Über 12 Sitztypen und vier Hersteller | So extrem komplex sind die neuen Sitze des Lufthansa Allegris Projekts

Lufthansa Allegris Business Class, Foto: Robert

Mit Lufthansa Allegris sollte alles anders – beziehungsweise alles besser – werden. Mit der offiziellen Vorstellung der neuen Sitze Anfang 2023 sollte es dann auch sehr schnell gehen, und bereits im Sommer 2023 sollten die ersten Jets mit Lufthansa Allegris Passagiere fliegen. Daraus wurde jedoch nichts, und erst im Mai 2024, also etwa ein Jahr verspätet, konnte ein Airbus A350-900 mit den neuen Sitzen an Bord (wenn auch noch ohne First Class) abheben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

🛫 Über 12 Sitztypen: Lufthansa treibt die Komplexität bei Allegris auf die Spitze.
🛠 Drei Hersteller: Unterschiedliche Zulassungen sorgten für massive Verzögerungen.
⏳ Zwei Jahre Verspätung: Besonders die Boeing 787-9 war stark betroffen.

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In den letzten Jahren war das Allegris-Projekt vor allem für seine Verspätungen bekannt – insbesondere mit Blick auf die neue Business Class. Die Boeing 787-9 konnte fast zwei Jahre lang keine Zulassung für die Business-Class-Sitze erhalten. Inzwischen liegt diese Zertifizierung allerdings vor, und nun sollte es eigentlich recht schnell mit dem Rollout der neuen Business Class bei Lufthansa gehen.

Das Allegris-Projekt galt in der Branche immer als eines der ambitioniertesten überhaupt. Lufthansa wurde für dieses Vorhaben durchaus bewundert, denn selten will eine Airline in der gesamten Langstreckenflotte auf einen Schlag in allen Klassen die Sitze tauschen. Auch wenn natürlich von Anfang an klar war, dass es mehrere Jahre dauern würde, bis alle Langstrecken mit den neuen Sitzen durchgeführt werden, sind die Verzögerungen inzwischen atemberaubend.

Ganz überraschend kommen die Probleme aber vielleicht doch nicht, denn allein die Eckdaten des Projekts sind nahezu verrückt. Lufthansa hat die Komplexität extrem hochgetrieben und in allen Klassen über ein Dutzend verschiedene Sitztypen eingeführt, die jeweils eigenständig zugelassen werden müssen – und das auch noch bei mehreren unterschiedlichen Herstellern.

Probleme in der Economy und Premium Economy Class sind überschaubar

Ganz hinten, also dort, wo die meisten Passagiere sitzen, läuft es eigentlich recht gut. In der Economy Class sowie in der Premium Economy Class hat man sich für etablierte Sitze „von der Stange“ entschieden, die lediglich für Lufthansa modifiziert wurden. Diese Sitze stellten in der Zulassung kaum Probleme dar – was in diesen Klassen auch nicht ungewöhnlich ist.

In der Economy Class kommen Sitze von Recaro zum Einsatz, in der Premium Economy Class liefert ZIM Aircraft Seating.

Ganz ohne Probleme lief es jedoch auch hier nicht. Vor allem die versprochenen Features wie der geblockte Mittelsitz oder das „Bett in der Economy Class“ sind bislang noch nicht buchbar. Ob dies an einer fehlenden Zulassung liegt, ist nicht offiziell bekannt. Ein konkretes Datum für den Verkaufsstart gibt es bisher ebenfalls nicht.

Im Airbus A350-900 konnte zudem lange Zeit die erste Reihe der Economy Class nicht besetzt werden, da es auch hier Probleme mit der Zertifizierung gab. In der Boeing 787-9 ist dies teilweise noch immer der Fall, soll aber bald gelöst sein.

