Nachdem ich über die Buchung und Umbuchung eines günstigen Fluges von in der Business Class berichtet habe, ging es zunächst mit der Lufthansa nach Tunis. Dort startet der oneworld-Trip mit Royal Jordanian und Qatar Airways nach Bangkok. Heute geht es im neuen Airbus A320neo zunächst Richtung Queen Alia Airport in Amman, der das Zuhause des jordanischen Nationalcarriers ist. Was man auf dem gut dreistündigen Flug in der Crown Class erwarten darf, möchte ich Euch an dieser Stelle schildern.
Vor dem Flug
Mit den neuen Flugzeugen will Royal Jordanian das Netz weiter ausbauen und u.a. auch häufiger nach Deutschland kommen. Die Flüge dauern zwischen 4 und 5 Stunden, der Carrier achtet aber auch in den Schmalrumpfjets auf eine komfortable Ausstattung in beiden Klassen. Der Airbus A320neo wurde entsprechend mit Monitoren, Internet und Stromanschlüssen ausgestattet.

Noch gibt es nicht allzu viele Informationen über die Details der Einrichtung, ich hatte zumindest nur wenige Bilder im Vorfeld der Reise gefunden. Dabei ist mir aufgefallen, dass RJ nicht alle Airbus A320neo mit einer echten Business Class ausstattet und in einigen Jets 180 Economy Class Sitze verbaut hat. Die Kabinen sind dennoch modern und etwas hochwertiger ausgestattet.
Auch in den älteren CEO-Versionen ist die Hardware denen der durchschnittlichen Carriern aus Europa überlegen. Den Flug von Frankfurt nach Amman in der Business Class habe ich heute noch in sehr guter Erinnerung, da ich in der richtige Sessel und einen hochwertigen Service mit mehreren Gängen und Champagner auf Kurzstreckenflügen sehr schätze.
Royal Jordanian Business Class im neuen Airbus A320neo | Flugdaten
| Flugnr.: | RJ552 |
| Sitz: | 1A (Fenster) |
| Reiseklasse: | Business Class |
| Konfiguration: | 12 Business Class Sitze |
| Buchungsart: | RJ.com |
| Abflug (Tatsächlich): | 16:40 (17:07) |
| Ankunft (Tatsächlich): | 22:25 (22:15) |
| Reisezeit: | 2:05 h |
| Vielfliegerprogramm & Status: | British Airways Gold |
| Gesammelte Meilen: | 1.880 Avios + 376 Tier Points |
| Flugzeug: | Airbus A320neo |
| Registrierung: | JY-RAC |
| Alter: | 0,5 Jahre |
| Champagner: | Laurent Perrier |
Chaotischer Check-In in Tunis
Wie so oft hapert es beim Service auf den Außenstationen der Fluggesellschaften. Tunis wird derzeit nur einmal täglich von RJ bedient, die Abfertigung übernimmt eine Fremdfirma. Wir waren etwa drei Stunden vor Abflug am etwas chaotischen Airport, dort stand unser Flug nach Amman schon auf der Anzeigetafel mit Hinweis „Check-in-open“. Auch die entsprechenden Schalter wurden angezeigt, dort waren aber noch Personal und ein paar Fluggäste des Fluges von Emirates zugange.

Ich hatte zwar online eingecheckt und trotz mehrfacher Fehlermeldungen während des Vorgangs die Bordkarten bekommen. Wir mussten dennoch zum Schalter, um das Gepäck aufzugeben. Irgendwann wurde es dort immer voller, da inzwischen mehrere Passagiere von Royal Jordanian angekommen waren. Allmählich kamen auch andere Check-in-Agenten, irgendwann wechselte auch auf den Monitoren das Emirates-Logo zu dem von Royal Jordanian.
Von den drei Schaltern war keiner als Business Class oder mit Priority ausgewiesen, ein anderer Fluggast erkundigte sich aber für uns hörbar beim Personal und wurde an den Tresen verwiesen, der noch nicht besetzt war. Inzwischen standen wir mit etwa 20 anderen Gästen an dem verwaisten Schalter, nach zehn Minuten wurden wir von einer Frau gefragt, wo wir denn hinfliegen möchten. Diese war offensichtlich überrascht, dass alle, die hier standen, ebenfalls nach Amman wollten.
Nach weiteren zehn Minuten kam ein Vertreter der Airline und fragte, ob wir denn alle in der Business Class gebucht seien. Kurze Zeit später ging es dann auch endlich für uns mit dem Check-in los. Der Vorgang war extrem chaotisch, wir wurden nach einer WhatsApp-Nummer gefragt, die der Agent dann auch noch falsch eingegeben hatte. Er kommentierte das mit: „it’s okay, it doesn’t matter“. Einen Hinweis zur Lounge gab es nicht, für Priority-Sticker hatte man keine Zeit, Lust oder entsprechendes Material.

Am Flughafen in Tunis
An der Pass- und Sicherheitskontrolle ging es ebenfalls leicht chaotisch zu, wir waren aber irgendwann im Sicherheitsbereich und machten uns auf die Suche nach einer Lounge. Laut Priority Pass sind zwei von drei Einrichtungen geschlossen, damit blieb nur noch die Escape Privilege Lounge, vor der auch eine Tafel mit den Partnerairlines stand. Hier war unter anderem auch Royal Jordanian angegeben.

