Review: Austrian Airlines Business Class im Airbus A320 von Dubai nach Wien | Nicht schlecht für 350 Euro

Nach Jahren der Abwesenheit ist Austrian Airlines im Dezember 2025 wieder nach Dubai zurückgekehrt. Dabei fliegt man diese Langstrecke nun aber anders als noch vor einigen Jahren, als man mit einer Boeing 767-300ER ein regelmäßiger Gast in Dubai war, denn Austrian Airlines kommt nun mit einem Airbus A320neo nach Dubai – zumindest in den Wintermonaten.

Der Airbus A320neo mit seiner enormen Reichweite macht diese Flüge von Europa nach Dubai inzwischen möglich, auch wenn das Flugzeug alles andere als für einen sechs Stunden langen Flug ausgestattet ist.

Nachdem Eurowings allerdings recht große Erfolge mit den Flügen nach Dubai und nun auch nach Abu Dhabi sowie weiteren Zielen im Nahen Osten wie Amman oder Jeddah hatte (aktuell pausiert), hat sich nun auch Austrian Airlines an dieses Experiment getraut und fliegt mit einem Airbus A320 – und hier vor allem auch mit einer Europa-Kabine – nach Dubai.

Da man auf dem Airbus A320neo keine Langstreckenkabine anbieten kann, werden die Flüge nach Dubai von Austrian Airlines wie ein sehr langer Europa-Flug inklusive entsprechendem Service betrieben. Dies führt aber auch dazu, dass man hier keine Langstreckenpreise hat, sondern schon ab 700 Euro – also 350 Euro pro Richtung – ein Business-Class-Ticket buchen kann.

Ein großer Teil des Erfolgs ist hier vermutlich auch, dass die Flüge dennoch im Miles-&-More-Programm als Langstrecke gewertet werden, weshalb man in der Business Class die vollen Status-, Qualifying- und HON Circle Points erhält.

Dieser Umstand aus günstigem Preis und vielen Status Points macht wohl auch den Erfolg dieser Strecke für Austrian Airlines aus, die offensichtlich gut gebucht ist. Auch mich hat man mit diesem Paket überzeugt, und ich bin mit Austrian Airlines in der Business Class von Dubai nach Wien geflogen.

Um es dieser Bewertung vorwegzunehmen: Auch wenn die am Ende doch fast sieben Stunden im Airbus A320neo sicher auch in der Business Class keinen Preis für höchsten Komfort gewinnen, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut gut, auch wenn man einige Abstriche machen muss, deren man sich bewusst sein sollte.

Flugdaten
Flugnr.: OS90
Sitz: 1A (Fenster)
Reiseklasse: Business Class
Konfiguration: 24 Business Class

144 Economy Class

Buchungsart: Cash Ticket
Abflug (Tatsächlich): 06:05AM (06:37AM)
Ankunft (Tatsächlich): 09:25AM (10:42AM)
Reisezeit: 7:04 Stunden
Vielfliegerprogramm : Miles&More
Gesammelte Meilen: 3.908 Meilen (200 Points)
Flugzeug: Airbus A320neo
Registrierung: OE-LZR
Alter: 2,2 Jahre
Champagner: Schlumberger Sekt

Austrian Airlines Business Class Airbus A320neo von Dubai nach Wien | Buchung & Preis

Wie oben bereits erwähnt, verkauft Austrian Airlines die Business Class auf der Strecke zwischen Wien und Dubai ausgesprochen günstig. Bereits ab 700 Euro kann man den Hin- und Rückflug buchen, wobei dies wirkliche Einstiegspreise sind und ein Roundtrip hier auch über 2.000 Euro kosten kann.

Inzwischen kann man den Flug von Austrian Airlines nach Dubai nicht nur ab Wien direkt buchen, sondern auch ab anderen Flughäfen in Europa. Hier variieren die Preise jedoch enorm, und teilweise kostet der Austrian-Airlines-Flug genauso viel wie die Verbindungen über Zürich, Frankfurt und München, welche bei gleichem Preis absolut vorzuziehen sind.

