Die Lufthansa hat genug vom Streik und den Krisen, der Konzern zieht mehrere geplante Maßnahmen zeitlich nach vorne. Neben der plötzlichen Stilllegung der einstigen Regionalairline CityLine soll es weitere zum Teil radikale Einschnitte bei der Kernmarke geben. Die Airbus A340-600-Teilflotte soll noch in diesem Jahr aufgelöst werden, zwei Boeing 747-400 Jumbos und mehrere Mittelstreckenflugzeuge werden abgezogen. Moderne Flugzeuge wie der Airbus A350-900 werden zur günstigeren Tochter Discover Airlines geschoben.
✈️ Airbus A340-600-Ausflottung: Die letzten Vierstrahler verlassen Lufthansa noch 2026
📉 Kapazitätsabbau: Weniger Flugzeuge auf Kurz-, Mittel- und Langstrecken
🌴 Airbus A350-Wechsel: Moderne Jets wechseln zu Discover Airlines
Die Kosten für Treibstoff sind massiv gestiegen, die Arbeitskämpfe belasten die Lufthansa obendrein. Beim Kranich hat man daher beschlossen, die Umsetzung der Strategie deutlich zu beschleunigen. In einem ersten Maßnahmenpaket wird das Flugangebot auf Kurz-, Mittel- und Langstrecken reduziert und gleichzeitig die Flottenmodernisierung vorgezogen.
Ein zentraler Punkt ist das schnellere Ende der Vierstrahler. Die letzten vier Airbus A340-600 werden nach der Sommersaison ausgemustert. Damit endet die Ära dieses Flugzeugtyps bei Lufthansa endgültig, nachdem die Ausflottung mehrfach verschoben wurde. Auch die Boeing 747-400 steht vor dem Abschied: Zwei Exemplare werden über den Winter stillgelegt, die Ausmusterung ist für das kommende Jahr geplant.

Auch auf der Kurz- und Mittelstrecke wird das Angebot weiter zurückgefahren. In einer Pressemitteilung ist die Rede von weiteren fünf Flugzeugen der Kernmarke. Besonders auffällig ist dabei die Verschiebung moderner Jets innerhalb des Konzerns. Insgesamt neun weitere Airbus A350-900 werden künftig bei Discover Airlines eingesetzt. Damit stärkt Lufthansa gezielt die günstigere Ferienflugtochter, während die Mainline Kapazitäten abbaut.
Für Discover sind bereits vier Airbus A350 vorgesehen, dabei handelt es sich um die gebrauchten „Sprinter“, die ursprünglich von Philippine Airlines übernommen wurden. Ob es sich bei den neun weiteren Maschinen des Typs um gebrauchte Jets der Bestandsflotte oder um werksfrische Flugzeuge handeln wird, ist noch unklar. Discover Airlines kann dadurch das Programm massiv ausbauen und sicherlich auch diverse Routen von der klassischen Lufthansa-Kernmarke übernehmen.
Der Hintergrund ist ganz klar wirtschaftlich getrieben. Lufthansa hat zwar einen Großteil des Treibstoffbedarfs abgesichert, doch die verbleibenden Mengen müssen zu deutlich höheren Marktpreisen eingekauft werden. Das spürt man bei dem Konzern, daher soll die Ausflottung besonders ineffizienter Flugzeuge genau diesen teuren Anteil spürbar senken. Parallel sollen weitere Sparmaßnahmen vorangetrieben werden. Neben einem Einstellungsstopp in Teilen der Verwaltung sollen auch externe Beratungsleistungen reduziert werden.
Streik-Eskalation bei Lufthansa: Vierstrahler fliegen raus, A350 gehen zu Discover | Frankfurtflyer Kommentar
Der Streik ist immer noch nicht vorbei, eine Einigung rückt jetzt aber noch weiter in die Ferne. Das Maßnahmenpaket zur Absenkung des Angebots bei der Kernmarke könnte als Kriegserklärung verstanden werden. Der Konzern begründet den Schritt zwar auch mit den gestiegenen Kerosinkosten, in der Chefetage hat man aber längst die Nase voll von den Arbeitskämpfen und den mächtigen Gewerkschaften.
