Auf Langstreckenflügen bekommt man bei den meisten Airlines auch als Economy-Class-Passagier ein Glas Wein oder Bier zur Mahlzeit. In den vorderen Klassen gehört Champagner häufig sogar zum festen Bestandteil des Bordprodukts. Je nach Fluggesellschaft und Strecke können alkoholische Getränke kostenlos oder kostenpflichtig sein – einige Airlines verzichten jedoch vollständig auf den Ausschank von Alkohol.
Passagiere dieser Fluggesellschaften müssen „trocken“ fliegen, denn an Bord gibt es ausschließlich Softdrinks, Säfte, Kaffee oder Tee. Meistens handelt es sich um Airlines aus muslimisch geprägten Ländern, in denen Alkohol strengen religiösen oder gesetzlichen Vorschriften unterliegt. Allerdings gibt es interessante Unterschiede: Bei einigen Fluggesellschaften darf Alkohol zwar mitgeführt, aber nicht konsumiert werden. Andere Airlines dulden unter bestimmten Voraussetzungen sogar mitgebrachten Alkohol.
🍷 Airlines wie Saudia, Egyptair, Kuwait Airways und Royal Brunei schenken grundsätzlich keinen Alkohol aus.
✈️ Mit Riyadh Air ist eine weitere große Fluggesellschaft hinzugekommen, die vollständig auf alkoholische Getränke verzichtet.
🌍 Andere Airlines sind nur auf bestimmten Strecken, etwa bei Inlandsflügen, „trocken“.
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Diese Airlines servieren keinen Alkohol
Eine vollständig abschließende Liste aller „Dry Airlines“ ist kaum möglich, da es insbesondere in Afrika, Asien und dem Nahen Osten zahlreiche kleinere Fluggesellschaften gibt. Zu den bekannteren Airlines, bei denen Passagiere grundsätzlich nicht mit einem alkoholischen Bordservice rechnen sollten, gehören diese:
| Airline | Bordservice mit Alkohol | Mitgebrachter Alkohol |
| Air Arabia | ❌ Nein | ❌ Konsum nicht erlaubt |
| Afriqiyah Airways | ❌ Nein | ❌ Konsum nicht erlaubt |
| Ariana Afghan Airlines | ❌ Nein | ❌ Konsum nicht erlaubt |
| Biman Bangladesh Airlines | ❌ Nein | ❌ Konsum nicht erlaubt |
| Egyptair | ❌ Nein | ⚠️ Konsum teilweise geduldet |
| Iran Air | ❌ Nein | ❌ Konsum nicht erlaubt |
| Iran Aseman Airlines | ❌ Nein | ❌ Konsum nicht erlaubt |
| Iraqi Airways | ❌ Nein | ❌ Konsum nicht erlaubt |
| Jazeera Airways | ❌ Nein | ❌ Konsum nicht erlaubt |
| Kuwait Airways | ❌ Nein | ⚠️ Konsum teilweise geduldet |
| Mahan Air | ❌ Nein | ❌ Konsum nicht erlaubt |
| Pakistan International Airlines (PIA) | ❌ Nein | ❌ Konsum nicht erlaubt |
| Riyadh Air | ❌ Nein | ❌ Konsum nicht erlaubt |
| Royal Brunei Airlines | ❌ Nein | ⚠️ Konsum teilweise geduldet |
| Saudia | ❌ Nein | ❌ Konsum nicht erlaubt |
| Turkmenistan Airlines | ❌ Nein | ❌ Konsum nicht erlaubt |
Hinweis: Insbesondere beim Mitführen und Konsum von eigenem Alkohol können neben den Regeln der Airline auch Einreise-, Zoll- und Sicherheitsbestimmungen gelten. Im Zweifel sollte man daher vor dem Flug bei der Airline nachfragen und mitgebrachten Alkohol nie ohne Zustimmung der Crew öffnen. In der Tabelle berufen wir uns auf Erfahrungsberichte, die sich teilweise unterscheiden.
Air Arabia verbietet auch den Konsum von eigenem Alkohol
Air Arabia ist ein Lowcoster aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und bedient ein großes Streckennetz im Nahen Osten, Nordafrika, Asien und Europa. Die Airline ist bei ihrer Alkoholregel ziemlich eindeutig: Alkoholische Getränke werden nicht angeboten und auch der Konsum von selbst mitgebrachtem Alkohol ist an Bord untersagt.
Egyptair: Eigener Alkohol darf nicht einfach getrunken werden
Auch Egyptair ist eine klassische „Dry Airline“. Das Star-Alliance-Mitglied serviert grundsätzlich keine alkoholischen Getränke. Interessant sind allerdings die Beförderungsbedingungen der Airline. Darin heißt es ausdrücklich, dass Passagiere an Bord keinen Alkohol konsumieren dürfen, sofern dieser nicht von Egyptair serviert wurde. Das gilt auch für Duty-Free-Einkäufe oder anderweitig mitgebrachten Alkohol.
