr nach Frankfurt fliegen. Und nun?
Frankfurt macht 1/3 mehr Passagiere (also keine Lichtjahre) und seit vielen Jahren wächst München viel viel stärker. Zudem kenne ich niemand der dem alten verbauten Flughafen FFM was positives abgewinnen kann.
Danke. Nichts hinzuzufügen.
Und ich kenne niemanden der MuC etwas abgewinnen kann
Naja, „überraschend“? Wer will denn momentan in die USA reisen; bei Zuständen wie im Muster-Land der Meinungsfreiheit und staatlichen Repressalien – Russland (Ironie: Donnie Dumb’s best buddy als großes Vorbild) – das Geld ist in Kanada oder Europa besser investiert. War 6x da in den letzten 30 Jahren, aber mit diesen korrupten Mafia-Gang an der Macht hab ich keine Lust mehr.
Wundert mich jetzt nicht wirklich bzw. war schon auch absehbar. Trump, Kriege, steigende Lebenshaltungskosten …alles führt zu Unsicherheit und das wirkt sich dann sofort auf die Buchungsbereitschaft von Passagieren aus.
Eine Frage, weil mich letztens ein Freund darauf angesprochen hat. Er fliegt Ende Mai in die USA in der Business. Es ist ein A350 mit Allegris-Kabine. Bei der Sitzplatzauswahl konnte er dann die Business Class-Kabine sehen und Plätze auswählen. Aber ihm wurde auch die First Class angezeigt, wo er gegen ein Entgelt von 900 Euro einen Sitz reservieren konnte. Hat jemand sowas schonmal gesehen/gehört? Bekommt man dann auch den Service der First oder wird die First gar nicht angeboten, aber die Sitze „verkauft“? Fand ich irgendwie seltsam aber auch cool, vor allem wenn man sich mal überlegt wie viel man für die First zahlen müsste, bekommt man das Produkt gegen einen „geringen“ Aufpreis.
bist du sicher, dass es die First war und nicht die Business Suite, deren Aufpreis man mal eben stillschweigend erhöht hat? Würde mich bei all den Preissteigerungen der letzten Zeit nicht wundern.
Das ist tatsächlich die First. Ich habe vorhin nochmal gemeinsam mit meinem Kumpel geschaut. Da steht ‚First Class Seat‘ und dann 900€. Die Business Suite wird auch angezeigt für die bekannten 600€. Ist der Flug am 28.05. von MUC nach SEA.
Ja, da kriegst du den vollen Service. Und bei Buchung vor Check-in und auch Punkte, Lounge, etc. Würde bei dem Angebot wirklich überlegen das zu machen. Sowas kommt immer mal. Hatte ich auch schon.
Bevor mein Senatorstatus im nächsten Jahr ausläuft und das ESTA dies Ende Juni ’27 ebenfalls tut, fliege ich Mitte Februar nochmals nach MIAMI.
Flüge bereits vor Monaten zu noch günstigem Preis ab MAD gebucht.
Besuche ja Florida und nicht Trump in Mar-a-Lago, obwohl er mich auf eine Runde Golf eingeladen hat (kleiner Scherz zum Schluss).
Mach ruhig eine Golfrunde mit Trump. Aber wichtig: Du musst ihn gewinnen lassen. Sonst darfst Du nach El Salvador weiterfliegen.
Insbesondere die überteuerten Preise in der Business Class vertreiben viele Stammkunden. Weiterhin ist die unschöne und überteuerte Alegris Einrichtung nicht gerade einladend
Ich war dieses Jahr bereits dreimal in den USA und werde demnächst erneut hinfliegen. Es ist richtig erholsam, ohne diese ganzen deutschen Motzer. Bleibt einfach daheim, ich hoffe, das DHS blockiert Euch lebenslang.
Steht das BNA für Bemerkenswert Narzisstische Argumentationsarmut ?