Nach den Drohungen folgt man mit den Umsetzungen und drückt dabei aufs Gas. Die CityLine wird von heute auf morgen geschlossen, günstigere Töchter wie City Airlines und Discover Airlines werden weiter gestärkt. Die Kernmarke Lufthansa verliert Kapazitäten nach dem Motto: Wer nicht hören will, …
Das Tempo ist schon fast beeindruckend, wenn man bedenkt, wie lange es sonst dauert, bis solche Entscheidungen umgesetzt werden. Leider geht es erneut gegen das Personal und die Stimmung bei der Airline, da sind doch die nächsten Streiks vorprogrammiert.
Was denkt Ihr? Ist die Reaktion des Managements nachvollziehbar oder zeigt es nur, dass man nicht aus der Vergangenheit dazu gelernt hat?


Ehrlich gesagt, hätte ich nicht damit gerechnet, dass der Lufthansa Vorstand so schnell reagiert und durchgreift, aber diese Streikwoche hat wohl ein Fass zum Überlaufen gebracht. Vor allem die Piloten haben einfach total überzogen und den Ernst der Lage komplett verkannt, die freigestellten Piloten können ja jetzt ihr Glück bei der angeblich so viel besser zahlenden Konkurrenz versuchen.
Sehr gut Idee diese Menschen sind nicht mehr in dieser Welt . Trotz einiger Freunde dort ,Sie sind abgehoben sowie überbezahlt. Geht mal arbeiten ohne Betriebsrente die nicht jeder Zahlt , sowie Urlaubsgeld Weihnachtsgeld Aktien Fliegen für 10 % usw
Dann lasse Dir doch einen Dienstplan Deiner Freunde zeigen und erkundige Dich nach dem Weihnachtsgeld, dem Aktiendepot und frage wann sie das letzte Mal für 10 Prozent geflogen sind.
Absolut richtige Entscheidungen! Jeder Streik, ob Piloten, Flugbegleiter, Bodenpersonal etc. etc. geht zu Lasten der sonst sehr erfolgreichen Lufthansa. Die Dauerstreiks entwickeln sich in der Tat zu einem erheblichen Standort- und Wettbewerbsnachteil der Lufthansa. Der ausufernden Gier muss mit den aufgezeigten Maßnahmen nun endlich konsequent begegnet werden
Da kommt ja so ziemlich alles zusammen, was in den letzten Tagen als mögliche Folgen des Managements in den Kommentarspalten der deutschen Aviation-Portale herausgearbeitet wurde.
Die zusätzlichen A350 für Discover werden sicherlich aus dem LH-Bestand im 2-2-2 Layout bestehen, die sowieso für die Umrüstung zu Allegris vorgesehen waren. Ich als Laie würde mal vermuten das eine Umrüstung auf die Vantage XL bedeutend simpler ist als auf das Allegris-Tetris, dazu spart man sich den Einbau der ganzen First-Class.
Wie so oft wird sich in ein paar Jahren zeigen, wie erfolgreich diese Entscheidung ist. In meinen Augen jedoch erst einmal folgerichtig aus der Argumentation der Ernst der Lage im Zuge der ganzen Verhandlungen mit den Gewerkschaften.
Teil 2 des großen Knalls und eigentlich noch viel bedeutender. LH Mainline wird weiter dezimiert, Das Ende ist definitiv beschlossen, vielleicht bleibt analog Germanwings noch für eine Weile ein symbolisches Flugzeug.
Der Vorstand hat krampfhaft jetzt ein 100. Jubiläum kreiert weil er schon genau wusste, dass die echten 100 Jahre nie erreicht werden. Lange geplant, jetzt nur etwas beschleunigt. Die Gewerkschaften sägen hier keinen Ast ab, sie verändern nur das Zeitfenster.
Die frage ist natürlich ob man eine Lufthansa überhaupt noch braucht?
Wenn sowieso die Haupt airline immer kleiner wird und der Ferien Flieger immer größer.