Die Allegris Business Class ist unfassbar komplex

Die neue Lufthansa Business Class ist extrem komplex. Schon allein daran erkennt man dies, dass sieben verschiedene Sitztypen für die Kunden entworfen wurden. Diese sind aus einer sehr konsequenten Raumausnutzung heraus entstanden. Lufthansa hat es dabei geschafft, die jeweiligen Vorteile der unterschiedlichen Sitztypen so herauszuarbeiten, dass man sie gegen Aufpreis vermarkten kann. Grundsätzlich ist das eine clevere Idee – in der Praxis wirkt es jedoch auf viele Kunden zunächst komplex und teilweise verwirrend.

Neue Lufthansa Business Class | Die 7 verschiedenen Sitztypen im Detail

Die sieben Sitztypen sind jedoch nicht nur kommunikativ eine Herausforderung, sondern auch regulatorisch. Jede Variante muss zugelassen werden, was den Zertifizierungsprozess erheblich aufwendiger macht – und ein Grund für die Verzögerungen ist.

Noch ungewöhnlicher ist, dass die Business-Class-Sitze nicht von einem einzigen Hersteller kommen. Lufthansa hat drei verschiedene Hersteller beauftragt, um die hohe Anzahl an Sitzen schneller liefern zu können. In der Praxis führte dies jedoch dazu, dass jeder Hersteller eigene Zulassungsverfahren durchlaufen musste – was wiederum zusätzliche Verzögerungen verursachte.

Die Hersteller verteilen sich wie folgt:

  1. Collins Aerospace (A330, 787)
  2. Stelia Aerospace (A350, 747)
  3. Thompson Aero Seating (777)

Was sich in der Planung sinnvoll und als Diversifikation in einer angespannten Lieferkette logisch anhörte, entwickelte sich zum Verzögerungstreiber. Während Stelia die Business-Class-Sitze für den Airbus A350 relativ früh zugelassen bekam, benötigte Collins deutlich länger. Dies führte dazu, dass die Boeing 787-9 am Ende rund zwei Jahre Verspätung im Einsatz mit voller Business Class hatte.

Auch Verzögerungen bei der First Class

Die neue Lufthansa First Class kann sich durchaus sehen lassen und hat das Potenzial, weltweit ganz vorne mitzuspielen. Gebaut werden die großen Suiten von Collins Aerospace. Aktuell gibt es konkrete Pläne, diesen Sitz sowohl im Airbus A350 als auch im Airbus A330-300 von SWISS einzubauen.

Während die Zulassung der First Class für den A350 einige Monate verspätet erfolgte und der Airbus A350-900 zunächst ohne First-Class-Suiten flog, scheint inzwischen alles nach Plan zu laufen.

Für den Airbus A330-300 von SWISS müssen die Sitze jedoch noch angepasst und erneut zugelassen werden. Hier bleibt abzuwarten, ob der Zeitplan gehalten werden kann. SWISS hat mit First-Class-Zulassungen bereits negative Erfahrungen gemacht: Die neuen First-Class-Sitze für den Airbus A340-300 verzögerten dessen Umbau um fast 18 Monate – unter anderem wegen Problemen mit der Brandschutzzulassung.

Über 12 Sitztypen und mehrere Hersteller | So extrem komplex sind die neuen Sitze des Lufthansa-Allegris-Projekts | Frankfurtflyer Kommentar

Das Lufthansa-Allegris-Projekt wirkt in den letzten drei Jahren durchaus verstolpert. Was Passagiere eigentlich begeistern sollte, führte zunächst zu viel Frustration – sowohl intern als auch extern.

Schaut man sich jedoch die enorme Komplexität an, insbesondere in der Business Class, bekommt man den Eindruck, dass hier ein gewisses „Over-Engineering“ eine Rolle gespielt hat. Sieben Sitztypen und drei Hersteller für ein Business-Class-Produkt – was auf dem Papier nach Innovation und Flexibilität klingt, brachte in der Umsetzung erhebliche Herausforderungen mit sich.

Vielleicht wollte man am Ende einfach etwas zu viel auf einmal: zu individuell, zu perfekt, zu besonders. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Früchte dieses ambitionierten Projekts langfristig die anfänglichen Schwierigkeiten überstrahlen.

