Viele freie Sitze bei Lufthansa: Diese USA-Langstrecken sind überraschend leer

Lufthansa Boeing 747 in New York, Foto: Robert

Die USA sind für Lufthansa der mit Abstand wichtigste Langstreckenmarkt. Die meisten Ziele in den Vereinigten Staaten werden täglich mit den deutschen Drehkreuzen Frankfurt und München verbunden. Einige der stark gebuchten Strecken werden sogar mehrmals am Tag angeboten. Doch die Konkurrenz ist groß und die neuen Direktverbindungen in Nischenmärkte machen es dem Kranich nicht leichter. In der Folge bleiben auf einigen Routen viele Sitze leer.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Schwache Auslastung: Frankfurt–Minneapolis ist mit nur 56,1 Prozent das Schlusslicht.
🛫 Der Airbus A380 drückt auf einigen München-USA-Routen die Auslastung deutlich.
📈 Neuere Ziele wie St. Louis oder Raleigh/Durham entwickeln sich bislang solide.

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Ein Blick auf erfolgreiche und nicht so gut laufende Flüge ist immer sehr spannend, wobei die Airlines die genauen Details lieber für sich behalten. Man muss aber auch immer bedenken, dass die Auslastung alleine nicht immer aussagekräftig ist. So gab es in der Vergangenheit mehrere Beispiele von stark gebuchten Flügen, die unterm Strich aber defizitär waren und sogar eingestellt werden mussten.

Fehlende Maschinen, die falsche Größe, steigende Kerosinpreise, hohe Abfertigungskosten, eine geringe Nachfrage nach Premiumsitzen oder zu niedriges Frachtaufkommen können ebenfalls zur Einstellung von bestimmten Strecken führen. Auf der anderen Seite können diese Parameter oder auch Subventionen dazu führen, dass die Flugzeuge nur halbvoll, aber trotzdem ertragreich sind.

Das Portal Simple Flying beschäftigt sich immer wieder mit solchen Daten und Trends, so wurden u.a. auch schon die stärksten USA-Routen der Lufthansa analysiert. Hier sieht man schnell, dass das transatlantische Geschäft für die Lufthansa Group enorm wichtig ist. Zwischen Februar 2025 und Januar 2026 beförderte die Airline rund 5,6 Millionen Passagiere zwischen Europa und den USA. Damit lag man zwar unter dem Niveau vor der Pandemie, aber dennoch über dem Marktschnitt.

Besonders schwache Lufthansa-USA-Strecken ab München

Die durchschnittliche Auslastung aller Lufthansa-USA-Flüge lag laut Cirium bei 83,6 Prozent. Damit schnitt Lufthansa leicht besser ab als der Durchschnitt aller Anbieter zwischen Europa und den USA. Konkurrenten wie American Airlines, British Airways, Delta und Partner United lagen allerdings noch etwas höher.

Besonders problematisch war die Strecke zwischen Frankfurt und Minneapolis. Dort wurden bis April 2025 durchschnittlich nur 56,1 Prozent der Sitze verkauft. Die Route wurde im Mai 2025 von Discover Airlines übernommen. Inzwischen werden nur noch drei Flüge pro Woche in der Sommersaison angeboten, seitdem ist die Auslastung laut Verkehrsministerium bei knapp 78 Prozent.

Foto: Lufthansa A380-800 D-AIMH 100 Jahre Lufthansa Anniversary Livery

Airbus A380 drückt die Auslastung

Auffällig ist außerdem, dass viele der schwächsten USA-Verbindungen ab München starten. Besonders niedrige Werte erzielten Boston, Seattle, San Francisco und Washington.

Ein Grund dafür dürfte der verstärkte Einsatz des Airbus A380 sein. Die Münchner Langstrecken verfügen dadurch über deutlich mehr Sitzplätze pro Flug. Gerade auf Strecken wie Washington oder Denver drückte der Superjumbo die Auslastung sichtbar nach unten. Lufthansa hat bereits Anpassungen vorgenommen, der Airbus A380 fliegt teilweise im Wechsel mit dem kleineren A350.

Interessant ist allerdings auch, dass neuere Strecken teilweise überraschend stabil laufen. Raleigh/Durham, San Diego oder St. Louis lagen allesamt oberhalb der Marke von 82 Prozent. Besonders St. Louis entwickelte sich bislang solide, obwohl Lufthansa dort künftig mit zusätzlicher Konkurrenz durch British Airways rechnen muss. Gleichzeitig will man die Frequenzen auf der Strecke sogar erhöhen. Hier die Übersicht laut Simple Flying, wobei der Betrachtungszeitraum etwas variiert und Minneapolis vor einem Jahr von Discover übernommen wurde:

Rang Strecke Auslastung Passagiere
1 Frankfurt (FRA) – Minneapolis (MSP) 56,1% 13.517
2 München (MUC) – Boston (BOS) 74,0% 220.498
3 München (MUC) – Seattle (SEA) 75,6% 71.324
4 München (MUC) – San Francisco (SFO) 76,3% 174.580
5 München (MUC) – Washington Dulles (IAD) 76,8% 189.984
6 München (MUC) – Denver (DEN) 77,6% 193.377
7 Frankfurt (FRA) – Atlanta (ATL) 78,9% 142.426
8 Frankfurt (FRA) – Boston (BOS) 80,0% 249.259
9 München (MUC) – Los Angeles (LAX) 80,5% 277.420
10 Frankfurt (FRA) – Seattle (SEA) 82,4% 142.929

Viele freie Sitze bei Lufthansa: Diese USA-Langstrecken sind überraschend leer | Frankfurtflyer Kommentar

Die USA sind und bleiben für Lufthansa ein wichtiger Markt, auch wenn bei der Auslastung teilweise noch etwas Luft nach oben bleibt. Gerade Verbindungen mit hoher Premium-Nachfrage oder Firmenkunden können auch schwächer ausgelastete Routen wirtschaftlich interessant machen.

Neue Herausforderungen entstehen durch die vielen zum Teil neuen Direktverbindungen amerikanischer Airlines nach Europa. Flughäfen wie Catania, Dubrovnik, Edinburgh, Mallorca, Neapel, Nizza oder Venedig (u.a.) werden inzwischen direkt bedient, wodurch Lufthansa einige umsteigende Fluggäste wegbrechen.

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