Mal Gucken
Das Ende ist definitiv beschlossen? Die größte Airline und Namensgeber der Gruppe? Jetzt muss man auch mal wieder auf den Boden der Tatsachen kommen…
Tauschen Lufthansa und Condor ihre Rollen? Aus wirtschaftlicher Sicht eine richtige Entscheidung. Sozial? …
Selbstverschulden der Gewerkschaften? Sicherlich mit.
Wann wird Miles and More abgeschafft?
Die Gewerkschaften haben halt mit diesem Streik in dieser Woche und auch in der letzten Woche und vor ein paar Wochen den Bogen wirklich überspannt. Nun auch noch in dieser Woche zum Hundertjährigen zu streiken, zeigt, dass die Gewerkschaften keinen Anstand haben.
Dass der Konzern da jetzt so hart reagiert, kann ich voll verstehen und ganz ehrlich auch als Kunde, der nun mehrfach vom Streik betroffen war, hab ich die Nase davon voll.
Und wenn ich Piloten und Piloten Gewerkschaft höre, dass die Lufthansa so viel Geld verdient, dann frage ich mich, wovon die eigentlich nachts träumen.
Aktuell gebe ich tatsächlich mehr den Gewerkschaften die Schuld am Abbau der Lufthansa
Es geht den Piloten Gewerkschaften nicht ums Geld, sondern um die vielen Arbeitsplätze bei der LH Cityline.
Es ist nicht schön wenn man seinen Job verliert
Sorry, das ist leider so nicht richtig, David!
Piloten Gewerkschaft streikt für die Piloten und ihre Altersversorgung insofern schon ums Geld und nicht um Cityline. Cityline ist der Streik der UFO.
Was du sagst ist das Offizielle und daher somit auch korrekt was du sagst.
Das was ich geschrieben habe, ist das, worum es wirklich in den Gesprächen geht 🙂
Ja klar, die Piloten der Lufthansa, altruistisch wie immer, streiken für die Piloten und Mitarbeiter der Cityline. Da hast Du etwas nicht richtig verstanden.
Ich persönlich habe langsam das Gefühl, dass der Kunde in dieser Auseinandersetzung der sich gegenüber stehenden Parteien überhaupt keine Rolle mehr spielt.
Vermutlich ist ein weiterer massiver Image Schaden entstanden und das nach Jahren in der jüngeren Vergangenheit, in denen die Lufthansa nicht gerade durch positive Schlagzeilen glänzen konnte…zumindest in meiner persönlichen Wahrnehmung!
Wenn ich der Sache zumindest etwas positives abgewinnen möchte, dann das man die 747-400 schneller ausflotten will. Auch die Verschiebung der A350 ohne Allegris zu Discover finde ich gut. Schade ist der frühere Abschied vom 340-600, denn so sinkt das Angebot an F Plätzen weiter.
Alles in allem würde ich mir viel mehr positive Schlagzeilen zur Lufthansa wünschen!!!
Die Lufthansa wird allzu gerne spöttisch Streikhansa genannt, kann man darauf stolz sein als Gewerkschaft? Es geht wie leider fast immer in unserem Land nicht um soziale Errungenschaften, sondern um Machtdemonstration und Wahrung von Einzelinteressen. Eine tote Kuh kann man nicht mehr melken, aber dennoch wird es immer wieder exerziert (damit meine ich mehr die Staatsbediensteten, die LH wird das hoffentlich wohl überleben). Besonders perfide finde ich, dass kleine Spartengewerkschaften offenbar koordiniert abwechselnd streiken. Greift da kein Kartellrecht? Flugzeuge brauchen nun mal sowohl Piloten als auch Crews, und ohne die Leute am Boden geht auch nichts. Wenn es um die Sache ginge, warum streikt man nicht zeitgleich gemeinsam? Und das allerwichtigste beim Fliegen sind übrigens die Passagiere – aber dieser lästige Störfaktor scheint niemanden mehr zu interessieren.
Danke, wunderbar zusammengefasst. Ist wirklich faszinierend, wie in vielen deutschen Unternehmen Macht und Geld für jede einzelne Interessengruppe entscheidend ist, wie man Geld verdient und entsprechend attraktive Produkte entwickelt wird hinten angestellt.
