Kampf gegen Überfüllung: American Express verschärft Zugangsregeln zu Centurion Lounges

Der Eingangsbereich der American Express Lounge in Sao Paulo. Foto: Robert

American Express verschärft die Zugangsregeln zu den Centurion Lounges. Der Kreditkartenherausgeber will damit gegen die Überfüllung der eigenen Lounges kämpfen. Zwei konkrete Restriktionen werden daher ab Sommer 2026 gelten für US Platinum Cards gelten, aber möglicherweise auch nach Deutschland kommen. Diese dürften den Normalnutzern jedoch kaum auffallen. In diesem Beitrag geben wir Euch einen Überblick, welche Situationen zukünftig zu Ablehnungen oder zumindest Diskussionen beim Zugang zu den Centurion Lounges führen dürften.

Das Wichtigste auf einen Blick:
⏰ Neue Regeln ab Juli 2026: American Express verschärft den Zugang zu den Centurion Lounges.
👥 Gäste-Regel: Begleitpersonen müssen künftig auf demselben Flug gebucht sein.
🛫 Layover-Begrenzung: Aufenthalte bei Zwischenstopps sind auf fünf Stunden limitiert.

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Bei den Centurion Lounges handelt es sich um ein Netz von exklusiven Flughafenlounges, die von American Express selbst geführt werden. Inhaber der Premiumkarten von American Express, wie der Platinum Card und natürlich auch der Centurion Card, erhalten Zutritt. Die Centurion Lounges heben sich dabei deutlich von anderen Airline-unabhängigen Lounges ab und setzen auf hochwertiges Design, frisch zubereitete Speisen, Premium-Getränke sowie ruhige Arbeits- und Entspannungsbereiche.

Die höchste Dichte an Centurion Lounges findet Ihr in den USA, wie etwa in Atlanta (ATL), Las Vegas (LAS) oder Los Angeles (LAX). In den vergangenen Jahren sind auch immer mehr internationale Standorte, etwa in Hongkong (HKG), São Paulo (GRU) oder Tokio Haneda (HND) hinzugekommen.

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Da in den vergangenen Jahren die Beliebtheit der Amex Premium-Kreditkarten rasant gestiegen ist, kämpfen viele der Centurion Lounges mittlerweile mit chronischen Überfüllungen. Von ruhigen Arbeits- und Entspannungsbereichen ist häufig nur noch etwas zu spüren, wenn bereits an der Rezeption Wartelisten geführt werden. Doch welcher Reisende will schon in der Schlange stehen oder im Terminal auf seinen Zeitslot warten?

Centurion Lounge in Hongkong. Foto: Alex

Zwei verschärfte Zutrittsregeln

Dieser Herausforderung ist sich American Express seit langem bewusst und so werden ab diesem Jahr die Zugangsregeln zu den Lounges verschärft. Konkret gibt es folgende zwei Beschränkungen:

  1. Gäste: Die American Express Lounges erlauben Gäste, die den Karteninhaber mit in die Lounges begleiten. Bisher gab es keine konkrete Beschränkung für die Auswahl des Gastes. Zukünftig muss der Gast auf demselben Flug gebucht sein wie der Karteninhaber.
  2. Layover: Wer bisher die Centurion Lounges im Rahmen eines Zwischenstopps besuchte, konnte die Lounge für eine beliebige Dauer nutzen. Dem schiebt Amex nun einen Riegel vor. Die Dauer des Besuchs bei Layovern wird zukünftig auf fünf Stunden begrenzt.

Diese neuen Regeln treten zum 1. Juli 2026 in Kraft.

Das Wohnzimmer der Centurion Lounge in LHR. Foto: Sebastian

Die Anpassung der Loungezugangsregeln finden wir derzeit in den Bedingungen der US-amerikanischen Amex-Kreditkarten. Aktuell gilt diese Regelung NICHT für deutsche American Express Platinum Cards und die Bedingungen wurden hier nicht angepasst. Allerdings steht zu befürchten, dass hier natürlich noch eine globale Anpassung erfolgt.

