Gebucht: Mit Egyptair für 775 Euro in der Business Class „trocken“ nach Johannesburg

Ich möchte den November gerne in Südafrika verbringen und bin mit dieser Idee sicher nicht allein. Unser Winter ist schließlich eine beliebte Reisezeit für Südafrika, dort beginnt langsam der Sommer, während es bei uns zunehmend ungemütlich wird. Entsprechend teuer können die Flüge sein, auch bei den Prämienflügen sieht die Verfügbarkeit nicht gerade rosig aus. Bei meiner Suche bin ich nun aber auf einen ziemlich günstigen Oneway-Flug gestoßen, der zwar einige Haken hat, mit dem ich aber auch gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. Mir ist bewusst, dass ich von Egyptair nicht zu viel erwarten darf, trotzdem freue ich mich, eine für mich ganz neue Airline kennenzulernen.

Für 775 Euro in der Business Class nach Südafrika

Egyptair stand bei der Suche zunächst nicht unbedingt ganz oben auf meiner Wunschliste. Bisher kenne ich nur die Lounges des Star-Alliance-Mitglieds aus Ägypten, diese haben alles andere als Begeisterung ausgelöst. Bei vielen Flugreviews liest man von altem und beschädigtem Interieur, eher durchschnittlichem Catering und Begegnungen mit unprofessionellem bzw. demotiviertem Personal.

Der Carrier hat aber auch ein paar Sonnenseiten. So gibt es auch auf Kurzstreckenflugzeugen eine Business-Class-Bestuhlung, man kann Meilen bei Programmen wie Miles & More sammeln und die Verfügbarkeit in Sachen Prämienflüge ist oft gut. Anfang November hätte es zwar auch einen Oneway-Flug von Frankfurt via Kairo nach Johannesburg gegeben, ich fand aber 107.500 Meilen plus 400 Euro Steuern & Gebühren erst mal etwas viel. Bei der weiteren Suche habe ich dann einen regulären Tarif ab Athen für exakt 774,97 Euro gefunden. Der Trip wurde in der Business-Class-Buchungsklasse Z eingebucht. Die Reise besteht aus zwei Flügen:

MS748: Athen – Kairo | Boeing 737-800

MS839: Kairo – Johannesburg | Airbus A330-300

In Kairo bleiben gerade einmal 1 Stunde und 15 Minuten zum Umsteigen. Normalerweise finde ich einen etwas längeren Aufenthalt am Drehkreuz gar nicht schlecht, wenn man dadurch noch eine interessante Lounge besuchen kann. Bei Egyptair hält sich meine Begeisterung diesbezüglich allerdings in Grenzen. Ich habe bereits mehrere Lounges der Fluggesellschaft in Kairo besucht und war davon nicht wirklich begeistert.

Entsprechend kommt mir die kurze Umsteigezeit diesmal sogar entgegen. Wenn alles planmäßig läuft, soll es nach der Ankunft in Kairo also ziemlich direkt weiter zum Nachtflug nach Johannesburg gehen. Die 2-2-2-Bestuhlung ist genauso wie bei Lufthansa aus der Zeit gefallen, bei Egyptair sind zudem die Betten auch nicht ganz flach. Es sollte aber bequem genug sein und zum Schlafen reichen.

Review: Egyptair Alioth Lounge Kairo | Da ist noch viel Luft nach oben!

Mit Egyptair bleibt es trocken

Eine Besonderheit von Egyptair darf bei diesem Trip ebenfalls nicht fehlen: Die Airline schenkt an Bord keinen Alkohol aus. Das gilt auch für die Business Class und den langen Flug von Kairo nach Johannesburg. Egyptair gehört damit zu einer überschaubaren Zahl von Fluggesellschaften, bei denen es an Bord trocken bleibt. Mit dem Thema haben wir uns bereits ausführlicher beschäftigt:

„Trocken“ fliegen | Diese Airlines schenken keinen Alkohol aus

Bei einem längeren Business-Class-Flug gehört ein Glas Wein zum Essen oder ein Drink vor dem Schlafen für viele Passagiere durchaus zum Erlebnis. Bei Egyptair muss man darauf verzichten.

