Kann Lufthansa mit Eierlikör, Kuchen & mehr Kaviar die Nummer 1 in Europa werden?

Foto: Lufthansa

In der Teppichetage der Lufthansa hat man sich für das Jubiläumsjahr viel vorgenommen. Noch nie wurde so viel Geld in die Erneuerung der Flotte, bessere Hardware und einen hochwertigeren Service investiert. Die größte deutsche Fluggesellschaft hat trotz der Pannen, Streiks und Verspätungen ein ambitioniertes Ziel. Airline-Chef Jens Ritter ist hier sehr deutlich, der Manager will, dass der Kranich die Premium-Airline Nummer Eins in Europa wird.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Große Investitionen: Lufthansa investiert massiv in Flotte, Kabinen und Service.
🍰 Neues Bordprodukt: Kuchenservice, frisches Catering und mehr Auswahl in allen Klassen.
🥂 Premium-Offensive: First Class mit mehr Kaviar & teurem Champagner

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Wenn man mal von den Streikwellen absieht, läuft es bei Lufthansa operationell eigentlich wieder ganz gut. Schon vor Monaten hieß es, dass man wieder so pünktlich und zuverlässig wie seit zehn Jahren nicht mehr ist. Diese Aussage kam nun auch wieder von Jens Ritter in einem Interview bei aeroTELEGRAPH. Im Podcast Luftraum spricht Ritter davon, „für das Jubiläumsjahr sehr, sehr gut aufgestellt“ zu sein.

Mit dem „Feuerwerk von Innovationen“ meint er nicht nur die Modernisierung der Flotte, sondern vor allem eine tiefgreifende Überarbeitung des Bordprodukts – von der First Class bis zur Economy Class. Das neue Kabinenkonzept Allegris und das Serviceprojekt Future Onboard Experience (FOX) sollen die Airline und den Service und das Softprodukt auf ein neues Niveau heben.

Laut Lufthansa investiert man aktuell so viel wie noch nie in die Kunden. Gerade im Catering will Lufthansa künftig stärker differenzieren und sich klar als Premiumanbieter positionieren. Seit Ende März sind die Aufwertungen in der First Class zu sehen. Mit Zwei-Sterne-Menüs, einem zusätzlichen Premium-Champagner von Veuve Clicquot und Kaviar, der künftig auch zum Frühstück serviert wird, sollen die Fluggäste in der Luxusklasse die Unterschiede spüren. In wenigen Tagen kommt das neue Konzept auch in den anderen Klassen zum Tragen.

Mehr Inszenierung an Bord

Lufthansa setzt beim neuen Service auf zahlreiche neue Bestandteile, eine bessere Inszenierung und durchaus auch etwas Emotionalität. In der Business Class will man auf längeren Flügen Kaffee & Kuchen servieren. Neben Blechkuchen und Torte wird auch Eierlikör ausgeschenkt.

Die Mahlzeiten im regulären Service werden aufgewertet, die Bestandteile kommen nicht mehr tiefgekühlt, sondern frisch an Bord. Fisch und Fleisch werden getrennt von den Beilagen erhitzt und individuell angerichtet. In Zukunft sollen auch alle Fluggäste das tatsächliche Wunschgericht bekommen. Ein Ansatz, den man auch in der Economy- und Premium Economy Class verfolgen will.

Selbst in der Holzklasse will man auf längeren Strecken bis zu drei verschiedene Hauptgänge anbieten. Die Premium Economy Class soll durch diverse Amenities und neue Serviceschritte näher an die Business Class rücken.

Besserer Service auch in der Holzklasse von Lufthansa. Foto: Robert

Wie viel Premium kann Lufthansa?

So ambitioniert die Ziele sind, so groß bleiben die Herausforderungen. Lufthansa kämpft weiterhin mit hohen Standortkosten, komplexen Strukturen und einer operativen Historie, die zuletzt nicht immer mit dem Premiumanspruch mithalten konnte. Parallel haben viele Konkurrenten aufgeholt, neben den Airlines aus Nordamerika haben auch einige Europäer wie Air France neue Konzepte etabliert.

Was Lufthansa mit FOX vorhat, klingt überzeugend. Die Frage ist aber, ob man das, was auf dem Papier steht, auch so gut umgesetzt bekommt? Können die Serviceschritte in allen Klassen auf den unterschiedlichen Flugzeugtypen gleichermaßen angewendet werden? Sind die Crews motiviert und stark genug, das Konzept, das auf mehr Individualität setzt, so zu leben, wie es sich das Management vorstellt?

