Die Lufthansa-Gruppe ist für AirBaltic der wichtigste Wet-Leasing-Partner überhaupt und das Wet-Leasing-Geschäft ein sehr bedeutendes Geschäftsfeld für die Airline aus Riga. Allein diesen Sommer fliegen über 20 Flugzeuge von Air Baltic für Lufthansa selbst, aber auch im Auftrag von SWISS, Brussels Airlines, Austrian Airlines und Discover Airlines. Für Lufthansa ist Air Baltic als Wet-Leasing-Anbieter so wichtig gewesen, dass man sich mit 10 % an Air Baltic beteiligt hat.
✈️ Weniger Wet Leasing: SWISS und Brussels Airlines wollen im Sommer 2027 weniger Flugzeuge anderer Airlines einsetzen.
🇱🇻 Air Baltic unter Druck: Die lettische Airline benötigt Berichten zufolge 100 bis 150 Millionen Euro an frischer Finanzierung.
⚠️ Wichtigster Kunde: Ein deutlicher Rückgang der Lufthansa-Aufträge könnte die finanziellen Probleme von Air Baltic weiter verschärfen.
Die finanzielle Situation von Air Baltic ist allerdings aktuell alles andere als rosig. Es gibt Berichte, dass Air Baltic einen dringenden Finanzierungsbedarf in Höhe von etwa 100 bis 150 Millionen Euro hat, was aufgrund der schwachen wirtschaftlichen Situation von Air Baltic in etwa dem Wert der Airline entspricht. In manchen Medien wird auch bereits über ein baltisches Grounding bzw. eine Insolvenz von Air Baltic spekuliert.
Für Air Baltic kommt nun eine Ankündigung, ausgerechnet von Lufthansa, zur Unzeit. Mindestens Brussels Airlines genauso wie SWISS wollen im kommenden Jahr den Einsatz von Wet-Leasing, insbesondere von Air Baltic, deutlich reduzieren, und dies könnte für Air Baltic nun existenzbedrohend sein.
Brussels Airlines setzt diesen Sommer vier Airbus A220-300 von Air Baltic ein, und man will im kommenden Sommer komplett auf diese Flugzeuge verzichten. Dies war ein Teil der Ankündigung, dass man das Wachstum in Brüssel deutlich verlangsamen will und Brussels Airlines nicht wie geplant zwei weitere Airbus A330 gibt.
Aber auch bei SWISS sollen im kommenden Sommer deutlich weniger Wet-Lease-Flugzeuge zum Einsatz kommen. Man spricht davon, dass von aktuell 27 Flugzeugen, die von anderen Airlines für SWISS im Sommer 2026 fliegen, etwa noch 20 Flugzeuge im kommenden Sommer eingesetzt werden. Grundsätzlich lässt man bei SWISS noch offen, ob die Reduzierung von etwa 7 Flugzeugen vorrangig auf Air Baltic entfallen oder aber auch auf Helvetic Airways, welche mit bis zu 15 Embraer E190 und E195 für SWISS fliegen.
Weniger Wet-Leasing | Verpasst Lufthansa Air Baltic nun den Todesstoß? | Frankfurtflyer Kommentar
Die Situation von Air Baltic ist alles andere als rosig. Sollten große Teile des Wet-Leasing-Bedarfs von Lufthansa als mit Abstand wichtigstem Kunden von Air Baltic wegfallen, wird man unzweifelhaft in noch größere Bedrängnis geraten. Dabei sah man noch bis vor einiger Zeit AirBaltic als sehr wichtigen strategischen Partner auch bei Lufthansa an, weshalb man in die Airline investiert hat.
Allerdings haben sich inzwischen die Zukunftsaussichten ein wenig verschoben, und es sieht so aus, als sei man bei der Lufthansa-Gruppe der Meinung, dass man im nächsten Sommer nicht in dem Umfang zusätzliche Kapazitäten benötigt, wie man es einmal geplant hatte. Hier ist es natürlich verständlich, dass als Erstes die Wet-Lease-Vereinbarungen fallen gelassen werden und man vorrangig mit eigenen Maschinen fliegt.
Egal wie, Air Baltic stehen sehr turbulente Zeiten bevor. Allerdings könnte die Nachricht, dass Lufthansa in großen Teilen als Kunde wegfällt, nun wirklich zum ernsthaften Problem für Air Baltic werden.
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