Immer wieder gibt es Erfahrungsberichte von Passagieren, denen die Crew mitgebrachten Alkohol ausgeschenkt oder dessen Konsum zumindest geduldet hat. Darauf verlassen sollte man sich allerdings nicht. Wer eine Flasche Wein oder andere alkoholische Getränke mit an Bord bringt, sollte daher unbedingt zuerst die Flugbegleiter fragen und den Alkohol nicht selbst öffnen.
Ich freue mich (unabhängig vom Thema Trocken fliegen) bald Erfahrungen mit Egyptair zu sammeln. Für meine Reise nach Südafrika habe ich einen vergleichsweise günstigen Business-Class-Flug von Athen über Kairo nach Johannesburg gebucht:
Gebucht: Mit Egyptair für 775 Euro in der Business Class „trocken“ nach Johannesburg
Einen ersten Eindruck vom Business-Class-Produkt bekommt Ihr außerdem in dieser Review.
Kuwait Airways: „Bring your own“ mit Fragezeichen
Kuwait Airways verzichtet ebenfalls vollständig auf einen alkoholischen Bordservice. Spannender ist die Frage, ob Passagiere ihren eigenen Alkohol mitbringen und trinken dürfen. Im Internet finden sich mehrere Erfahrungsberichte, bei denen die Crew dies gestattet und sogar Gläser bereitgestellt hat.
Eine eindeutige aktuelle Regel von Kuwait Airways, die Passagieren den Konsum des eigenen Alkohols garantiert, ist allerdings nicht zu finden. Transportbestimmungen und die Erlaubnis, etwas im Gepäck mitzuführen, sind außerdem nicht mit einer Erlaubnis zum Konsum an Bord gleichzusetzen. Wer es versuchen möchte, sollte daher vor dem Öffnen unbedingt die Crew fragen.
Royal Brunei: Alkohol transportieren, aber was ist mit dem Trinken?
Royal Brunei Airlines bezeichnet ihre Flüge selbst als alkoholfrei. Gleichzeitig dürfen alkoholische Getränke unter bestimmten Voraussetzungen transportiert werden. Für nicht-muslimische Reisende erlaubt Brunei zudem die Einfuhr einer begrenzten Menge Alkohol für den persönlichen Verbrauch.
Seit Jahren wird berichtet, dass nicht-muslimische Passagiere ihren eigenen Alkohol auch während des Fluges konsumieren dürfen. Eine aktuelle und eindeutige Zusage der Airline für den Konsum an Bord war allerdings nicht zu finden. Auch hier gilt daher: Mitführen und Trinken sind zwei verschiedene Dinge, vor dem Öffnen sollte man also die Crew fragen.

Saudia und Riyadh Air bleiben komplett trocken
Wenig Spielraum gibt es bei den Fluggesellschaften aus Saudi-Arabien. Saudia verbietet in ihren Beförderungsbedingungen sowohl das Mitführen als auch den Konsum alkoholischer Getränke an Bord.
Auch der neue saudische Premium-Carrier Riyadh Air ist alkoholfrei gestartet. Statt Champagner, Wein oder Spirituosen setzt die Fluggesellschaft auf ein umfangreicheres alkoholfreies Angebot mit Säften, Saudi Coffee, Tee und eigens entwickelten Mocktails. Damit zeigt Riyadh Air gleichzeitig, dass ein Verzicht auf Alkohol nicht automatisch eine langweilige Getränkekarte bedeuten muss.
Einen Einblick in einen Flug mit der „Dry Airline“ Saudia bekommt Ihr in diesen Reviews:
- Review: Saudia Airlines Business Class A320-200 Jeddah nach Istanbul
- Review: Saudia Airlines Business Class B777-300 Manila nach Jeddah

Nicht immer trocken: Diese Airlines schenken nur auf bestimmten Flügen keinen Alkohol aus
Noch komplizierter wird es bei Fluggesellschaften, die grundsätzlich Alkohol anbieten, aber auf bestimmten Strecken darauf verzichten. Malaysia Airlines, THAI und Turkish Airlines servieren beispielsweise auf internationalen Flügen Wein, Bier und Spirituosen, während kurze Flüge bzw. Inlandsflüge trocken bleiben. Auch in Indien wird auf Domestic grundsätzlich kein Alkohol ausgeschenkt. Damit betrifft die Einschränkung nicht nur Air India, sondern auch andere indische Fluggesellschaften. Ähnliche Unterschiede zwischen nationalen und internationalen Verbindungen gibt es bei weiteren Airlines.
Bei Air New Zealand ist die Situation sogar noch spezieller: Auf normalen Inlandsflügen gehören lediglich alkoholfreie Getränke zum Service. Auf ausgewählten sogenannten „Koru Hour„-Flügen werden dagegen neuseeländische Weine und Bier angeboten. Eine pauschale Einordnung als Dry Airline wäre daher falsch. Auch religiöse Feiertage können eine Rolle spielen. Bei einigen Fluggesellschaften aus muslimisch geprägten Ländern kann der Alkoholausschank während des Ramadan eingeschränkt werden.
