Nach ein paar Tagen auf Sri Lanka ging es für uns wieder zurück nach Europa. Für den längsten Abschnitt der Reise hatten wir SriLankan Airlines nach London gebucht, der Flug war Teil des Tickets von Tokio via Singapur und Colombo nach Heathrow. Nach dem überraschend guten Flug in der Business Class des Airbus A320 von Singapur nach Colombo war ich entsprechend gespannt, was die Airline auf der Langstrecke bietet. Zum Einsatz kam ein Airbus A330-300 mit einer soliden Business Class in einer 1-2-1-Konfiguration. Der Abflug um 2:20 Uhr machte UL505 allerdings zu einem klassischen Nachtflug. Trotzdem wurde ein vollständiger Service angeboten, beim Frühstück konnte SriLankan Airlines noch einmal richtig punkten.
Flugdaten
| Flugnr.: | UL505 |
| Strecke: | Colombo – London Heathrow |
| Sitz: | 7D |
| Reiseklasse: | Business Class |
| Konfiguration: |
|
| Abflug: | 02:20 Uhr |
| Ankunft: | 08:40 Uhr |
| Auslastung: | ausgebucht |
| Vielfliegerprogramm: | British Airways Club Gold (Emerald) |
| Gesammelte Meilen: | 5.417 Avios & 678 Tier Points |
| Flugzeug: | Airbus A330-300 |
| Registrierung: | 4R-ALR |
| Alter: | 10,8 Jahre |
| Champagner: | Joseph Perrier |
Check-In & Boarding
Eine Besonderheit wartet bei SriLankan Airlines bzw. dem Bandaranaike International Airport in Colombo schon vor dem eigentlichen Check-in. Business-Class-Passagiere können am Heimatflughafen der Airline die sogenannte „Silk Route“ nutzen. Diese ist bereits bei der Zufahrt zum Terminal ausgeschildert, sodass man mit dem Auto direkt zum separaten Bereich fahren kann. Dort kamen wir sofort an die Reihe, konnten unser Gepäck aufgeben.
Wir konnten die Koffer sogar auf einen Folgeflug in einer separaten Buchung durchchecken. Die Agentin meinte zwar, dass dies nicht möglich sei, ich bat sie aber es doch wenigstens zu probieren. Nach einem Telefonat tippte sie den Buchungscode in den Computer und schon kamen die Gepäcklabel zusammen mit den Bordkarten für den Weiterflug mit BA raus.
Ganz konsequent ist das Konzept der Silk Route leider nicht. Nach dem Check-in landet man wieder im normalen Terminal und muss von dort den üblichen Weg fortsetzen. Ein eigener Zugang zur Sicherheitskontrolle beziehungsweise in den Abflugbereich wäre hier natürlich die Krönung gewesen. Trotzdem ist die Silk Route ein nettes Feature und hebt das Business-Class-Erlebnis am Heimatflughafen der Airline etwas vom normalen Ablauf ab.
Kabine & Sitz
Nach einem längeren Aufenthalt in der Serendip Lounge ging es dann zum Gate, für die Gäste der Business Class und Statuskunden gab es eine eigene Lane zur Maschine.
Im Airbus A330-300 befinden sich 28 Business-Class-Sitze im vorderen Teil der Maschine. Diese sind in einer 1-2-1-Konfiguration angeordnet, sodass jeder Passagier einen direkten Zugang zum Gang hat.

Die Kabine hat mit ihren Farben und Details ein etwas tropisches Design, das gut zu SriLankan Airlines passt. Insgesamt gefiel mir die Gestaltung gut, der Zustand der Einrichtung war ordentlich. Unser Airbus war knapp elf Jahre alt, die Business-Class-Kabine wirkte aber weiterhin gut erhalten.
Durch die 1-2-1-Anordnung entsteht ein schönes Raumgefühl. Wer zu zweit reist, kann die beiden Plätze in der Mitte wählen, Alleinreisende haben an den Fenstern entsprechend mehr Privatsphäre.
Mein Platz für den Flug nach London war 7D. Der Sitz selbst war bequem und ließ sich zum Schlafen in eine vollständig flache Position bringen. Auf dem Sitz lagen schon ein großes Kissen und eine weiche Decke.
Leider fehlte es etwas an Ablagemöglichkeiten, wirklich viel Stauraum für persönliche Gegenstände gibt es am Sitz nicht. Daher wanderte bei mir letztlich fast alles in das Gepäckfach über den Sitzen. Auf jedem Platz lagen außerdem verschiedene Amenities bereit. SriLankan Airlines verwendet Produkte von Aigner, zusätzlich gab es Socken und Slipper.
Weitere Pflegeprodukte standen auf den Toiletten zur Verfügung.

Es gab auch Sticker, mit denen man der Crew signalisieren konnte, ob man während des Fluges geweckt werden möchte oder lieber nicht gestört werden will.

Selbst die Speisekarten waren im Design der Kabine:
WLAN war an Bord ebenfalls verfügbar, allerdings nur gegen Bezahlung. Selbst das Paket für Messaging kostete 10 US-Dollar. Gerade in der Business Class ist das inzwischen nicht mehr zeitgemäß und war für mich einer der klaren Schwachpunkte des Produkts.
Flug & Service
Der Service begann am Boden, die freundliche Crew bot Welcome Drinks an und verteilte heiße Tücher.