30 Kommentare

  1. Das Rad wurde nicht neu erfunden. Echte Innovationen außer in der Vermarktung sucht man vergebens. Eigentlich keine News wert. Die Zeit wird zeigen ob Lufthansa langfristig auf eine richtige Strategie gesetzt hat.
    Ich würde nicht extra 200€ und mehr Aufpreis pro Richtung für einen bestimmten Sitz im Flieger bezahlen. Bzw. meine Firma wird dann mich eher auf andere Flüge umbuchen die günstiger sind.
    Das Geld der Kunden sitzt aktuell nicht so locker wie bei der Ankündigung vor X Jahren

    • Die individuell regulierbare Sitzheizung und Sitzkühlung sind weltweit bisher wohl einzigartig.
      Ob man das braucht, wie lange das (hält ohne ständige Defekte, siehe bisherige Business Class) und ob sich genug Kunden finden, die für diese „Vielfalt“ bezahlen, wird sich zeigen.

      • Naja, mal ehrlich. Wie oft benutzt man in Auto die Sitzheizung / Sitzkühlung? Im Winter bei Minusgraden bzw. im Sommer wenn man in der prallen Hitze geparkt hat. Bei Ledersitzen eher als bei Stoff / Alcantara. Aber jeweils eigentlich nur für die ersten paar Minuten bis das Auto innen warm / gekühlt ist.

        Nachdem diese „extremen“ Temperaturen im Flieger eigentlich nur selten auftreten dürfte der tatsächliche Nutzen (und damit die Nutzung) sehr überschaubar sein, die anfängliche Neugier einiger mal unbeachtet.

        • Das war kein Plädoyer für die Lufthansa oder für deren Strategie und deren Fokus auf ancillary revenue, die ganze LHG meide ich seit 2025 (obwohl nicht mehr weit weg vom Lifetime/SEN). Die Allegris Business Suite bin ich geflogen, den Classic Seat auch. Auf die ohnehin schon hohen Lufthansapreise zahle ich persönlich nicht noch einen saftigen Aufschlag für die Reservierung eines vernünftigen Sitzes. Zudem mag ich diese Übersegmentierung nicht. Statt einer weiteren Zwischenklasse (Business Suite) gibt es jetzt eine drittklassige, viertklassige und fünftklassige Business Class. Der Classic Seat geht gar nicht.

          Die Heizfunktion kann Sinn machen. Zu heiß hingegen war es mir während eines Flugs noch nie. Ob die Kühlfunktion schon am Gate oder beim Taxiing funktioniert, wo man sie vielleicht gebrauchen könnte, würde mich interessieren. Vermutung: Nein. Leider habe ich vergessen, das zu testen.

          Kritik geübt wird an der Komplexität der Allegris-Ausstattung, und in gewisser Weise ist das absolut richtig (overengineered, too complicated, too late). Viele der Kritiker, die jetzt meinen, Lufthansa hätte einfach eine Business Class von der Stange einbauen sollen, hätten allerdings für diesen Fall genau das kritisiert: Die Lufthansa wäre zu konventionell gewesen, zu langweilig, sie hätte keinen Mut gehabt, es hätte bei der Lufthansa keinerlei Innovation gegeben, sondern sie hätte nur eine Ausstattung eingeführt wie andere Airlines auch.

          Die Aussage von Leo – keine echten Innovationen – ist jedenfalls nachweislich falsch.

