Wer bei dem Bonusprogramm der Deutschen Bahn teilnimmt, hat am Dienstag eine interessante E-Mail erhalten. In dem Schreiben spricht das Unternehmen von „spannenden Neuigkeiten“. Ab dem 1. August gelten bei BahnBonus neue Bedingungen für die Freifahrten. Die wohl beliebtesten Prämien des Programms sollen demnach dauerhaft günstiger werden. In der Realität stellt man jedoch auf flexible Punktepreise um – die Freifahrten werden damit unterm Strich für viele Kunden deutlich teurer.
🚆 BahnBonus führt ab August dynamische Punktepreise für Freifahrten ein.
📈 Flex-Prämien und stark nachgefragte Verbindungen dürften deutlich teurer werden.
✈️ Das neue Modell ähnelt den dynamischen Meilenpreisen vieler Vielfliegerprogramme.
Die Deutsche Bahn baut ihr Treueprogramm BahnBonus um. In der Kundenkommunikation fallen Sätze wie „Freifahrten dauerhaft schon ab 750 BahnBonus Prämienpunkten“ oder „Früh buchen zahlt sich aus“ und „So steigen deine Chancen, Punkte zu sparen“. Hintergrund ist, dass die benötigten Punkte künftig wie bei den Sparpreisen variieren. Der Punktepreis für Freifahrten orientiert sich also nach Nachfrage, Verbindung und Buchungszeitpunkt – ähnlich wie man es bereits von zahlreichen Vielfliegerprogrammen kennt. Während die günstigsten Prämien tatsächlich weniger Punkte kosten können, werden vor allem die beliebten flexiblen Freifahrten deutlich teurer.
Bislang war das BahnBonus-Programm relativ einfach aufgebaut. Für eine einfache Freifahrt mit Zugbindung wurden 1.000 Punkte in der 2. Klasse beziehungsweise 1.500 Punkte in der 1. Klasse fällig. Ab August sinken diese Einstiegspreise zwar auf 750 beziehungsweise 1.250 Punkte. Einen festen Preis gibt es allerdings nicht mehr. Die Deutsche Bahn erklärt, dass künftig mehrere Faktoren über den Punktebedarf entscheiden:
- gewählte Verbindung
- Buchungszeitpunkt
- aktuelle Nachfrage
- Auslastung des Zuges
Damit übernimmt die Bahn erstmals ein dynamisches Prämiensystem, wie es manche Fluggesellschaften bzw. Vielfliegerprogramme seit Jahren einsetzen. Wer früh bucht und wenig nachgefragte Verbindungen auswählt, kann Punkte sparen. Wer dagegen spontan oder zu beliebten Reisezeiten fahren möchte, muss deutlich mehr Punkte investieren. Eine Obergrenze für die dynamischen Punktepreise nennt die Bahn bislang nicht.
Ein bekanntes Prinzip aus der Welt der Vielfliegerprogramme
Der Fahgastverband PRO BAHN übt kritik, da besonders die treuen Kundinnen und Kunden auf der Strecke bleiben. Die größte Änderung betrifft die Flex-Prämien. Wer viel fährt und/oder geschäftlich unterwegs ist, weiß die flexiblen Freifahrten zu schätzen, weil sie ohne Zugbindung genutzt werden können. Wer seine BahnBonus-Punkte bislang gezielt für spontane oder teure Fahrten eingesetzt hat, erhält künftig einen deutlich geringeren Gegenwert.
Vielfliegende kennen dieses Modell bereits seit Jahren. Programme wie Miles & More, Flying Blue oder British Airways Executive Club haben ihre festen Awardtabellen teilweise oder vollständig durch dynamische Preise ersetzt. Die benötigte Zahl an Meilen hängt dort ebenfalls von Nachfrage, Reisezeit und Ticketpreis ab.
Die Deutsche Bahn geht nun denselben Weg. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass Airlines ihre Programme hin und wieder durch Promotions und den vielen Transferpartner attraktiver machen. Bei BahnBonus solche Ausgleichsmöglichkeiten nur im begrenzten Umfang.
Wie bei Lufthansa: Deutsche Bahn verkauft teurere Freifahrten als Verbesserung | Frankfurtflyer Kommentar
Am Anfang war BahnBonus noch ein relativ einfach gestricktes und übersichtliches Programm mit viel Potenzial. Für 1.000 Punkte gab es eine Freifahrt, die als Papierticket per Post nach Hause geschickt wurde. Fahrgäste konnten das Reisedatum selbst eintragen und an diesem Tag mit dem ICE quer durch die Republik fahren. Später ließ sich die Freifahrt online buchen, so musste man zumindest nicht mehr auf den Brief warten. Doch dann wurden die Verfügbarkeiten eingeschränkt, nun geht es auch noch an die Preise.
Damit macht die Deutsche Bahn nun in etwa das, was Lufthansa bereits mit der Umstellung bei Miles & More und anderen Änderungen vorgemacht hat: Eine Verschlechterung wird als Verbesserung verkauft. Kleine Vorteile werden so stark in den Vordergrund gestellt, dass die eigentlichen Nachteile in den Hintergrund geraten.