American Express verschärft Zugangsregeln zu Centurion Lounges | Frankfurtflyer Kommentar

Die American Express Lounges kämpfen mit chronischer Überfüllung. Die Centurion Lounge in London Heathrow ist für mich beispielsweise schon zur No-Go-Area geworden. Nachdem ich dort zwei Mal nicht auf Anhieb Zutritt erhalten habe, war das Thema für mich erledigt. Es ist einfach kein Premiumgefühl, wenn man zunächst warten muss. Die Gründe verstehe ich total, aber da bin ich der Ansicht, dass der Loungebetreiber eine Lösung finden muss.

Zumindest einen Lösungsansatz hat Amex nun gefunden. Der wirkt jedoch eher halbgar, denn er dürfte den großen Ansturm kaum reduzieren. Die neuen Regeln betreffen Ausnahmefälle.

In Bezug auf die Mitnahme von Gästen auf demselben Flug ist es sogar eine sehr konsequente Umsetzung und absolut nachvollziehbar. Aber in welcher Alltagssituation fliegt der Gast nicht mit dem Karteninhaber selbst?

Die Layover-Regelung wiederum ist der falsche Ansatz. Jemand, der einen längeren Zwischenstopp hat, sucht sich das nur in den seltensten Fällen aus. Mehrere Stunden am Flughafen totschlagen zu müssen, ist für die Betroffenen meist eine Qual. Diese Gäste lässt Amex nun leiden, während Gäste, die sich bewusst zum Loungebesuch früh auf den Weg zum Flughafen machen, nicht reglementiert werden.

Was haltet Ihr von den neuen Zugangsregeln zu den Centurion Lounges? Schreibt gerne einen Kommentar unter diesen Beitrag.

Quelle: The Points Guy

11 Kommentare

  1. Es wird sich zeigen, ob diese Regelungen eine Entspannung der Situation schafft. Ich bin da eher skeptisch. Es sind ja doch eher Ausnahmefälle, die jetzt eingeschränkt werden.
    Die theoretische Möglichkeit, eine Centurion Lounge zu besuchen, habe ich nur selten, da ich hautsächlich zwischen DE und GR unterwegs bin. Bei meinem letzten USA Aufenthalt waren an JEDEM Flughafen die Centurion Lounges voll und es gab eine Warteschlange. Fühlt sich jetzt nicht so nach Premium an.

    • Als Centurion-Card-Member war eine ä
      Änderung der bestehenden Regelungen dringend notwendig, ich wage aber zu bezweifeln, ob die Angedachte auch hierfür ausreicht.

  2. „Da in den vergangenen Jahren die Beliebtheit der Amex Premium-Kreditkarten rasant gestiegen ist“: Na ja. American Express hat die Karten promoted und vertickt, als gäbe es kein Morgen. Gefühlt hat mittlerweile jeder Student im ersten Semester eine Platinum.

    Das Ergebnis ist nicht nur, dass die Centurion-Lounges überfüllte sind. Die Jahresgebühr wurde erhöht, die Membership Rewards schon mehrfach durch Verschlechterungen der Transferverhältnisse entwertet, die Leistungen gekürzt und das Streaming-Guthaben wieder gestrichen. Bei den AMEX-Offers tat sich auch immer weniger in meinen Account, quantitativ und qualitativ.

    Die Karte habe ich gekündigt. Die Konkurrenz durch Revolut (und hoffentlich durch weitere Anbieter) finde ich sehr begrüßenswert.