          • Es kommt drauf an was man als Innovation betrachtet. Dies ist eine sehr philosophische Frage, auch in Hinblick darauf was man bei einem Sitz anders machen kann. Und innovativ muss nicht zwangsweise besser sein als konservativ. Dies will ich auch nicht behaupten. Sitzheizung/Kühlung und paar mehr Zoll beim Bildschirm sind für mich persönlich keine Innovationen, da dadurch Flugerlebnis nicht wirklich verändert wird.
            Dies sieht aber jeder anders.
            Innovativ fand ich das Sofa bei Finnair. Das Ding ist zumindest was anderes. Vor einigen Jahren war die qsuite innovativ mit 4er Sitzen in der Mitte. Emirate mit abschließbaren Suiten in First in 2000er war Innovation in meinen Augen.
            Lufthansa hat sich viele Gedanken gemacht, aber in meinen Augen übers Ziel hinaus geschossen. Ist schön und gut dass es jetzt Plätze für Menschen über 2M gibt. Sicherlich sinnvoll.
            Innovativ eher nicht (wobei ich mit meinen 1.8m da andere Sichtweise hab, als jemand der über 2m hoch ist)
            Und am Ende sind wir alle beim Geld, wo es wohl zumindest hier Konsens gibt. Keiner will dafür extra bezahlen 😉

            • Es ist m. E. schwierig zu argumentieren, zwei neue Hardware-Features, die sonst keine Airline hat, seien keine Innovation…
              Aber ja, es gibt verschiedene Arten und Abstufungen von Innovation.

              Der Finnair AirLounge-Sitz ist seit seiner Einführung meine erste Wahl in der Business Class für die nächtlichen Rückflüge von Seoul und Tokyo über den Pol zurück nach Europa. Mit diesem Sitz komme ich sehr gut zurecht, auch auf den Hinflügen. Und ich muss mir keine Gedanken machen, ob ich nun auf 2A, 3A oder 4A usw. sitze. Die Sitze sind gleich und kosten alle gleich. 💁‍♀️

              Und der oneworld emerald ist als Ersatz für den SEN sehr adäquat.

              • Wenn man sich daran erinnert, wie überschwänglich LH Allegris angekündigt hat (Stichwort „bahnbrechende Weltneuheit“), ist so ne Heizung/Kühlung schon ne ziemlich dürftige Angelegenheit.

                Hätte nie gedacht, dass sich diese „Weltneuheit“ auf Pleiten, Pech und Pannen sowie erhoffte Zusatzeinnahmen beschränkt.

  2. Für mich wäre es ein echter Vorteil, wenn ich meinen Sitzplatz schon vor dem Abschluss der Buchung sichern kann (ohne Aufpreis). Bei Turkish geht das, und dann weiß ich, dass ich mit meiner Freundin zusammensitzen kann. Das wäre für mich wichtiger als unterschiedlich gestaltete Sitzplätze, für die zudem noch ein Aufpreis fällig wird.

  3. Die einzig noch adäquate Business Class der LH-Gruppe verbleibt somit bei ITA Airways.
    Der Rest ist vollkommen unbrauchbar und trotz Allegris/ Senses bereits heute schon hoffnungslos veraltet (vgl. DL, BA, CX, SQ). Wenn man bedenkt, dass LX und LH für ein katastrophal schlechtes Produkt noch sehr viel Geld verlangen wird der Umstieg auf AZ sehr einfach (obschon AZ genug Defizite hat, aber bei dem Preis kann man darüber hinwegsehen).

    Man möchte bei LH offenbar auch nicht dazulernen.
    Marschhalt! Neubeurteilung der Lage?
    Nein, man marschiert fröhlich weiter in die falsche Richtung. Weiter so, LH!

  4. Vielleicht sollte sich LH auf die Basics konzentrieren z.B. dass man sicher sein nicht nachts am Flughafen eingesperrt wird oder, dass weniger gestreikt wird.

  5. Ich finde Allegris sehr gut und da ich nonstop bevorzuge, ist’s für mich wieder ein Grund mehr Lufthansa zu buchen.

    Die extra langen Sitze sorgen dafür, dass einige Kollegen nun auch wieder primär mit Lufthansa fliegen.

    Ist halt typisch deutsch die eigene Airline schlecht zu reden.