„Freifahrten schon ab 750 Punkten“ klingt zunächst nach einer Verbesserung des BahnBonus-Programms. Tatsächlich dürften aber nur wenige Kundinnen und Kunden davon profitieren. Diejenigen, die sehr früh buchen, kurze Strecken fahren oder bewusst wenig nachgefragte Verbindungen auswählen- das sind häufig Fahrten, die regulär ebenfalls schon für einen Appel und ein Ei zu haben sind.
Für viele Stammkunden dürfte sich der Gegenwert ihrer gesammelten Punkte alos verschlechtern. Gerade die Flex-Freifahrten gehören zu den attraktivsten Prämien des Programms und dürften künftig deutlich mehr Punkte kosten. Gleichzeitig sorgt die Dynamisierung dafür, dass der tatsächliche Gegenwert der BahnBonus-Punkte kaum noch kalkulierbar sein wird. Schade.
Bahnchefin Evelyn Palla, BILD, 25.04.2026:
„Vom 1. Mai an halten wir die Preise für ICE-Tickets ein Jahr lang stabil.“
Das war offenkundig eine Lüge.
Und die Intransparenz spricht für sich:
Was sind denn nun die Höchstwerte für die Freifahrt-Prämien mit BahnBonus-Punkten?
Davon abgesehen ist die kurze Frist ist eine Frechheit. Der Marketing-Sprech ist eine Frechheit.
Die Deutsche Bahn ist auf allen Ebenen eine einzige Frechheit!
Ich hoffe sehr, dass dieser Lebenszeit vernichtende, zutiefst verachtenswerte, hochgradig unsympathische und komplett dysfunktionale Sch…laden in dieser Angelegenheit verklagt wird.
Ob ein Richter versteht, was hier passiert und wie dann geurteilt werden:
Wir werden sehen.
Da bin ich voll bei Dir…. Das größte Katastrophen Unternehmen, dass es gibt. Und das einzige Waren Unternehmen weltweit, dass kein geregelten Zugbetrieb hinbekommt. Und das noch mit top hohen Preisen.
Zudem finde ich es ein komplettes Unding, dass Sitzplatzreservierung bei Ausfall eines Zuges nicht automatisch rückerstattet werden. Das ist Abzocke Das erinnert an die Lufthansa das ja auch nicht automatisch zurückerstattet. Air France kann das und tue das.
Ich hoffe, dass es durch den Markt Eintritt von Italo Für Kunden Billiger undBesser wird, Denn Italo ist in Italien wirklich top.
Betr.: DB / teure Freifahrten
Interessant, daß die DB zwar die Verwendung von gesammelten Bonuspunkten auslastungsabhängig macht, nicht jedoch die Generierung von Bonuspunkten. Denn wer im Speisewagen zur Hochzeit Bonuspunkte sammelt bekommt (nur) die gleiche Punktzahl gutgeschrieben wie in Zeiten niedriger Auslastung. Bahnlogik halt. Ähnlich wie bei Verspätungen. Was unter 5min bleibt zählt als pünktlich.
Wo sonst werden denn Bonuspunkte/Meilen/o.ä. denn nach der aktuellen Auslastung gesammelt? Entweder fester Wert basierend auf Strecke und Buchungsklasse oder (immer mehr) basierend auf dem Ticketpreis – so wie es bei der Bahn schon immer war. Und die Deine Erwartung für das dynamische Sammeln im BoBi: bin gespannt wie das gehen sollte…
Technisch problemlos machbar:
Die Punktevergabe koppeln an die vierstufige Auslastungsanzeige des Zuges (geringe, mittlere, hohe und außergewöhnlich hohe Auslastung). Eine Schnittstelle existiert.
Die Auslastung im Bordbistro dürfte halbwegs korrelieren mit der Auslastung des Zuges.
Eine solche dynamische Vergabe ist aber Unsinn:
Sprinte ich dann ins Bordbistro, wenn es besonders voll ist, um besonders viele Punkte einzufahren?
Wenn ich dafür entlohnt werden soll, dass die Bahn nervt, dann möchte ich BahnBonus-Punkte bekommen für ausgefallene Züge, für Verspätungen (10 Punkte pro Minute), für die ausgefallenen Klimaanlagen, die ausgefallenen WCs…
Die Bahn soll sich auf ihre Aufgaben konzentrieren.
Und Bahn.Bonus hätte, wenn denn eine Umstellung erfolgen soll, diese Umstellung mit einem vernünftigen Vorlauf ankündigen und zum nächsten Fahrplanwechsel umsetzen können.
Aber so tickt dieses Unternehmen auf keiner Ebene, denn das wäre kundenfreundlich gewesen.
Die Preise für die flexiblen „Freifahrten“ mit Prämienpunkten erhöhen sich deutlich.
Entweder hat die Bahnchefin gelogen, oder die linke Hand weiß bei der Bahn nicht, was die rechte Hand tut, oder beides trifft zu.
Eine Ankündigungsfrist mit etwa drei Wochen ist auf jeden Fall dreist.
Warum macht sich ein Unternehmen, das nichts auf die Reihe kriegt, in diesem Punkt auch noch eingreifbar?