    • „Gefühlt hat mittlerweile jeder Student im ersten Semester eine Platinum“

      Ich musste herzhaft lachen – aber ja, zumindest in den meisten Studi-Fächern muss man zumindest ein bisschen Rechnen können. Und wenn dann dabei rauskommt, dass die Karte nicht nur nice fürs eigene Ego ist, sondern sich am Ende sogar rechnet – dann ist das nachvollziehbar. Hat dann halt tatsächlich nicht mehr so viel mit „Premium“ zu tun, spricht aber am Ende für die Karte, wenn man sie gewinnbringend gut nutzen kann, auch ohne jede Woche durch die Welt zu jetten

    • Hallo aus Tel Aviv. (2. Station von meinem Status Run…)
      AmEx, nein Danke. Aus persönlicher Erfahrung für mich „gestorben“.
      Ich erlaube mir etwas abzuschneiden:
      Ja, Revolut bietet in der 60€ „Ultra“ Variante u.a. auch kostenlosen Lounge Zugang. Aber wie das Funktioniert weiß ich noch nicht. Da ich nur „Metal“ habe, was ja, neben viel anderem „Kleinkram“ schonmal einen ermäßigten Lounge Zugang und 3GByte E-Sim mit sich bringt.
      Finde ich, neben den Guthabenzinsen und dem Punktekonto schonmal sehr gut.
      Was mich wirklich begeistert ist, dass ich Konten in diversen, verschiedenen Währungen parallel haben kann.
      So hab ich vor meiner Israel Tour mal eben ein NIS (New Schekel) Konto angelegt und zahle hier nun alles ohne weitere Umtauschgebühren.

  3. “ Aber in welcher Alltagssituation fliegt der Gast nicht mit dem Karteninhaber selbst?“

    Naja, hier in den USA ist Fliegen ja wie Busfahren. Insofern wird dies wohl häufiger vorkommen, dass sich dort Leute in der Lounge treffen, die auf unterschiedlichen Flügen zu unterschiedlichen Zielen oder zumindest mit unterschiedlichen Gesellschaften zu unterschiedlichen Zeiten unterwegs sind.

    ABER: Für US-Amex gilt ja ohnehin schon, dass Gäste erst ab 75k Jahresumsatz mit der Karte frei sind. Was sicherlich der grössere und härtere Einschnitt war.

  4. „Nachdem ich dort zwei Mal nicht auf Anhieb Zutritt erhalten habe, war das Thema für mich erledigt. Es ist einfach kein Premiumgefühl, wenn man zunächst warten muss“

    Achgottchen.

    Versteh ich natürlich – ist hier in den USA aber in der Tat häufiger so. Aber es gibt ja eine virtuelle Warteliste über die du dich online über die App schon einchecken kannst, was die Wartezeit dann doch arg verkürzt.

    Ausserdem ist es für Amerikaner völlig normal zu Stoßzeiten auch mal 30-60 Minuten vor dem Restaurant auf einen Tisch zu warten. Da ist eine überfüllte Lounge im Empfinden jetzt kein Drama.

  5. LAS habe ich selber im Sept.25 erlebt. Warteschlange stehen und erst nach 10min zutritt. Die Lounge war dann zum brechen voll. SOF Lounge ging es instant hinein.
    Insgesamt sollte die Platinum Premium sein, gefühlt hat die aber speziell in den USA jeder. Warum verknüpft man nicht gwisse Leistungen mit einem 1 oder besser 2 Jahresumsatz. Der Jahresbeitrag ist ja nur ein Bruchteil von dem was AMEX an den Umsätzen verdient. Wenn du guten Umsatz machst sollte das honoriert werden, die Rewards Punkte sind für mich nicht wirklich eine Honorierung, sie stellen einfach einen viel zu kleinen Gegenwert dar. Kenne das von Miles&More.

    • Die Lounge-Zugang ist ja Verkaufsargument bei Amex. Wenn der nun so reglementiert wird, dass er an einen Mindestumsatz geknüpft ist, leiden die Mitgliedschaften darunter. Das ist für Amex schmerzvoller, als wenn jemand dann plötzlich vor einer vollen Lounge warten muss.

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