    • Nein, das ist es nicht. Als Schweizer ärgere ich mich über SWISS, Franzosen schimpfen über Air France, Briten lästern über British Airways.
      Die Lufthansa hat sich die berechtigte Kritik hart erarbeitet, redlich verdient und im Kontext von Allegris mehr verbockt, als wir das bei anderen Airlines je gesehen haben. An den Unis wird dieser Fall schon gelehrt als Negativbeispiel für Projektmanagement.
      Erst bis Ende 2030 soll Allegris komplett ausgerollt sein, wenn man denn diesem Zeitplan trauen kann. Die Konkurrenz wird dann schon wieder weiter sein und die Lufthansa wie üblich wieder im Hintertreffen.

      • Was macht die Konkurrenz denn nun genau angeblich besser als Allegris?

        Wo gibt’s noch Betten mit 2,20m?

        Und ja, das typische „du bist noch nicht viel geflogen“. Doch, und ich bezahle nicht selbst dafür, kann also ohne Ärger die Produkte gut vergleichen.

        • Als Unternehmer zahle ich die Flüge für mich und meine Mitarbeiter selbst und kann ohne Ärger die Produkte gut vergleichen. Als früherer HON (mehr als 15 Jahre lang) und mit über 35 Jahren als Vielflieger innerhalb und außerhalb der LHG habe ich viele Hard- und Softproducts getestet.
          Mit dem, was die von mir präferierten Airlines besser machen als die Lufthansa, lässt sich eine lange Liste erstellen. Sie fängt damit an, dass andere Airlines nicht großspurig eine neue Kabine ankündigen (2017), um dann sage und schreibe 7 Jahre später (2024) das allererste Flugzeug damit in der Luft zu haben und ab diesem Zeitpunkt die Umstellung noch weitere 6 Jahre (bis 2030) betreiben müssen. Weiter geht es damit, dass keine andere Full-Service-Airline gleich einem Billigflieger derart auf Zusatzeinnahmen und auf das Melken von Kunden aus ist wie Lufthansa mit Allegris. Die Quittung dafür hat sie bereits bekommen (Hybrid Airline).
          Die restlichen Details, die mich stören und die „meine“ Airlines besser machen als die Lufthansa, lasse ich Dir zukommen.

          • Dein Problem sind also die Verzögerung und die Zusatzkosten wenn man nicht den Classic Sitz will.

            Das sind aber doch keine Probleme am jetzt einsatzfähigen Produkt, sondern You-Probleme.

            Ich bewerte das was ich jetzt habe und nutzen kann, keine Versprechen aus der Vergangenheit. Und bei 5k Business stören mich 400 Euro für zwei Sitze auch nicht. Entweder die Reise lohnt sich oder halt nicht.

            • Bei den ohnehin schon hohen Lufthansa-Preisen für das Gebotene stören mich weitere 10% mehr an Zusatzkosten für die Sitze bei 2 bis 7 Personen pro Trip selbstverständlich!
              Das Produkt Allegris ist nicht konsistent. Der verfügbare Platz und der verfügbare Stauraum sind, vielleicht mit Ausnahme der Suiten, begrenzter oder fühlen sich begrenzter an als bei den von mir präferierten Airlines. Das gilt insbesondere auch für die Privatsphäre der Sitze, die mir sehr wichtig ist. Bereits jetzt gibt es bei Allegris u. a. Defekte bei der Sitzverstellung, Probleme mit der Beleuchtung und sichtbare Abnutzungserscheinungen. Alles das durfte ich bereits persönlich erleben. Das Niveau bspw. der neuen Air France La Première erreichen Allegris First Class und Senses First Class nicht. Upgrades in die First Class auch für HONs werden zwangsläufig seltener aufgrund der reduzierten Anzahl der Sitze durch Allegris.
              Ich höre jetzt auf, weil ich keine Lust mehr haben, mich mit einem Lufthansa-Fanboy auseinandersetzen. Angesichts Deiner Aussagen ergibt sich für Dich jedenfalls genau das Kundenprofil, das die Hansa so liebt und auspresst.

