Die Flotte von Lufthansa befindet sich mitten in einem großen Umbruch. Eigentlich wollte man sich schon längst von einigen älteren Flugzeugtypen verabschiedet haben, doch insbesondere die Verzögerungen bei Boeing haben die Pläne mehrfach durcheinandergebracht. Inzwischen kommt aber Bewegung in die Sache: Neue Dreamliner werden regelmäßig ausgeliefert, der erste Airbus A350-1000 steht kurz vor der Übergabe und noch in diesem Jahr verschwindet der Airbus A340-600. Gleichzeitig hat Lufthansa noch rund 50 neue Flugzeuge fest im Zulauf. Weitere Bestellungen wurden von der Lufthansa Group getätigt und noch keiner bestimmten Konzernairline zugeordnet.
✈️ 50 neue Jets: Lufthansa hat noch A321neo, A350-1000, Boeing 787-9 und 777-9 Bestellungen offen
🆕 Neue Muster: Der erste A350-1000 soll noch 2026 kommen, auf die Boeing 777-9 wartet Lufthansa bis mindestens 2027.
🔄 Alte Flotten gehen: A340-600, A340-300 und Boeing 747-400 werden in den kommenden Jahren schrittweise aussortiert.
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Lufthansa Airlines bekommt rund 50 neue Flugzeuge
Lufthansa hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Großbestellungen bei Airbus und Boeing aufgegeben. Dabei muss man allerdings genauer hinschauen. Ein Teil der Flugzeuge wird von der Lufthansa Group bestellt und erst später einer bestimmten Konzernairline zugeteilt. Andere Maschinen sind bereits konkret für die Lufthansa Mainline vorgesehen. Hier stehen derzeit diese Flugzeuge in den Auftragsbüchern:
- 6 Airbus A321neo
- 10 Airbus A350-1000
- 15 Boeing 787-9
- 20 Boeing 777-9
Gerade auf der Langstrecke wird sich die Flotte damit in den kommenden Jahren deutlich verändern. A350 und Dreamliner übernehmen immer mehr Aufgaben von älteren Mustern, gleichzeitig soll mit der Boeing 777-9 ein weiteres neues Großraumflugzeug hinzukommen.

Dreamliner-Teilfotte wächst endlich
Noch im letzten Jahr sah die Situation bei der Boeing 787 noch ziemlich anders aus. Lufthansa wartete damals auf zahlreiche bereits fertiggestellte Dreamliner, die wegen Problemen bei der Zertifizierung der neuen Allegris-Sitze nicht ausgeliefert werden konnten.
Inzwischen hat sich dieser Knoten gelöst und die neuen Boeing 787-9 kommen regelmäßig nach Frankfurt. Von den konkret für Lufthansa vorgesehenen Flugzeugen stehen derzeit noch 15 Maschinen in den Auftragsbüchern. Einige davon sind bereits gebaut oder befinden sich in Vorbereitung auf die Auslieferung. Gleichzeitig werden die drei älteren „Sprinter“-Dreamliner mit der Übergangskabine Lufthansa wieder verlassen und zu Austrian Airlines wechseln.
Die Boeing 787-9 wird damit in Frankfurt immer wichtiger. Gleichzeitig kann Lufthansa mit den neuen Flugzeugen ältere und weniger effiziente Langstreckenjets ersetzen.
Der Airbus A350-1000 steht vor der Tür
Auch beim Airbus A350 gibt es eine wichtige Neuerung. Lufthansa betreibt bereits den A350-900, bald kommt aber auch die deutlich längere Variante A350-1000 hinzu. Zehn der noch ausstehenden A350-1000 sind bereits konkret Lufthansa zugeordnet. Der erste Jet mit der Kennung D-AIFA soll noch im November 2026 kommen, dieser trägt die Jubiläumslackierung zum 100. Geburtstag und wird auf den Namen „Deutschland“ getauft.
Die neue Teilflotte wird in München stationiert und erhält die Allegris-Kabine inklusive First Class. Der A350-1000 bietet dabei mehr Kapazität als der A350-900 und rückt damit auch etwas näher an die großen Langstreckenjets wie den Airbus A380 und die Boeing 747-8 heran.