Mein Ticket startete in diesem Fall ab Dubai nach München, und hier waren die Preise tatsächlich sehr angenehm niedrig und mit denen ab Wien vergleichbar. Würde man dagegen über Wien nach Frankfurt fliegen, sind die Flüge mit Austrian Airlines deutlich teurer. Die Preispolitik ist hier wirklich eigentümlich.

Gebucht wurde das Ganze aufgrund der Reiseroute als Multi-Segment-Buchung über die Lufthansa-Webseite: der Hinflug mit Austrian Airlines von Dubai über Wien nach München in der Business Class und der Rückflug mit Lufthansa und SWISS von Frankfurt über Genf und Zürich nach Dubai. Es sollten ja auch einige Statuspunkte dabei abfallen.

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Austrian Airlines Business Class Airbus A320neo von Dubai nach Wien | Check-In und am Flughafen

Beim Check-In für den Austrian-Airlines-Flug nach Wien wird auch eine große Schwäche des Fluges deutlich: die Flugzeiten. So landet der Flug um 3:40 Uhr in Dubai und startet wieder am Morgen um 6:00 Uhr Richtung Wien.

Was für Austrian Airlines sehr effizient ist, bedeutet für die Passagiere, dass man sowohl für Hin- als auch Rückflug jeweils eine zusätzliche Nacht im Hotel buchen muss, die man kaum nutzen kann. Außer natürlich, man ist extrem leidensfähig und schlägt sich die Nacht oder auch den Ankunftstag irgendwie um die Ohren, was sicherlich wenig Freude bereitet.

Austrian Airlines nutzt wie alle Airlines der Lufthansa-Gruppe das Terminal 1 in Dubai und hier auch die Check-In-Schalter, die später am Tag noch für den Lufthansa-Flug nach München und zuvor für den SWISS-Flug nach Zürich sowie den Lufthansa-Flug nach Frankfurt genutzt werden.

Der Check-In war absolut effizient und problemlos. Binnen weniger Minuten war ich vom Check-In bis in der Lufthansa Lounge in Dubai, welche extra wegen Austrian Airlines nun um 3 Uhr öffnet.

Die Lufthansa Lounge ist alles andere als spektakulär, und an diesem Morgen wurde die Trennung zwischen Business- und Senator-Lounge aufgehoben. Allerdings macht dies in Dubai kaum einen Unterschied im Angebot. Die Lounge war ausgesprochen leer, sodass man sehr angenehm und ruhig warten konnte.

Review: Lufthansa Senator Lounge Dubai

Das Boarding war auf 5:30 Uhr angesetzt und leider leicht verspätet. Etwa 20 Minuten vor dem geplanten Abflug wurden die Business-Class-Passagiere sowie HON Circle Member, Senatoren und Star-Gold-Passagiere zum Einsteigen aufgerufen, gefolgt von den Economy-Class-Passagieren.

Die übliche Unterteilung in fünf Gruppen wurde bei meinem Flug nicht genutzt. Auch Pre-Boardings wie Familien mit Kindern wurden gemeinsam mit der Business Class abgefertigt. Dennoch dauerte das Boarding nur etwa 15 Minuten. Das Flugzeug war an diesem Morgen bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Austrian Airlines Business Class Airbus A320neo von Dubai nach Wien | Kabine und Sitz

Die Kabine im Austrian Airlines Airbus A320neo unterscheidet sich auf den Flügen nach Dubai nicht von einem Flug zwischen Wien und München.

Die ersten sechs Reihen des Flugzeugs waren als Business Class ausgewiesen, wobei sich der Unterschied zur Economy Class lediglich durch einen freien Mittelsitz und einen Vorhang zur optischen Abgrenzung ergibt. Die Sitze sind somit so bequem oder unbequem, wie man es von Kurzstrecken in der Lufthansa-Gruppe kennt.

Ich habe meinen Sitzplatz in Reihe 1A gewählt. Hier kann niemand den Sitz vor einem zurückstellen, und man hat etwas mehr Freiraum. Auch ist die Beinfreiheit im A320neo in der ersten Reihe etwas großzügiger als im klassischen A320. Insgesamt saß ich daher recht bequem.