Bleib doch einfach dauerhaft da drüben, wenn dir die oberflächlichen MAGAs sympathischer sind – spart Geld, schont die Umwelt, und es gibt einen Motzer (welch‘ bemerkenswerte Ironie an deinem Kommentar!) weniger in diesem Land.
Und wieder ein deutscher, welcher den USA den Sieg im zweiten Weltkrieg nie verzeihen wird. Sehr traurig!
Was für ein Blödsinn, ich war immer ein großer USA Fan und habe die USA (selbst bei George W) immer gegen antiamerikanische Kommentare verteidigt, aber bei Trump gehen einem einfach die Argumente aus, wie soll man jemand verteidigen, der die Demokratie und die Menschenrechte abbaut und sich einfach nur jeden Tag asozial äußert und verhält? Meine amerikanischen Freunde in Florida sehen das übrigens ganz genau so, sie schämen sich einfach nur noch für ihren Präsidenten.
Was für ein grenzenloser Bullshit! Woher willst Du überhaupt wissen, ob ich Deutscher bin? (ja, das D bei „Deutscher“ schreibt man groß – so wie bei „Du Depp“). Viel Spaß bei der geistigen Elite, also unter Gleichgesinnten …
Es überrascht mich das das überrascht. Auf mich wirkten die Aussagen von LH schon immer wie das Pfeifen im Walde. Ich denke das Ende ist noch nicht erreicht. Sehr viele Freunde und Bekannte (und ich auch) finden Kanada als Alternative toll. Business Trips werden reihenweise gestrichen bzw. auf virtuelle Meetings umgestellt. Das wird noch weiter gehen…
Das Problem liegt auch dran das Die Luftfahrt auch Abhängigkeit vorn der Stärke der Wirtschaft des Landes ist und der zweite Konflikt in Deutschland sind überteuerten Luftfahrtgebühren in Deutschland wir sind in Weltweit auf Platz 2 und dazu kommen höhen Energie und Übertrieben Lohnkosten dazu , ( Deutschland muss endlich Lernen aus der Kosten spiralen raus so kommen ) zum Beispiel der Flughafen Zürich darf keine Gewinne machen nur die Nebenkosten Decken deswegen sinken in Zurich die Flughafen Gebühren ,
Ich fliege bevorzugt aus München, gerade wegen der für mich sehr guten Allegris Business und dem schnellen Vorankommen im Flughafen. Und unter der Woche das Senator Café.
Die Antwort steht doch schon im Text: „Doch die Konkurrenz ist groß“.
Wenn ich sowieso umsteigen muß, dann kann ich das auch in Paris, Amsterdam, Madrid oder Rom machen statt in Frankfurt oder München.
Es gibt immer noch genügend Interessen um die Sitzplätze zu belegen aber sobald man die Preise mit einem amerikanischen oder einem anderen Airline vergleicht, ist Lufthansa weitesgehend zu teuer. Beispiel Dallas Frankfurt Flüge werden von American Airlines um 600 € billiger angeboten wenn dies können warum kann der Kran ich das nicht? Frage ich mich.
Weil das Produkt besser ist. Ich muss immer wieder auch den Wettbewerb nutzen und lande, wenn ich wählen kann, doch oft bei LH.
Fliege im Herbst von Frankfurt nach Minneapolis. Habe mich gegen Discover entschieden, da ich für fast 300€ weniger mit Delta (mit Zwischenstopp) fliegen kann. Billig Airline geht anders.
It’s no surprise that there are plenty of seats available on flights to the US. Lufthansa is very expensive, and the service isn’t what you’d expect from an airline that considers itself premium. Since the introduction of the new points system and the associated promotions, and the elimination of mileage bonuses, all of this has become much less appealing. There are almost no attractive promotions left for flights to the US. Lufthansa should know better, tone down the hype, and make sure their customers are satisfied again. Shame on you Lufthansa
„Überraschend leer“?? USA unter den jetzigen Umständen fliegen, wenn man nicht muss?