Storno nicht erwünscht! Lufthansa erhöht auch auf Kurzstrecken die Stornierungsgebühren bei Flex Tickets

Lufthansa hat vor einigen Tagen für viel Aufmerksamkeit gesorgt, als man die Stornobedingungen ohne große Ankündigung bei vielen Langstreckentickets überarbeitet hat. Gerade in der First- und Business Class, wo viele Geschäftsreisende unterwegs sind, welche durchaus mehr Geld für flexible Tickets zahlen, hat man die Stornogebühren teils auf astronomische 2.000 Euro erhöht und die kostenlose Stornierung sogar komplett abgeschafft. Ähnliches hat man nun auch bei den Kurzstrecken vollzogen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Stornogebühren steigen: Lufthansa erhöht Flex-Tarife auf Kurzstrecken deutlich
💼 Geschäftsreisende betroffen: Besonders Economy Flex wird deutlich unattraktiver
📉 Weniger Flexibilität: Kostenlose Stornos praktisch abgeschafft

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Gerade auf Kurzstrecken buchen viele Geschäftsreisende flexible Tickets, nicht nur um bei Bedarf einen anderen Flug zu nehmen, sondern auch um hier bei einem Ausfall eines Termins die Flüge wieder erstatten zu können. Genau dies will Lufthansa wohl nicht, denn nicht nur, dass kaum noch ein Ticket überhaupt noch eine Stornooption bietet, selbst bei den teuersten Flex-Tickets wurde nun die Stornogebühr mehr als verdoppelt, wie zuerst Aerotelegraph berichtete. Die Botschaft ist hier wohl klar: Wir wollen keine Stornierungen haben!

Am deutlichsten hat man die Kostenschraube bei den Economy-Class-Flex-Tarifen angezogen. Während ein Ticket, das Ende März hier gebucht wurde, noch mit 70 Euro Stornogebühr belegt wurde, fallen bei Neubuchungen nun 150 Euro Gebühr an, wenn man das nicht genutzte Ticket wieder zurückgeben will.

Dabei sind die Flex-Tickets auf Kurzstrecken noch die „flexibelsten“ Tickets, die Lufthansa in der Economy Class anbietet, denn alle anderen Tarife wie Economy Light, Economy Classic und Economy Green sind überhaupt nicht erstattungsfähig und nur umbuchbar (zumindest teilweise).

Gerade vor dem Hintergrund, dass die Mehrheit aller Geschäftsreisenden in Europa in der Economy Class reist und hier auch Flex-Tickets bucht, ist dies möglicherweise ein Versuch von Lufthansa, die Einnahmen über Stornos zu erhöhen. In der Vergangenheit haben Firmen damit begonnen, die 70 Euro Stornogebühr zu akzeptieren, die für Flex-Tickets in der Economy Class angefallen sind, was wohl auch an den fehlenden Alternativen lag. Die Vermutung liegt nahe, dass man die 150 Euro auch akzeptieren wird, wobei dies sicherlich nicht zur Kundenzufriedenheit beitragen wird.

Wer ein wirklich flexibles Ticket bei Lufthansa auf der Kurzstrecke buchen will und hier die Option der kompletten Rückerstattung haben möchte, der muss auf die teuersten Business-Flex-Tarife ausweichen, welche als einzige noch diese Option bieten. Das wirkliche Problem für die allermeisten Passagiere, die Flex-Tickets auf Kurzstrecken buchen, ist hier aber, dass die Reiserichtlinien der Firma, in der man arbeitet, dies gar nicht erlauben, sodass man an das gar nicht so flexible Economy-Flex-Ticket gebunden ist.

Storno nicht erwünscht! Lufthansa erhöht auch auf Kurzstrecken die Stornierungsgebühren bei Flex-Tickets | Frankfurtflyer Kommentar

Lufthansa dreht weiter an der Kostenschraube und man scheint aktuell die Stornogebühren für sich entdeckt zu haben. Tatsächlich ist es in der Branche noch recht unüblich, dass man keine kostenlos stornierbaren Tickets anbietet, allerdings könnte man hiermit durchaus Erfolg haben und die Einnahmen steigern, auch wenn viele der Kunden sich hier sicherlich nur mangels Alternativen darauf einlassen.

Tatsächlich frage ich mich aber, ob dies für Lufthansa wirklich so ein bedeutender Hebel ist, dass es sich lohnt, diese Schritte zu gehen, denn ein gutes Signal ist es sicherlich nicht, denn Kunden, die Flex-Tickets buchen, machen dies durchaus auch wegen der Stornooption. Irgendwann erreicht man hier den Punkt, an dem sich die Kunden wohl doch nach Alternativen umsehen, sei es eine andere Airline oder auch günstigere Tickets, denn bei diesen Stornogebühren kann man sich überlegen, ob es nicht günstiger in Summe ist, die Tickets einfach „wegzuschmeißen“, wenn sie nicht genutzt werden, zumal Lufthansa ohnehin die nicht genutzten Steuern und Gebühren erstatten muss, was unter Umständen die wirtschaftlichere Option für einige Firmen sein könnte.

4 Kommentare

  1. Wird spannend, ob da der Verbraucherschutz mal eingreift und den Begriff „Flex“ verbieten laesst….
    Dann wird in vielen Faellen einfach das Verfallenlasen des Tickets bei Erstattung der Steuern und Gebuehren die beste Alternative sein.
    Oder, wenn man viel die eine Strecke fliegt, dann kann man Flex nehmen und einfach in die Zukunft umbuchen. Storno wuerde ich dann nur beim Ablauf des Tickets (also nach einem Jahr) machen.

  2. So sehr ich Verständnis für die schwierige Situation momentan habe, so sehr fehlt mir jegliches – ich wiederhole – jegliches Verständnis dafür, wie Lufthansa und Miles & More mit ihren Kunden umgehen. Das Gesamtbild der Verschlechterungen über mindestens die letzten drei Jahre ist verheerend!
    Teil 1, ob temporär oder nicht ist völlig egal, eine vierstellige Summe einbehalten auf der Langstrecke für NICHTS, und das als Flex-Tarif bezeichnen.
    Teil 2, man zieht auf der Kurzstrecke nach mit heftigen Stornogebühren.
    Die Frage muss erlaub sein:
    Ist der ganze Verein komplett irre geworden?
    Der Markt regelt das, schon klar. Der von Dir zitierte Punkt dürfte für viele Kunden schon lange überschritten sein.

  3. Ich erwähnte es bereits – eine Verschlechterung, die gezielt diejenigen Kunden vergrault, die mit Abstand am meisten führ ihre Tickets bezahlen.

    Wieviel kann da ein potenzieller einzelner Verlust für die Lufthansa sein, wenn er einen sonst zufriedenen Kunden verliert der jedes Jahre Zehntausende Euros bei LH ausgibt!?!

    Es geht hier nicht um die Leute, die auf Expedia die billigsten Tickets buchen und denen es egal ist in welchem Flieger sie sitzen, sondern um die, die gzielt mti LH fliegen und gezielt teure Tickets buchen.
    Der überwiegende Teil der Reisenden weiss sicher gar nicht, dass es solche Tickets überhaupt gibt, umso wichtiger ist der kleine Kundenkreis, der sie bucht…

    Das Falscheste was man machen kann…
    Sehr sehr schade.

    Vg

    SEN

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