Auf die Boeing 777-9 muss Lufthansa weiter warten
Wesentlich mehr Geduld benötigt Lufthansa bei der Boeing 777-9. Der Kranich gehörte bereits 2013 zu den ersten Kunden des neuen Großraumjets, die ersten Maschinen sollten eigentlich schon seit Jahren unterwegs sein. Daraus wurde bekanntlich nichts. Die Auslieferung wurde mehrfach verschoben und inzwischen wird frühestens 2027 mit den ersten Flugzeugen gerechnet. Lufthansa hält dennoch an der Bestellung fest, insgesamt sind weiterhin 20 Exemplare für die Airline vorgesehen.
Einige Maschinen wurden bereits vor Jahren gebaut und waren zeitweise Teil des Testprogramms. Die lange Verzögerung bei der 777-9 ist auch einer der Gründe dafür, dass Lufthansa ältere Flugzeuge wesentlich länger betreiben musste als ursprünglich vorgesehen.
A340-600 geht, A340-300 und Boeing 747-400 folgen
Genau bei diesen älteren Flugzeugen beginnt sich nun etwas zu bewegen. Beim Airbus A340-600 ist das Ende inzwischen sehr nah. Die letzten vier Maschinen sollen Lufthansa noch in diesem Jahr verlassen.
Der kleinere Airbus A340-300 bleibt dagegen noch etwas länger. Einzelne Maschinen sollen bereits Ende 2026 verschwinden, ein größerer Teil der Flotte kann nach derzeitiger Planung aber noch bis 2028 eingesetzt werden. Die A340-300 dienen Lufthansa damit auch als Reserve, falls es bei der Boeing 777-9 zu weiteren Verzögerungen kommt.
Auch die Tage der Boeing 747-400 sind gezählt. Die verbliebenen Jumbo Jets sollen nach aktuellem Stand bis 2027 aus der Flotte verschwinden. Die deutlich jüngere Boeing 747-8 bleibt dagegen erhalten. Damit werden in relativ kurzer Zeit gleich mehrere ältere Teilflotten kleiner oder komplett verschwinden.

Auf der Kurzstrecke kommen weitere Flugzeuge
Auch auf der Kurz- und Mittelstrecke wird die Flotte weiter erneuert. Lufthansa betreibt dort weiterhin ältere Airbus A319, A320 und A321, von denen mehrere inzwischen deutlich über 20 Jahre alt sind. Die Zukunft gehört hier vor allem der NEO-Generation. Konkret sind für Lufthansa derzeit noch sechs weitere Airbus A321neo vorgesehen. Die neuen Maschinen ersetzen schrittweise ältere Flugzeuge der A320-Familie und bieten gleichzeitig eine höhere Effizienz.
Hinzu kommt die Boeing 737 MAX. Die Lufthansa Group hatte zunächst 40 Boeing 737 MAX 8 fest bestellt, die ab 2027 zu Eurowings gehen sollen. Im September 2026 wurden zusätzlich 20 Optionen in feste Bestellungen für die größere Boeing 737 MAX 10 umgewandelt. Welche Airline innerhalb des Konzerns diese Maschinen bekommt, ist noch offen.
Darüber hinaus gibt es weitere Bestellungen der Lufthansa Group, bei diesen ist allerdings noch nicht endgültig festgelegt, welche Konzernairline sie erhalten wird. Die 50 bestellten Maschinen sind daher nur eine Momentaufnahme, sie umfassen nur jene offenen Bestellungen, die bereits konkret Lufthansa zugeordnet sind.

Was kommt, was geht? Diese 51 neuen Flugzeuge hat Lufthansa derzeit bestellt | Frankfurtflyer Kommentar
Bei Lufthansa tut sich derzeit so viel in der Flotte wie schon lange nicht mehr. Vor eineinhalb Jahren haben wir noch über bereits fertiggestellte Dreamliner geschrieben, die einfach nicht ausgeliefert werden konnten. Inzwischen kommen die 787 regelmäßig nach Frankfurt, derzeit sind 18 Exemplare im aktiven Dienst. Mit dem Airbus A350-1000 steht schon das nächste neue Muster vor der Tür.
Dennoch läuft die Flottenerneuerung nicht nach Plan, die Boeing 777-9 lässt weiterhin auf sich warten. Genau diese Verzögerungen sind einer der Gründe dafür, warum alte Flugzeuge wie der Airbus A340 oder die Boeing 747-400 deutlich länger fliegen müssen als ursprünglich vorgesehen. Nun sieht es aber tatsächlich danach aus, dass sich der Generationswechsel beschleunigt. Beim A340-600 ist im kommenden Monat Schluss.
und die A220 für LHX, die dieses Jahr kommen, vergesst ihr total, schade
schlecht recherchiert
Danke für den Hinweis.
Es geht hier aber explizit um Bestellungen der Kernmarke und nicht um Cargo, City, Discover oder Dolomiti, die ebenfalls zur Airline gehören.
alles klar, … aber Eurowings wird erwähnt während LHX wird für Kernmarke viele Anschlüsse fliegen, wobei viele gar nicht wissen, dass es sich nicht um Lufthansa Kernmarke handelt … daher für viele LH Kunden spannend … und somit erwähnenswert
Wenn wir die Betrachtung auf die gesamte Lufthansa Group ausweiten, müssten wir konsequenterweise auch Austrian, SWISS usw. berücksichtigen. Dann würde daraus ein völlig anderer Beitrag. Hier geht es ganz bewusst nur um die vier Flugzeugtypen, die derzeit konkret für die Lufthansa Mainline bestellt sind.
Eurowings wird lediglich erwähnt, um die Zuordnung der bereits bestellten 737 MAX einzuordnen. Die Zuteilung der MAX 10 ist hingegen noch offen. Theoretisch könnten diese auch zur Mainline gehen, das halte ich allerdings für eher unwahrscheinlich.
Eigentlich Schade, das A346 und die 744 gehen müssen, vierstrahlige haben mehr Charakter. Aber für die 777-9 sehe noch nicht ein Licht am Ende des Tunnels der Verzögerungen, ich glaube LH muss wohl bis 2028 oder gar 2029 warten muss bis die ersten Flieger in Deutschland ankommen.