Mitgebrachter Alkohol: Transportieren bedeutet nicht trinken
Ein Punkt sorgt immer wieder für Missverständnisse: Nur weil eine Airline alkoholische Getränke im Handgepäck erlaubt, bedeutet dies noch lange nicht, dass Passagiere diese während des Fluges selbst öffnen und konsumieren dürfen. Bei vielen Fluggesellschaften darf ausschließlich Alkohol getrunken werden, der von der Kabinenbesatzung ausgeschenkt wurde. Dadurch kann die Crew kontrollieren, wie viel ein Passagier konsumiert, und den Ausschank gegebenenfalls einstellen.Duty-Free-Flaschen sollten daher bei keiner Airline einfach am Sitz geöffnet werden.
Und Emirates, Qatar Airways und Etihad?
Dass eine Airline aus einem muslimisch geprägten Land stammt, bedeutet keineswegs automatisch, dass sie „trocken“ ist. Die drei großen Golf-Carrier Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways bieten auf vielen Flügen eine umfangreiche Auswahl an Wein, Champagner und Spirituosen. Gerade in Business und First Class ist die Getränkekarte sogar ein wichtiger Bestandteil des Premiumprodukts.

„Trocken“ fliegen: Diese Airlines schenken keinen Alkohol aus | Frankfurtflyer Kommentar
Gerade auf Langstrecken gehört für viele Passagiere ein Aperitif oder ein Glas Wein zum Essen dazu. In den Premiumklassen nutzen Airlines Champagner, hochwertige Weine und Spirituosen zudem ganz bewusst, um sich von der Konkurrenz abzuheben.
Natürlich kann man auch einen zwölfstündigen Flug problemlos ohne Alkohol überstehen. In der First und Business Class werfe ich trotzdem gerne einen Blick in die Getränkekarte, schließlich ist auch sie Teil des Produkts. Umso spannender finde ich, was die „trockenen“ Airlines stattdessen anbieten.
Am Ende sollte jeder selbst entscheiden können, ob er etwas trinken möchte. Wichtig ist allerdings: Mitgebrachten Alkohol sollte man nie einfach selbst konsumieren. Bei vielen Airlines ist das aus Sicherheitsgründen untersagt oder nur mit Zustimmung der Crew möglich. Weitere interessante Beiträge zu dem Thema findet Ihr auch bei OMAAT und Simple Flying.
Wenn ich in ein Land reise, habe ich die dortigen Bräuche zu respektieren. Drei Wochen in einem muslimischen Land ohne Alkohol sind kein Problem, zumal man bei Temperaturen von 40 bis teils 60 (Kuwait) Grad dort sowieso keinen Alkohol trinken will. Dafür schmeckt das „Tegernseer Hell“ im Bordbistro der DB auf der Heimfahrt dann umso besser! Etwas anderes ist es im Flugzeug. Ich nutze es als Transportmittel um von A nach B zu kommen und ich sehe es nicht als Teil eines Landes an, welches ich bereisen möchte. Auch wenn ein Lokalkolorit vorherrschen mag wie arabischer Kaffee oder LH Personal im Dirndl. Und da lasse ich mir nicht vorschreiben, was ich zu trinken oder zu essen habe. Zumal ich gerade bei Nachtflügen einen guten „Schlaftrunk“ zu schätzen weiß. Wenn Riyadh also auch nur annähernd in die Nähe von den anderen kommen möchte, ohne Wein und Co. wird das nichts.
Schliesse mich Jürgen total an. Lasse mir von der Airline NICHT vorschreiben, was ich zu trinken habe, oder eben nicht.
Wird ja eh nicht konsequent gehandhabt, so serviert EK auf ihren Flügen ohne „Wenn und Aber“ Alkohol.
🥂🥂 🍹🍹 🍺🍺
Eventuell noch Thai ergänzen, dort gibt es domestic auch keinen Alkohol und Air Asia bietet auch keinen (zum kaufen) an.
Danke, habe es dazu geschrieben. Bei Malaysia war es auch so…da geht die Grenze auch auf grenzüberschreitende Flüge bis 2,5 Stunden.
1997 und 1998 flog ich mit Royal Brunei ab FRA über DXB/AUH und über BKK sowie BWN nach BKI als Endflughafen und natürlich zurück. Im Reisebüro hatte ich mich im Voraus erkundigt ob Alkohol an Bord serviert und wenn nicht ob mitgebrachte Bierdosen an Bord konsumiert werden dürfen. Letzteres wurde mir bestätigt, also brachte ich mir jeweils 3×0,5L im Handgepäck mit an Bord (damals noch ohne 100ml-Einschränkung). Als dann die Essensausgabe begann hörte man ständig „oh too bad“ oder „oh nooo“. Als schließlich mein Essen vor mir stand und ich mir eine Dose Bier aufmachte wurde ich plötzlich von gaaaaaaanz vielen, vornehmlich männlichen Augenpaaren neidisch angeguckt. Man muss sich halt vor Reiseantritt einer Flugreise informieren…..