Eine Top-Analyse! 💁♀️👍
Wachstum in Deutschland: Nur noch bei den Insolvenzen, der Anzahl der Bediensteten im Öffentlichen Sektor und bei den Schulden/Ausgaben. Stop: Das Wachstum beim Frust und bei der – berechtigten – Wut in der Bevölkerung habe ich vergessen.
Die Rolle des Managements bei der Lufthansa wurde schon thematisiert. Neben der Sauerei einer systematischen Tarifflucht über die Jahre sei noch zu ergänzen, dass der CEO sein Studium 1991 beendet hat, also im letzten Jahrtausend. Da waren sowohl Passagiere als auch Personal mittel zum Zweck oder lästige Störfaktoren, wie Du es auf den Punkt bringst.
Die Macht der Gewerkschaften ist viel zu stark, insbesondere die kleinerer Gewerkschaften. Und in der aktuellen Situation kann man so m. E. nicht vorgehen. Jetzt ist die Situation komplett verfahren, es wird nur Verlierer geben.
Die Themen Streik (und mögliche Begrenzungen), Wettbewerb und Wettbewerbsrecht sind komplex. Dass Möglichkeiten, die es gibt, systematisch nicht genutzt werden, zeigt sich bspw. beim Bundeskartellamt: Was die dort den ganzen liegen langen Tag so treiben, ist ein absolutes Rätsel. Das zeigt sich exemplarisch beim Umgang mit den Mineralölkonzernen, die seit Jahrzehnten schalten und walten können, wie sie wollen (und u. a. mit sich selbst und ihren eigenen Tochtergesellschaften am Markt Geschäfte machen und den Preis insbesondere in Deutschland künstlich maximal hochhalten).
Moin,
die Gewerkschaften sollten sich einmal vorstellen, der Lebensmitteinzelhandel streikt eine Woche, oder die Tankstellen Mitarbeiter arbeiten eine Woche nicht und streiken. Kein Toilettenpapier mehr und kein Treibstoff fürs eigene Auto. Irgendwann reicht es dann auch mal. Und zum Thema Verantwortung der Piloten, eine Tankstelle mit dem ganzen Treibstoff kostet etwa 3 Millionen Euro, der Verantwortliche in der Spätschicht ist alleine dafür verantwortlich und bekommt meist Mindestlohn. Wenn es ganz blöd läuft steht noch jemand mit einer Pistole vor ihm und möchte das Bargeld. Piloten machen einen guten Job aber einige sind sehr weit weg von dem Bodenpersonal am Flughafen und in der Realität. Und nur am Rande, von 2,40€ je Liter Benzin landen 88cent bei der Gesellschaft, Herr Klingbeil freut sich über den Rest. Geld verdient mit Treibstoff wird beim Einkauf. Als Diesel mal 99cent an der Zapfsäule kostete, hat niemand gemeckert, weil die Marge beim Verkauf gut war. So kann es sein, dass die Gesellschaft bei 2,50€je Liter nix verdient. Klingt absurd, ist aber so.
Ich stimme meine Vorrednern weitestgehend zu.
Einweiterer Aspekt kommt für die Statuskunden noch hinzu.
Mittlerweile ist es nahezu unmöglich geworden, upgrades oder Meilenflüge bzw. E-Voucher einzulösen.
Wenngleich LH Flugnummer, real Discover Flug, dann ist schon mal nichts möglich. Das ziehtbsichbwie ein roter Faden durch das Programm. Ein Flug nach YUL ist bei LH bis zu 1/4 Inder Business Class teurer oder erfindet zu passenden Zeiten gar nicht mehr statt. Auch ein Weg, recht einfach Statuskunden weg zu ekeln. Sich am Ende von den Meilen im überteuerten Worldshop das 500. Radio zu kaufen, ist Inder Sache wenig sinnführend, so bleiben die Lounches für die andere Star Alliance Members verfügbar.
Erschreckend zu sehen, wie es bergab mit dem stolzen Kranich geht!
…… unmöglich Upgrades, eVoucher oder Meilenflüge einzulösen?
Soeben unter Einsatz von 2 eVoucher von BKK nach ZRH in die Förscht geupgradet worden.🥂🥂 🍹🍹
Aber eben: Es war halt SWISS und nicht LH