Lufthansa 747-8 100th Anniversary Livery, Foto: Lufthansa

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Der Wille ist da, die Ziele sind ambitioniert. Die Investitionen in neue Kabinen, besseren Service und ein konsistenteres Bordprodukt sind überfällig und gehen klar in die richtige Richtung. Bei vielen Fluggästen bleiben aber die Zweifel, da sich Lufthansa schon lange mit dem Wort Premium schmückt, aber nicht das lebt, was man sich davon erwartet.

Die vielen neuen Details haben durchaus Potenzial, den Kuchenservice und die größere Essensauswahl soll es beispielsweise aber nur auf den längeren Strecken geben. Man fragt sich also, ob man als Passagier die Unterschiede auch dann bemerkt, wenn man in der Economy Class „nur“ nach Indien oder New York fliegt.

Für das neue Konzept sind zudem gut vorbereitete und vor allem motivierte Crews wichtig, die die Neuerungen leben. Nach den gescheiterten Verhandlungen, dem verstärkten Ausbau der anderen Tochtergesellschaften und dem plötzlichen Ende der Lufthansa CityLine dürfte die Stimmung beim Personal aber nicht gerade auf Hochform sein.

 

Quellen: Lufthansa, aeroTELEGRAPH

 

15 Kommentare

    • Unheimlich leckere Kombination mit direktem Abgang auf der Bordtoilette. Allein der Eierlikör wird mich ab sofort dazu bringen nur noch Lufthansa zu fliegen.

  1. Kaffee und Kuchen als Innovation?
    Kuchen gabs doch vor Corona schon, und Kaffee kann man ja nun jederzeit haben. Wo ist da jetzt die Neuerung? Weil man den Kuchen zwischenzeitlich abgeschafft hatte und den Kaffee jetzt proaktiv anbietet???

  2. Robert schreibt „ und dem plötzlichen Ende der Lufthansa CityLine dürfte die Stimmung beim Personal aber nicht gerade auf Hochform sein“ … und auch bei kunden mir hat lufthansa von 4 geplanten reisen 3 storniert bzw umgebucht.Dabei ist fehler aufgetreten (Bestätigung email mit buchungen in der App nicht übereinstimmen)LH service katastrophe nichts geht nimand erreichbar

    • Mir wurden auch jüngst zwei Trips geändert, konnte aber in dem Fall selbstständig auf einen anderen Flug (auch mit anderen Airlines) umbuchen. Bei der Hotline habe ich schon lange nicht mehr warten müssen. Also 2022 wars ne Katastrophe, aber seitdem ist es zumindest nach meinem Empfinden echt akzeptabel…

  3. Lufthansa will Premium-Airline Nummer Eins in Europa werden. Lufthansa wollte dieses und will jenes. Ich will mich etwas disziplinierter ernähren und 2 kg abnehmen.

    Alles Lippenbekenntnisse!

    Wenn man seit einiger Zeit und aktuell so viel wie nie in die Flotte und in den Kunden investiert, dann liegt das daran und dann geschieht dies nur, weil über ein bis eineinhalb Jahrzehnte viel zu wenig getan wurde (um nicht zu sagen: Weil man so wenig wie nie investiert hat).

    Tut mir leid. Die Teppichetage kann ich einfach nicht mehr ernstnehmen.

  4. Es bringt nichts, wenn der Lufthansavorstand gebetsmühlenartig auf den Premiumanspruch seiner Airline hinweist, die Realität ist eine andere. Heute ist Lufthansa schlicht und einfach nicht premium!

    Um premium zu sein, ist nicht das Geschirr in der Business Class maßgebend und auch nicht das Amenity Kit in der First Class und ebenso wenig der Kuchen in der Economy Class. Was wirklich zählt, ist, dass Lufthansa den Kunden und seine Bedürfnisse wieder ins Zentrum stellt (ich spreche hier natürlich nicht von den Sparübungen, welche beschönigend mit „Kundenbedürfnissen“ begründet werden und der Kunde so auch gleich noch für dumm verkauft wird). Innerhalb der Konzernverwaltung sieht man den Kunden auf zu breiter Front und zu oft in erster Linie als Kostenfaktor. Da wäre meines Erachtens zuerst und vor allem ganz dringend anzusetzen!

  5. Hier ist eine professionelle, klare und bewusst etwas schärfere Antwort für ein Forum:

    Die Zweifel sind nicht nur berechtigt, sie werden in der Praxis leider regelmäßig bestätigt. Ich bin erst vor wenigen Tagen selbst mit Lufthansa und Partnern in der höchsten Reiseklasse (First) unterwegs gewesen – und das Erlebnis hatte mit „Premium“ wenig bis gar nichts zu tun.