              • Du kannst ja gerne erst nach Frankreich reisen um dann zu fliegen oder in einem Golfstaat umsteigen.

                Meine Zeit ist kostbar, ich fliege nonstop vor der Haustüre und wenn ich First fliegen will, dann bezahle ich einfach dafür und hoffe nicht auf ein Upgrade.

                • Interessante Diskussion. 🙃

                  @Seb: Was hat Deine Antwort mit Allegris zu tun?

                  Sehr viel mit Allegris zu tun hat, dass durch die Allegris-Konfiguration mit einer reduzierten Anzahl von Sitzen in der First Class die Statusinhaber getroffen wurden. Die eVoucher können jetzt noch seltener für Upgrades in die First Class verwendet werden. Das hat nichts damit zu tun, dass wir einfach regulär First Class buchen können. Natürlich können wir das!

                  Oben schreibst Du erst, Du zahlst nicht selbst für die Flüge und kannst deshalb gut vergleichen. Ok. Und dann, dass Dich die Mehrausgaben für die Sitzplatzreservierung nicht stören und später, dass Du selbst für die First Class zahlst. Was denn nun?

                  Ich kenne Arbeitgeber, die diese Mehrkosten ganz erheblich stören und die das nicht buchen lassen. Du zahlst ein Sitzplatzupgrade in die Business Suite privat und fliegst sonst First? Statuskunde bist Du aber nicht, weil Dich die Entwertung der eVoucher durch Allegris nicht stört?

                  Zur Kernzielgruppe des Lufthansa-Marketings gehörst Du definitiv. 🤣

                  • Die Kritikpunkte des Kollegen haben nichts mit Allegris zu tun. Er stört sich an der Preispolitik, der Umsetzungsgeschwindigkeit und Defekten.

                    Ich fliege in aller Regel Business, sowohl privat als auch dienstlich. Die Reise ist für mich kein Event, sondern ich muss von A nach B um dort meine Zeit zu maximieren.

                    Mir fehlt bei Allegris nichts. Die 140 Euro für Fenster pro Richtung interessieren mich bei einer Reise für 10000 Euro nicht. Ich genieße lieber den guten Sitz, das IFE, den Stauraum mit großem Platz für die Füße und das alles direkt vor meiner Haustüre.

                    Wäre ich HON (gewesen) hätte ich aber auch keine Zeit um ständig unter Allegris Artikeln im Internet zu jammern und zu meckern. Im Gegenteil zu einigen anderen. So hat eben jeder Präferenzen und das ist meiner Meinung nach auch gut so.

                    • Oben listet Urs dezidiert seine Kritikpunkte an Allegris im Einsatz auf, die ich kenne und unterschreibe. Du hast daraufhin mit Flügen ohne Umstieg und Zeitersparnis gekontert, was nichts mit Allegris zu tun hat. Ob ein Unternehmer mit Team die Reisen als Event sieht, darf bezweifelt werden. 🤨

                      Blick in die Vergangenheit:
                      Auch mich nervte es massiv, dass ich als ehemalige LHG-Vielfliegerin immer wieder hingehalten wurde und noch bis 2030 aufpassen müsste, nicht im Business-Class-Relikt der Lufthansa zu landen. Die Einschränkung der Upgrade-Möglichkeiten bei Allegris war einer der Punkte, der mich zu anderen Airlines und in eine andere Allianz getrieben hat. Das hat nichts mit „Hoffen auf ein Upgrade“ zu tun. Vielleicht möchte man auch die gesammelten Meilen einlösen für Prämienflüge, die aufgrund von Allegris ebenfalls schlechtere Verfügbarkeiten haben?
                      Bick in die Zukunft:
                      Es gibt schon jetzt Produkte am Markt, die mir erheblich besser gefallen, und in den nächsten Jahren werden andere Airlines weitere Produkte einführen, während die Lufthansa noch mit dem Rollout von Allegris beschäftigt ist. Was als Sprung an die Spitze geplant war, erweist sich diesbezüglich als der berühmte Griff ins Klo. Der Name ist sowieso verbrannt. Umsteigen muss ich und müssen viele Reisende im DACH-Raum ohnehin, weitere Airlines drängen in den Markt, statt Hub & Spoke wird es mehr Point-to-Point-Verbindung geben. Dass Allegris dann Kunden besonders an die Lufthansa bindet, sehe ich nicht.