Am Gate saß eine Dame, die mit dem Telefonieren beschäftigt war und zwischendurch ein junges Paar harsch vom Schalter abgewiesen hatte. Später rief sie lauthals zwei für mich unverständliche Sätze in den Warteraum, daraufhin bildete sich eine Schlange am Gate. Von einer Reihenfolge beim Boarden war also keine Spur, der Vorgang war entsprechend chaotisch.
Das Flugzeug stand schon fast eine Stunde am Flughafen und war bereit für den Rückflug. Wir wurden mit Bussen zur Außenposition gebracht, dort ging es dann an Bord der Maschine, an der zwar zwei Treppen angebracht waren, aber nur eine Tür offen stand.
Royal Jordanian Business Class A320neo | Kabine & Sitz
An Bord war es fast schon so, als ob man in eine andere Welt käme. Sitze und Kabine wirken frisch und modern, die Sessel sind einladend, bequem und machen Lust auf einen schönen Mittelstreckenflug.

Die Jets mit eingebauter Business Class bieten 12 Sitze in drei Reihen. Diese kann man zwar nicht in ein flaches Bett verwandeln, mit verstellbarer Rückenlehne, Fußstützen, Trennwand und Monitor kann man es aber hier ganz gut aushalten.
Alle Plätze haben USB-Anschlüsse, Steckdosen und eine Fernbedienung für das Inflight-Entertainment.
Die Sitze lassen sich nur mechanisch verstellen, man muss also ein wenig nachhelfen und zum Teil auch etwas Kraft aufwenden. Die Tische sind relativ groß, hier kann man auch das Handy oder Tablet anbringen, um z. B. eigene Filme sehen zu können.
Die Waschräume unterscheiden sich kaum von denen in anderen Flugzeugen, außer dass es hier eine elektrische Klappe für den Müll bzw. die benutzten Papierhandtücher gibt.
Die Kabinen sind übrigens mit den großen Gepäckfächern ausgestattet, Passagiere, die das erkennen, können Rollenkoffer senkrecht verstauen:

Inflight-Entertainment-System und Internet
In der Business Class sind die Monitore der ersten Reihe an der Flugzeugwand zur Galley angebracht. Die Monitore der zweiten und dritten Reihe wurden an den Schalen der Vordersitze montiert, wodurch sie an einer festen Stelle bleiben, auch wenn der Vordersitz zurückgelehnt wird.

Die Kopfhörer wurden von der Crew verteilt, man kann aber auch eigene Exemplare nutzen. Nicht alle kamen mit der Fernbedienung zurecht – man kann damit zwar den Cursor auf dem Schirm bewegen, braucht dafür aber etwas Geduld und Fingerspitzengefühl. Alternativ lassen sich die Bildschirme per Berührung bedienen.
Das Internet wird in verschiedenen Paketen angeboten. Statuskunden von RJ und Gäste der Crown Class können sich einfach mit Nachnamen und Sitzplatznummer einloggen und unlimitiert surfen.
Service & Catering bei Royal Jordanian
Am Boden wurden wir mit einem Saft begrüßt, danach hatte die Flugbegleiterin im traditionellen Gewand die Kopfhörer, Speisekarten und Wasserflaschen verteilt.

Nach dem Start kamen heiße Tücher und ein Aperitif, den die Dame schon vorab am Boden abgefragt hatte. Das Getränk kam zusammen mit Brot und Butter.
Anschließend wurden Vorspeisen und Salat vom Servierwagen portioniert. Auf der Speisekarte ist zwar alles aufgeführt, man kann sich so aber besser etwas unter den Erklärungen vorstellen.
Auch die Hauptgänge mit den dazugehörigen Beilagen waren auf dem Wagen und wurden von der Stewardess nach Wunsch portioniert.

Das Fleisch war zart und der Lobster schmackhaft. Wir haben uns aber etwas zurückgehalten, da noch Dessert und Käse angeboten wurden.

Das Getränkesortiment kann sich ebenfalls sehen lassen, neben Softdrinks und Champagner gibt es auch Spirituosen und Weine aus Jordanien. Letztere waren nicht ganz mein Fall, aber das ist Geschmackssache. Außer Kaffee und Tee ist übrigens auch Espresso erhältlich.

Nach dem Essen wurde die Kabine abgedunkelt. Im Landeanflug hat dann der Kapitän eine Ansage gemacht und eine pünktliche Landung verkündet. Nach der Ankunft ging es für uns noch in die Lounge von Royal Jordanian, anschließend sind wir wieder mit einem A320neo nach Doha geflogen. Hier ein Blick auf die Mahlzeiten des etwa 2-stündigen Fluges:
Royal Jordanian Business Class im neuen Airbus A320neo | Frankfurtflyer Kommentar
Für mich ist und bleibt Royal Jordanian eine gute Airline, wobei es natürlich auch hier nicht immer rund läuft. Der Check-in war chaotisch, dadurch waren mehrere Passagiere genervt und verärgert. Der Repräsentant hatte die Situation leider nicht im Griff, und den Agenten hinter dem Tresen war es ziemlich egal, wie lange die Wartezeiten waren und wer als Nächstes drankam.
Die Airbus A320neo sind alle ziemlich neu, die Hardware ist entsprechend modern und hochwertig. Man kann zwar auch in der Business Class nicht flach liegen, dennoch hat man deutlich mehr Platz und einen besseren Neigungswinkel der Rückenlehne. Highlight ist der Service, die Mahlzeiten kommen auf längeren Tagflügen vom Wagen, bei Präsentation und Auswahl kann man Royal Jordanian nichts vormachen.
Wenn es Probleme gibt, wird es – ähnlich wie bei Qatar Airways & Co – haarig, da kaum jemand etwas entscheiden kann und will. Trotzdem hat Royal Jordanian viel Potenzial. Die Flotte wird bald um zusätzliche Dreamliner erweitert, die Bestandsflotte bekommt gerade eine neue Business Class.
Wie sind Eure Erfahrungen mit Royal Jordanian? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!
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