Nach dem Start folgten zunächst ein Aperitif und Nüsse. SriLankan Airlines hatte neben Champagner mehrere internationale Weine im Angebot. Dazu kommt eine umfangreiche Auswahl verschiedener Teesorten, was natürlich hervorragend zu einer Airline aus Sri Lanka passt.
Trotz der sehr späten Abflugzeit wurde anschließend ein vollständiges Essen serviert. Zunächst gab es eine kleine Vorspeise mit warmem Brot. Beim Hauptgericht standen vier verschiedene Gerichte zur Auswahl. Wir hatten zwei unterschiedliche Optionen bestellt und konnten dadurch etwas mehr vom Angebot ausprobieren.
Anschließend habe ich mich noch für einen Tee entschieden, bevor es Zeit zum Schlafen wurde. Der Service war dabei während des gesamten Fluges freundlich und aufmerksam, ohne aufdringlich zu wirken. Zum Schlafen wurde die Kabine nicht ganz verdunkelt, es blieb nur noch ein schöner Sternenhimmel- ein wirklich tolles Feature, das nicht viele Airlines nutzen.
Vor der Landung in London begann dann der Frühstücksservice. Auch hier haben wir bewusst unterschiedliche Gerichte bestellt und neben einer internationalen Variante auch das landestypische Frühstück ausprobiert.

Mein persönliches Highlight waren allerdings die Eggs Benedict. Gerade dieses Gericht kann selbst am Boden schnell schiefgehen, an Bord waren die Eier aber erstaunlich gut gelungen. Das Eigelb war noch weich und flüssig – für ein Flugzeugfrühstück wirklich ausgezeichnet, wobei die andere Variante auch lecker und vor allen Dingen scharf war.
Dazu gab es eine große Auswahl an Brot und Gebäck sowie verschiedene Getränke. Zum Abschluss kam der Purser noch einmal durch die Kabine und bot weiteres Gebäck an, danach verabschiedete er sich persönlich mit Smalltalk von den Gästen. Solche Kleinigkeiten bleiben durchaus positiv in Erinnerung.
London erreichten wir schließlich pünktlich. Auch mit dem durchgecheckten Gepäck funktionierte alles wie geplant. Obwohl der Anschlussflug auf einer separaten Buchung ausgestellt war, kam unser Gepäck später in Deutschland zügig am Band an.
SriLankan Airlines Business Class im Airbus A330 von Colombo nach London | Frankfurtflyer Kommentar
Schon auf dem vorherigen Flug von Singapur nach Colombo hatte mich SriLankan Airlines positiv überrascht. Auf der Langstrecke hat sich dieser Eindruck bestätigt. Die Airline ist vielleicht nicht so präsent wie die großen Netzwerker, muss sich mit ihrem Business-Class-Produkt aber keineswegs verstecken. Die Kabine im Airbus A330 ist nichts Außergewöhnliches, war aber gut erhalten und hat mir mit ihrem etwas tropischen Design gefallen. Der Sitz bietet direkten Zugang zum Gang, wird vollständig flach und war zusammen mit dem guten Kissen auch zum Schlafen bequem. Lediglich bei den Ablagemöglichkeiten hätte ich mir deutlich mehr Stauraum gewünscht.
Der Service ist in bester Erinnerung geblieben, die Crew war ausgesprochen freundlich, dazu kam ein umfangreiches Catering mit vier Hauptgerichten, Champagner, verschiedenen internationalen Weinen und einer großen Teeauswahl. Das ausgezeichnete Frühstück mit den auf den Punkt gelungenen Eggs Benedict war für mich eines der Highlights des Fluges. Auch die Silk Route in Colombo ist eine schöne Idee. Weniger zeitgemäß fand ich das kostenpflichtige Internet. 10 US-Dollar nur für Messaging sind gerade für Business-Class-Passagiere kein besonders attraktives Angebot.
Das war de letzte Teil der Reise, vielen Dank für Euer Interesse!
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interessanter Bericht, vielen Dank.
Ich verstehe die Anmerkung bzgl. des Internets, insbesondere auch im Vergleich zu anderen Carriern.
Gleichzeitig ist das für mich persönlich (!) exakt derjenige Punkt, dem ich am wenigsten Bedeutung bemessen. Warum? Einfach weil ich es schön finde, auch mal ein paar Stunden nicht erreichbar zu sein, egal ob auf Dienst- oder einer privaten Reise.
Aber wie gesagt: das ist nur meine ganz persönliche Meinung und mir ist bewusst, dass viele Leute heute sehr viel Wert auf die ständige Erreichbarkeit legen
Geht mir als Teil der jüngeren Generation ähnlich – ich denke, dass es, zumindest derzeit, sogar die Mehrheit der Business Class/First Class Kunden so sieht. Zumindest ist dies mein Eindruck, wenn ich Langstrecke Business (seltener mal First) fliege. Die meisten schauen einen Film, essen, schlafen und sind wenig bis gar nicht am Handy/Laptop.
Es gibt natürlich Ausnahmen, gerade bei Tagflügen, wo einige arbeiten wollen. Auch in der Economy Class käme kostenloses WiFi wahrscheinlich bei der Mehrzahl sehr gut an.
Persönlich sehe ich WiFi aber auch als einer der unwichtigsten Punkte, auch wenn ich Roberts Fokussierung darauf nachvollziehen kann.