                      Die aktuellen positiven Zahlen der Lufthansa bzw. LHG kenne ich – warten wir einmal ab, wie sich das in den nächsten Jahren mit Allegris in der Luft weiterentwickelt.

                      Wärst Du jahrelang HON gewesen, wärst Du mehr geflogen und hättest damit im Gegensatz zu Deiner Aussage oben rein mathematisch mehr zu kritisieren. Es macht also offenkundig doch einen Unterschied, ob man mehr oder weniger fliegt mit der Lufthansa.

                      Ob und wie man sich hier darüber artikuliert, steht auf einem ganz anderen Blatt.

                      Schön, dass Dir Allegris so gefällt. Andere sehen das differenzierter und haben andere Präferenzen, und ja, das ist auch gut so. 💁‍♀️

                    • Während man bei LH/LX die nächsten 15 Jahre für etwas Privatsphäre Aufpreis zahlen darf, setzt die Konkurrenz bei AF/KLM/BA/IB auf verschließbare Suiten für alle. Gleiches gilt für den Markt in USA und Asien.

                      Natürlich steht es jedem frei, die ohnehin stolzen LH Preise plus Aufpreis zu zahlen, jeder halbwegs wirtschaftlich denkende Mensch (und irgendwann auch die letzte Reiserichtlinie) wird das jedoch anders sehen.

                      Und nicht vergessen: nur eine absolute Minderheit derer, die LH fliegen, wohnt im Großraum FRA oder MUC, die Mehrheit muss eh irgendwo umsteigen. Und selbst die, die da wohnen, haben genügend aufpreisfreie Alternativen.

    • Ich bin ebenfalls Schweizer, und wir hassen, was die LH aus der Swissair gemacht hat. Die LH preist die LX als „schweizerisch“ an, was sie überhaupt nicht ist, sie ist nur eine billige Schweizsimulation. Darauf fallen vielleicht Touristen herein, sonst aber niemand.

      Ich vergleiche die Allegris mit dem Markt und da schneidet sie einfach erbärmlich ab, insbesondere beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei anderen Linien bekommt man ein ausgereiftes, brauchbares Business Konzept, das ist die Allegris nur in den Suiten, aber nicht bei allen anderen Sitzen. Es mir unverständlich, wie stur dies nun durchgezogen wird, statt zu reagieren. Die LH wird in 3-4 Jahren aufwachen, und dann mit grossem Getöse eine neue C ankündigen, welche dann schon wieder Jahre hinter den anderen Linien zurückliegt.
      Dabei müssten sie nur in Rom nachfragen, wie es geht. Der Thompson Vantage XL ist völlig ausreichend, da braucht es nicht drei verschiedene Sitztypen. Delta schafft es sogar noch eine Suite drumherumzubauen (für alle Plätze), aber LH weiss und kann es besser.

      Die meisten Briten, welche ich kenne, sind mit BA durchaus zufrieden. Wenn man Tatsachen benennt, wie die verunfallte Allegris/ Senses, hat das nichts mit Schlechtreden zu tun, es ist lediglich eine Benennung der Fakten. Freilich hat jeder andere Ansprüche, und wer nur LH fliegt vielleicht auch keine Vergleichsbasis.

