Der Ölpreis steigt und Flugreisen werden teurer, der Verkauf von Flugtickets läuft bei Lufthansa trotzdem gut. Insbesondere die Nachfrage nach Premium-Plätzen ist robust, mehr als die Hälfte des Umsatzes wird in den vorderen Klassen generiert. Laut Konzernchef Spohr sind die Sitze der First, Business und Premium Economy Class zuerst weg. In einigen Langstreckenflugzeugen könnte es daher bald entsprechende Änderungen bei der Konfiguration geben.
💺 Premium zuerst voll: First, Business und Premium Economy verkaufen sich bei Lufthansa inzwischen schneller als die Economy Class.
💶 Mehr als die Hälfte: Auf der Langstrecke erzielt Lufthansa über 50 Prozent des Umsatzes mit den Premiumklassen.
✈️ Mehr Premiumsitze: Lufthansa prüft bereits größere Business- und Premium-Economy-Kabinen in einigen Langstreckenflugzeugen.
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Bei Lufthansa sind die teuren Plätze zuerst weg
Das Buchungsverhalten der Lufthansa-Passagiere hat sich offenbar grundlegend verändert. Früher füllte sich zunächst die Economy Class, während in der First und Business Class selbst kurz vor Abflug noch Plätze verfügbar waren. Inzwischen sei es genau umgekehrt, erklärte Lufthansa-Group-Chef Carsten Spohr bei einem Gespräch mit Journalisten in Frankfurt.
„Die First, die Business, Premium Economy verkaufen sich zuerst“, sagte der Manager. Gleichzeitig zeigt sich auf einigen Verbindungen eine gewisse Schwäche in der Economy Class. Dies soll beispielsweise auf einzelnen Strecken zwischen Deutschland und den USA zu beobachten sein.
Spohr spricht von einem weiterhin „ungebrochenen Premium-Boom“. Besonders wichtig ist diese Entwicklung für Lufthansa auf der Langstrecke. Dort erzielt der Konzern inzwischen mehr als die Hälfte des Umsatzes mit First, Business und Premium Economy Class. Der Trend beschränkt sich offenbar nicht auf Lufthansa. Auch bei anderen großen europäischen Airline-Gruppen wie Air France-KLM und IAG wurde zuletzt eine robuste Nachfrage nach Premiumreisen beobachtet.

Lufthansa will mehr Premiumsitze einbauen
Die Entwicklung erklärt auch, warum Lufthansa die Aufteilung der Kabinen in einigen Langstreckenflugzeugen überdenkt. Erst vor wenigen Wochen haben wir darüber berichtet, dass Lufthansa mehr Premiumsitze in die Langstreckenflugzeuge einbauen will. Ein erstes Beispiel dafür ist der neue Airbus A350-1000. Lufthansa erwartet das erste Exemplar im November.
Obwohl der A350-1000 deutlich größer als der A350-900 ist, bekommt er lediglich rund 300 Sitzplätze. Dafür fallen die Premiumkabinen entsprechend groß aus. Vorgesehen sind drei First-Class-Sitze, 49 Plätze in der Business Class und 35 in der Premium Economy. Hinzu kommen 212 Economy-Sitze. Auch bei weiteren Airbus A350-900 und Boeing 787-9 könnten künftig größere Premiumkabinen eingebaut werden. Eine konkrete Entscheidung über die Konfigurationen weiterer Flugzeuge hat Lufthansa bisher allerdings nicht bekanntgegeben.

Höhere Ticketpreise schrecken Premiumkunden kaum ab
Die Entwicklung ist vor dem Hintergrund der steigenden Ticketpreise ersteaunlich. Lufthansa rechnet inzwischen damit, dass die zusätzlichen Treibstoffkosten 2026 sogar die bisher erwarteten 1,5 Milliarden Euro übersteigen werden. Im August hatte der Konzern für das Gesamtjahr bereits mit Treibstoffkosten von 8,66 Milliarden Euro gerechnet. Einen Teil der zusätzlichen Kosten kann Lufthansa durch Absicherungsgeschäfte auffangen.
Gleichzeitig kann der Konzern derzeit höhere Ticketpreise am Markt durchsetzen. Spohr bezeichnet die Nachfrage insbesondere im Premiumsegment trotz dieser Preissteigerungen als „erstaunlich robust“. Auch die geopolitischen Unsicherheiten haben das Buchungsverhalten bislang offenbar kaum beeinflusst. Normalerweise sorgen Kriege und Krisen für eine gewisse Zurückhaltung bei Flugbuchungen, einen solchen Effekt kann Lufthansa momentan aber nicht erkennen.
Diese vier Sitztypen bietet Lufthansa derzeit in der Premium Economy Class
Verkehrte Welt bei Lufthansa: Economy Class könnte verkleinert werden | Frankfurtflyer Kommentar
Dass die Premiumklassen inzwischen vor der Economy Class voll werden, ist ein Novum. Die Konsequenzen könnten schon bald umgesetzt werden. Mit dem Airbus A350-1000 bekommen wir einen Vorgeschmack, dieser bekommt fast 90 Premium-Sitze. Wenn Lufthansa diese Plätze tatsächlich regelmäßig zu vernünftigen Preisen verkaufen kann, wäre es nur logisch, auch andere Flugzeuge entsprechend anzupassen.
Umso mehr verwundert es, dass man die Boeing 787-9 mit nur 28 Business-Class-Sitzen ausgestattet hat, der Dreamliner dürfte damit auf einigen Strecken schnell an seine Grenzen kommen. Gleichzeitig darf Lufthansa nicht vergessen, dass sich die Nachfrage auch zügig wieder verändern kann. Und beim Umbau sind sie nicht die schnellsten…
Danke: aeroTELEGRAPH
Seit langem ist bekannt, das die Eco Premium das meiste Geld bringt. Manche Airlines reagieren erst spät und träge.Bei LH war die Eco Premium immer zu unterentwickelt.
Und weil CS das so sagt ist das natürlich auch alles so, und man muss hier auch nichts hinterfragen.
Vor nicht allzulanger Zeit hat man mit der Einführung der neuen „Aufpreis – Business Class“, verkündet, diese deutlich zu reduzieren, da man weniger Geschäftsreisende erwartet. Andere sind diesen Schritt nicht gegangen. Jetzt atellt man es als wegweisende Erkenntnis dar, dass sich „vorne“ doch besser verkauft als gedacht.
Das lustige: „A350-1000 … bekommt fast 90 Premium-Sitze“, den A346 gabs mit 92. Man wäre da also immer noch unter dem Stand vorher.
Man irrt sich.
Ist doch aber nicht schlimm, vorausgesetzt der Sitztausch ist technisch nicht zu diffizil.
Zu Geschäftsreisen kann ich jetzt nichts sagen. Bei Konferenzen waren die Vorträge eigentlich immer Alibiveranstaltungen. Die würden theoretisch auch remote durchführbar sein.
Aber Kern waren immer die Postersessions. Da ging es in die interessanten Details. Manchmal mit aha-Effekt nach 5 Minuten Gespräch bezüglich der eigenen Arbeit des gesamten vergangenen Jahres.
Und das geht nicht remote.