Erwähnenswert ist ein USB-Anschluss, der ausreicht, um Smartphone oder Tablet zu laden. Highspeed-Internet gibt es aktuell noch nicht, allerdings soll das Angebot von SpaceX (Starlink) künftig auch bei Austrian Airlines eingeführt werden.

Austrian Airlines Business Class Airbus A320neo von Dubai nach Wien | Amenity Kit und Extras

Eine kleine Differenzierung zum klassischen Kurzstreckenflug gab es dennoch: Auf jedem Sitz lagen bereits beim Boarding ein Kissen, eine Decke, ein Amenity Kit sowie ein Rätselbuch.

Kissen und Decken entsprachen dem bekannten Standard aus dem Airbus A320 – also eher auf Economy-Niveau, aber durchaus von ordentlicher Qualität.

Das Amenity Kit war eine exklusive Dubai-Version und nicht identisch mit den Langstrecken-Kits. Enthalten waren Socken, Augenmaske, Ohrenstöpsel und ein Tablet-Halter. Cremes oder eine Zahnbürste wären wünschenswert gewesen.

Austrian Airlines Business Class Airbus A320neo von Dubai nach Wien | Essen und Service

Die Crew war ausgesprochen gut gelaunt und trotz der frühen Abflugzeit sehr freundlich. Noch vor dem Start wurden Wasserflaschen verteilt, begleitet von etwas Small Talk.

Etwa zehn Minuten nach der planmäßigen Abflugzeit rollten wir vom Gate los. Aufgrund des geschlossenen Luftraums über dem Irak wurde eine längere Route geflogen. Mit rund 30 Minuten Verspätung starteten wir in den Sonnenaufgang.

Etwa 20 Minuten nach dem Start begann der Service. Zunächst wurden Getränke serviert – erfreulicherweise weiterhin auch Coke Zero in Dosen. Mich kann man manchmal auch einfach glücklich machen, aber damit hat man es schon geschafft in diesem Moment.

Eine Auswahl beim Frühstück gab es nicht. Serviert wurde eine Eierspeise auf einem Tablett inklusive Brotkorb und Joghurt. Austrian Airlines hebt sich beim Catering oft positiv ab, und auch hier war die Qualität überzeugend. Selbst das Egg Benedict war geschmacklich gelungen.

Während der Mahlzeit wurden Getränke regelmäßig nachgeschenkt, insbesondere Kaffee und Tee.

Nach etwa viereinhalb Stunden Flugzeit wachte ich nach einem Schläfchen wieder auf. Ohne Monitore oder Moving Map ist man auf einem solchen Flug jedoch etwas „blind“ unterwegs.

Rund 90 Minuten vor der Landung wurde ein Pre-Landing-Snack serviert – ein Wrap. Dieser konnte geschmacklich leider nicht überzeugen und blieb bei vielen Passagieren unangetastet.

Mit rund 90 Minuten Verspätung landeten wir schließlich in Wien. Trotz der Verzögerung erreichte ich meinen Anschluss problemlos.

Austrian Airlines Business Class Airbus A320neo von Dubai nach Wien | Frankfurtflyer Kommentar

You get what you paid for – das fasst diesen Flug recht treffend zusammen. Wer ein vollwertiges Langstrecken-Business-Class-Erlebnis erwartet, wird enttäuscht. Betrachtet man jedoch den Preis, der teilweise auf dem Niveau eines Emirates-Economy-Tickets liegt, wird das Angebot interessant.

Man erhält Loungezugang, solides Catering, viel Freigepäck und eine hohe Statusgutschrift. Der Sitz bleibt ein Kurzstreckensitz – das muss man akzeptieren.

Der eigentliche Kicker ist jedoch die Statusgutschrift: Regulär erhält man 200 Status-, Qualifying- und HON Circle Points für diesen Flug. Mit CO₂-Kompensation sind sogar 320 Status- und Qualifying Points sowie 240 HON Circle Points möglich.

Nach einem Hin- und Rückflug ist man damit fast schon Frequent Traveller bei Miles & More – und das kann ein starkes Argument sein.

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