      • Swissair ist seit fast einem Vierteljahrhundert Geschichte und das deswegen, weil die Airline in die Pleite gemanaged wurde. Was LH aus den Resten gemacht hat, sehe ich allerdings ebenfalls sehr kritisch.
        Viele Reisende kennen in der Tat den Markt und die alternativen Möglichkeitennicht. Sie freuen sich, nach mehr als zwölf Jahren eine neue Ausstattung bei der LH geboten zu bekommen. Anspruchslos, schlecht informiert und mies im Rechnen ist, was mir in diesem Kontext bei LH-Kunden einfällt.
        Die LH wird nicht in drei oder vier Jahren aufwachen. Sie wird ab jetzt mindestens für acht Jahre mit Allegris planen, frühestens 2034 eine neue Ausstattung ankündigen und nicht vor 2038 mit deren Rollout beginnen.
        Die Briten, mit denen ich spreche, kritisieren vor allem die sogenannte First Class bei BA und ganz heftig die neuen Anforderungen im British Airways Club.

        • Die Denkweise dass irgendwo anders alles besser ist als bei sich ist menschlich. Was BA First angeht gebe ich dir vollkommen recht. Es ist eher eine gehobene Business Class als First. Das macht LH besser aber weit entfernt von AF in Europa oder alle vom Golf.
          Es ist aber nicht alle schlecht bei LH. Man muss es positiv sehen die haben nachdem alle es vorgemacht haben endlich als letzte ehemals Premium Airline einen neuen Sitz.
          Wenn die Aufpreise wegfallen. Sind alle happy 😉
          Sonst drum herum ist alles in Ordnung. Das Personal ist gut. Essen ist OK. Und der Sitz an sich ist auch gut.
          Problem ist das Preis/Leistung Verhältnis

          • Personal ok, Essen ok, Sitz an sich gut: Das stimmt. Nur sind ok und gut weit weg von Premium. Bei keiner anderen Airline klaffen Anspruch und Wirklichkeit sowie Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung derart weit auseinander.

  6. M&M ist voellig nutzlos, wenn ein vom Senator runtergestufter FTL fuer Sitzreservierungen in der Eco auf einem kurzen Flug von Muenchen nach Zuerich aufzahlen muss, ebenso fuer alles andere als einen Classic Sest fuer ein vollflexibles Business Ticket mit Allegris nach New York. Ich probiere das jetzt mal aus, und dann werde ich vermutlich bald wie frueher die LH meiden, wo es nur irgendwie geht.

  7. crews bei LH(Mainline ) finde ich die besten
    allegris ist richtig gut aber die anderen sind veraltet
    essen finde ich auch ganz gut
    fliege gerne LH , aber nur auf Kurzstrecke und bei Langstrecke nur allegris und 747-8 First

  8. Komisch das in dem Beitrag die völlig absurden Aufpreise für die Sitzplätze nicht erwähnt werden. Da möchte man Lufthansa doch nicht ganz verärgern. Fakt ist, nach Miami in Business Class 2 Personen 11.000 € und dann nochmal mindestens 170€ für nen Sitz! Ansonsten nur 3-5 kostenlose nicht Fenster Sitze. Absoluter Wahnsinn! Das geht dann weiter bis 500€ pro Person.

  9. Wir waren Anfang November in der “eigentlich” viersitzigen LH First Class von Tokio Haneda nach München unterwegs. 1 Sitz war defekt und konnte nicht gebucht werden; mein Allegris-Platz war bedingt einsatzbereit. Letztlich waren meine Frau und ich demzufolge die einzigen Gäste in der Allegris First der LH. Das war zwar sehr exklusiv und bequem, sich zu Zweien auf 4 Sitzen bewegen zu können, allerdings ist das ganze “Gedöns” um Allegris total überzogen. Überzeugt hat uns Allegris – im Vergleich zu anderen Carriern – nicht. Es gibt noch nicht einmal gescheite Ablagen für Handegepäck und private Utensilien. Seinen Bordtrolley muss man im Ottoman verstauen, auf dem man sich bettet. So ein Unsinn; da kommt man zwischendrin nicht mehr ran. Dafũr hat uns Stewardess Vanessa in der LH First hervorragend geserviced. Das war top! Allegris dagegen ist leider nur Mittelmaß. 100 Jahre und noch nicht weise geworden, das LH-Management. Schade.

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