6.876 Meilen für den Status

Ein weiterer Grund für die Buchung ist die Meilengutschrift. Ich benötige in diesem Jahr noch einige Statusmeilen bei Aegean Miles+Bonus. Da Egyptair zur Star Alliance gehört, kann ich die Flüge dort gutschreiben lassen. Für die beiden Segmente von Athen über Kairo nach Johannesburg erwarte ich insgesamt 6.876 Meilen bei Miles+Bonus. Damit bringt mich die Reise auch bei meinem Status ein gutes Stück weiter.

Das macht den bezahlten Tarif für mich noch attraktiver. Vor diesem Hintergrund finde ich die 774,97 Euro für das Business-Class-Ticket ziemlich gut. Statt über 100.000 Meilen einzulösen und zusätzlich mehrere hundert Euro zu bezahlen, spare ich die Meilen und sammle mit der Buchung gleichzeitig noch etwas für meinen Status.

Erst ein Wochenende in Athen

Ganz ohne Haken kommt der günstige Tarif allerdings nicht aus. Der Flug startet in Athen und nicht in Deutschland. Auch ab Frankfurt waren bei meiner Suche vergleichsweise günstige Egyptair-Tickets nach Johannesburg verfügbar, diese hätten allerdings deutlich über 1.000 Euro gekostet. Immer noch günstig, aber für die Differenz gönnen wir uns lieber noch zwei Tage in einem schönen Hotel auf dem Weg.

Wir haben daher beschlossen, aus dem notwendigen Positionierungsflug einen zusätzlichen kleinen Trip zu machen und vor der Reise nach Südafrika ein Wochenende in Athen zu verbringen. Die Anreise nach Griechenland ist noch nicht gebucht und deren Kosten muss man streng genommen zum Preis des Egyptair-Tickets addieren. Dafür bekommen wir aber auch noch einen kurzen Aufenthalt in Athen.

Vielleicht geht es ja auch ins neue Conrad The Ilisian in Athen?

Von Johannesburg bis Kapstadt

Johannesburg wird dabei nur der Ausgangspunkt für die eigentliche Südafrika-Reise sein. Wir wollen unter anderem den Krüger-Nationalpark besuchen, ein Stück der Garden Route fahren und auch einen Abstecher zu einem Weingut machen.

Am Ende soll es nach Kapstadt gehen, von dort wollen wir wieder zurückfliegen. Wie genau, steht derzeit allerdings noch nicht fest. Einen Rückflug habe ich bisher nicht gebucht und werde daher noch etwas nach einer interessanten Möglichkeit Ausschau halten. Nicht ganz easy im Dezember, aber wir werden sehen.

Gebucht: Mit Egyptair für 775 Euro in der Business Class „trocken“ nach Johannesburg | Frankfurtflyer Kommentar

Egyptair gehört definitiv nicht zu meinen bevorzugten Airlines, trotzdem bin ich offen und vor allem neugierig. Außerdem freue ich mich jetzt schon darauf, die Review zu schreiben.

Durch die bisherigen Reviews und vor allem den Preis von nur 775 Euro sind meine Erwartungen wirklich ziemlich niedrig. Ich bekomme schließlich den Transport auf einem gemütlichen Sitz plus die knapp 7.000 Statusmeilen bei Aegean Miles+Bonus, die ich für meinen Status gut gebrauchen kann. Der Abflug in Athen ist zwar etwas umständlicher, wird aber einfach mit einem Wochenende in der griechischen Hauptstadt verbunden.

Auf Champagner, Wein oder Gin Tonic an Bord muss ich diesmal verzichten. Dafür wartet am Ende Südafrika – und spätestens beim Besuch eines Weinguts sollte sich dieses Problem dann erledigt haben. 🙂

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