    Beim Hinflug waren gleich zwei First-Class-Sitze defekt. Einer komplett ohne Strom und gesperrt, mein eigener Sitz ebenfalls mangelhaft: instabil, ständig in Bewegung, mit einem Sitzgefühl, als würde man auf der Mechanik selbst sitzen. Komfort war faktisch nur in der Liegeposition gegeben. Da die Kabine vollständig ausgebucht war, bestand keinerlei Möglichkeit zu wechseln – ein Zustand, der in dieser Preisklasse schlicht inakzeptabel ist.

    Der Rückflug setzte das Bild nahtlos fort: Eine Toilette außer Betrieb, bei voller Auslastung entsprechend lange Wartezeiten. Alternativ bleibt einem dann nur der Gang in die Business oder Economy – was man drehen und wenden kann, wie man will: Das ist kein Premiumprodukt.

    Auch am Boden zeigt sich das gleiche Problem. Während die Lounges in Deutschland durchaus dem Anspruch gerecht werden, ist das Erlebnis beispielsweise in Delhi weit davon entfernt. Die Vertragslounge (Encalm Privé) ist überfüllt, bietet keinen separaten Bereich für First- oder HON-Gäste und bewegt sich qualitativ – insbesondere beim Speisenangebot – auf einem Niveau, das dem Anspruch nicht annähernd entspricht.

    Hier stellt sich zwangsläufig die Frage: Warum ist man nicht bereit, in angemessene Loungepartnerschaften zu investieren, um zumindest den zahlungskräftigsten Kunden ein konsistentes Erlebnis zu bieten? Die Antwort wirkt offensichtlich – Kostenersparnis auf Kosten der Kundenzufriedenheit.

    Ich fliege privat etwa zweimal jährlich First und habe absolut kein Problem damit, für Qualität zu bezahlen. Aber genau diese Qualität wird in solchen Fällen schlicht nicht geliefert. Wer dauerhaft „Premium“ kommuniziert, muss es auch durchgängig leisten – alles andere untergräbt die eigene Glaubwürdigkeit.

    • Die Fluggesellschaft wird Dir ihr Bedauern ausdrücken, Du bekommst einige Textbausteine der KI mit Standard-Floskeln („wir verstehen Ihre Frustration“, „bedauern, dass wir Ihren Ansprüchen diesmal nicht gerecht werden konnten“). Ich spreche als ehemaliger HON.
      Des weiteren wird auf die Zukunft verwiesen werden.
      Mit Allegris sei eine neue First Class eingeführt worden, die weltweit ganz neue Maßstäbe setze.
      Das alles nützt Dir wenig, wieder wurde nicht performt. Du bist nicht die einzige Person, die sich seit Jahren über eine veraltete First Class, Defekte bei den Sitzen sowohl in der First Class als auch in der Business Class, über die schleichende Verschlechterung der Qualität, mäßige Lounges und das ground handling ärgert.
      Die Lufthansa will jetzt Premium werden. Ich kann es nicht mehr hören!
      Mir persönlich ist es egal, was die Lufthansa wird. Diese Airline wird nicht mehr gebucht, weder mit meinem privaten Geld noch über meine Firma. Bei SWISS, Austrian und dem Rest sehe ich das genauso.

      • Wenn es ja nur bei dee alten First so wäre. Ich bin einmal die neue Allegris geflogen. Kabine nicht richtig gereinigt, Licht konnte nicht gesteuert werden (bei einem Nachtflug) und war abgeklebt, Entertainmentprogramm lief nicht, der Sitz hart wie eine Holzbank beim sitzen. Und ja: Genau die o g. Floskeln wurden als Antwort auf mein Feedback geliefert. Ich konnte es mir nicht verkneifen LH mitzuteilen ,dass ich in Zukunft einen großen Bogen um Allegris machen werde.

  6. Naja, eher klappt das über das kartellrechtswidrige Monopol in dem man Kunden jegliche Wahlmöglichkeit weg nimmt und sie in einen linksextremen Konzern zwingt der außer ständigem grundlosen Streik nichts kann.

  7. Dass die LH die schlechteste Fluglinie der Welt ist zeigen die neuesten terroristischen Anschläge (grundlose Streiks). Niemand der so einen widerlichen linksextremen Dreck wie grundlose Streiks duldet kann ernst genommen werden.

  8. Ich hatte letztes Jahr versucht meine noch vorhandenen LH Meilen in einen One Way Flug FRA-SIN für meine Frau und mich einzulösen. 10 Monate vorher angerufen und nach Verfügbarkeiten gefragt. Zwei freie Plätze gefunden und gebucht. Drei Monate später eine E-Mail erhalten mit einem Downgrade in die Business Class, wegen Fluggerätewechsel (748 auf 744). Wieder angerufen und gesagt, dass ich mit Business nicht einverstanden bin und ich gerne weiter meine ursprünglich gebuchte Klasse haben möchte. Hotline sehr kompetent und kooperativ mit einem Angebot, am selben Tag über ZRH mit Swiss zu fliegen, aber mit Zubringerflug. Gerne angenommen. Zubringerflug um 19:40 ab FRA und um 23:30 ab ZRH in First. Dann einen Monat später wieder E-Mail erhalten, dass der Zubringerflug jetzt um 20:50 fliegt. Ok, etwas knapp für den Umstieg in ZRH… Erneut angerufen und gebeten, dass ich gerne früher ab FRA fliegen würde, einfach, um entspannt in den Urlaub fliegen zu können. Umbuchung auf 15:15 Uhr ab FRA erfolgreich durchgeführt. Am nächsten Tag einen Anruf von Miles&More erhalten, dass die Umbuchung nicht erfolgen kann, weil die beiden Fulgsegmente miteinander verheiratet wären… Ich brachte meinen Einwand, dass die Umsteigezeit doch knapp für Mensch und Gepäck werden könnte… Ich solle mir keine Sorgen machen, schließlich würde ich First Class fliegen und man zur Not auch auf uns warten würde… Ja, klar…
    Ich traute dem Ganzen aber nicht und wir kamen früher am Flughafen an, in der Hoffnung noch vor Ort auf den 18:05 Uhr Flug nach ZRH umgebucht werden zu können. Am Terminal dann wieder das gleiche: „Oh, die Umsteigezeit ist aber sehr knapp. Leider können wir Ihren Flug aber nicht umbuchen, denn die Segmente sind miteinander verheiratet…“ Ich könnte aber auf eigene Kosten noch ein Ticket für ca. 500€ pro Person für die Frühere Maschine in Eco buchen oder für 960€ in C. Nein, danke!
    Nach der ganzen Wartezeit im First Class Terminal kam der Zubringer aus ZRH gar nicht erst nach FRA – der Flug wurde annulliert. Da wir schon vor Ort waren, kümmerte man sich gut um uns und versuchte uns trotzdem auf die ursprünglich gebuchte LH Maschine in C nach SIN umzubuchen. Aber ich lehnte ab und fragte ob man uns nicht in die bald abfliegende SQ Maschine, die ja auch zur Star Alliance gehört umbuchen könnte? Nein, das geht bei Meilentickets nicht. Ende vom Lied war, wir wurden auf Emirates umgebucht mit Zwischenlandung in DXB und 4h späterer Ankunft in SIN. Das führte zu 600€ Kompensationszahlung pro Person von Swiss. Und wir hatten bei Emirates noch den kostenlosen Chauffeurservice ins Hotel und die definitiv bessre First Class, als ursprünglich bei LH. Aber dieser Starrsinn, dass die beiden Segmente miteinander verheiratet seien und auch nochmal unser Angebot mit der früheren Maschine ab FRA abzufliegen, abzulehnen, obwohl noch Plätze frei waren, hat am Ende zu einer teuren „Scheidung“ für Swiss oder Miles & More oder wen auch immer geführt.
    Positiv war, dass wir sehr schnell und unkompliziert die 1200€ Entschädigung von Swiss erhalten haben. Aber das war für mich der letzte Kontakt mit der LH Group auf Langstrecke. Bei Flügen innerhalb Europas kommt man ab DE leider nicht immer an diesen inkompetenten Laden vorbei…

    • Diesen Kommmentar habe ich ähnlich auch erlebt.Kein Einzelfall. Deshalb habe ich zwangsläufig auch Quatar, Emirates und SIA erleben dürfen. Seither werde ich Lufthansa meiden wo es geht. Und glaubt mir, es geht immer besser. Status: Egal!!! LG

    • Das kann nun verstehen wer will. Für was gibt es denn die Star Alliance, wenn man die Kunden anstatt in der Star Alliance auf SIA dann auf die Allianz fremde Emirates umbucht? Das muss Lufthansa ja sehr teuer bezahlen. Offenbar ist die Star Alliance schon sehr zerrüttet, wenn die Partner so miteinander umgehen, oder ist das die Retourkutsche dafür, dass Lufthansa seine First Class Lounge für Suiten Gäste im A380 von SIA gesperrt hat? Dazu passt der nur noch eingeschränkte Zugang für Business Class Passagiere von Star Alliance Partnern zu den United Polaris Lounges. Die Star Alliance ist meines Erachtens beschädigt.

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