Nach mehreren Flügen innerhalb Japans ging es für uns nun wieder international weiter. Von Tokio Haneda wollten wir mit Japan Airlines nach Singapur fliegen. Zum Einsatz kam dabei keine moderne Boeing 787 oder ein Airbus A350, sondern eine fast 20 Jahre alte Boeing 767-300ER. Das machte den Flug für mich aber auch interessant. Japan Airlines genießt einen sehr guten Ruf, gleichzeitig kann aber selbst eine sorgfältig gepflegte Kabine das Alter eines Flugzeugs irgendwann nicht mehr vollständig verbergen. Hier ein paar Eindrücke von dem etwa sechsstündigen Nachtflug:
Vor dem Flug
Mein eigentliches Ziel war es, die JAL First Class Lounge in Tokio zu besuchen. Dafür benötigte ich lediglich einen internationalen oneworld-Flug ab Haneda. Bei der Suche bin ich auf ein interessantes Oneway-Ticket gestoßen, das von SriLankan Airlines ausgestellt wurde. Zur Auswahl standen Verbindungen über Colombo nach London, Paris oder Frankfurt.
Bei einigen Varianten ließ sich zusätzlich ein längerer Aufenthalt in Singapur einbauen. Das kam mir sehr gelegen, da ich dort ohnehin noch die Qantas First Class Lounge besuchen wollte. Für die gesamte Strecke HND-SIN-CMB-LHR in der Business Class habe ich rund 1.200 Euro bezahlt, wobei sich die Reise zusätzlich für mehrere Tage in Sri Lanka unterbrechen ließ.
Da ich zu diesem Zeitpunkt den oneworld Emerald Status hatte, konnte ich in Tokio Haneda die entsprechenden Vorteile nutzen. Japan Airlines bietet eigene Check-in-Schalter für First-Class-Passagiere und Statuskunden. Direkt daneben befindet sich eine separate Sicherheitskontrolle für diese Fluggäste.
Vor dem Abflug ging es dann zu meinem eigentlichen Ziel, der JAL First Class Lounge. Diese hat einiges zu bieten, daher gibt es eine eigene Review.
Das Boarding startete wieder überraschend spät, in Japan reichen aber rund 20 Minuten vor der geplanten Abflugzeit. Wie bereits bei unseren Inlandsflügen in Japan zeigte sich erneut, wie effizient die Abläufe organisiert sind. Die Passagiere wurden geordnet nach Gruppen aufgerufen, innerhalb kurzer Zeit war auch die vollständig ausgebuchte Business Class an Bord.
Flugdaten
| Flugnummer: | JL35 |
| Strecke: | Tokio Haneda (HND) – Singapur (SIN) |
| Sitz: | 1D |
| Reiseklasse: | Business Class |
| Konfiguration: |
|
| Buchungsart: | SriLankan Airlines |
| Ticketpreis: | rund 1.200 Euro für HND-SIN-CMB-LHR |
| Abflug: | 00:05 Uhr |
| Ankunft: | 06:35 Uhr |
| Vielfliegerprogramm: | British Airways Club |
| Gesammelte Avios: | 3.312 Avios |
| Gesammelte Tier Points: | 414 Tier Points |
| Flugzeug: | Boeing 767-300ER |
| Registrierung: | JA617J |
| Alter: | etwa 19 Jahre |
| Auslastung Business Class: | 100 Prozent |
Kabine & Sitz
Die Business Class befindet sich zwischen den beiden vorderen Türpaaren der Boeing 767 und besteht aus insgesamt sechs Reihen. Japan Airlines hat hier 24 Sitze in einer 1-2-1-Konfiguration eingebaut. Eine First Class gibt es in dieser Variante nicht.

Damit hat jeder Passagier direkten Zugang zum Gang, was auch heute noch ein wesentlicher Pluspunkt des Produkts ist. Mein Platz 1D befand sich in der ersten Reihe im Mittelblock direkt am Gang.

Mir war klar, dass die Boeing 767 viele Jahre auf dem Buckel hatte, ich war aber gespannt auf den Zustand der Kabine. Das Interieur wirkte alt und war an zahlreichen Stellen deutlich abgenutzt. Die Gebrauchsspuren waren teilweise immens.

Das soll allerdings nicht bedeuten, dass der Sitz selbst unbequem war. Im Gegenteil: Das Raumgefühl war angenehm und der Sitz ließ sich vollständig in eine flache Liegeposition bringen. Für einen Nachtflug ist das nach wie vor der wichtigste Punkt. Für Alleinreisende sind die Einzelplätze am Fenster ideal.

Auf jedem Sitz lagen bereits ein Kissen, eine Decke, Slipper, Kopfhörer, eine Augenmaske sowie ein Amenity Kit bereit.
Vor dem Abflug wurden außerdem Wasserflaschen und die Menükarten verteilt.
Business-Class-Passagiere konnten das WLAN kostenlos nutzen. Einen entsprechenden Voucher hatte Japan Airlines bereits vor dem Flug per E-Mail verschickt. Sonst darf man eine Stunde gratis surfen, für mehr muss man die Kreditkarte zücken.

Das Entertainmentprogramm habe ich bis auf die Airshow gar nicht genutzt.
Wie immer noch ein Blick in den Waschraum, dieser war immer voll bestückt und sauber, selbst das Toilettenpapier war gefaltet.
Flug & Service
Bei einem Abflug kurz nach Mitternacht wollten die meisten Passagiere nach dem Start möglichst schnell schlafen. Einen Welcome Drink gab es am Boden nicht. Stattdessen fragte die Crew bereits vor dem Start ab, welchen Service die Passagiere nach dem Abheben wünschen. Nach dem Start wurde noch ein kleiner Snack serviert. Dieser bestand aus einem Wrap mit etwas Salat, dazu wurden Getränke angeboten.

Die Crew war während des gesamten Fluges höflich und professionell, insgesamt aber eher zurückhaltend. Da die Business Class vollständig ausgebucht war und fast alle Passagiere schlafen wollten, war der Kontakt mit der Besatzung erwartungsgemäß begrenzt.
Der Frühstücksservice startete leider schon gut zwei Stunden vor der Landung. Da die Flugzeit nach Singapur nicht besonders lang ist, wurde das Kabinenlicht für meinen Geschmack deutlich zu früh eingeschaltet. Dadurch wurde die ohnehin kurze Schlafphase noch einmal verkürzt.
Vor dem Frühstück wurde zunächst ein heißes Tuch sowie Saft gereicht. Anschließend konnten die Passagiere zwischen einem japanischen und einem internationalen Frühstück wählen. Da wir zu zweit unterwegs waren, haben wir jeweils eine Variante genommen, um beide Angebote zeigen zu können.

Nach dem Frühstück begann bereits die Vorbereitung auf die Landung in Singapur. Entsprechend blieb auf diesem Nachtflug nur vergleichsweise wenig Zeit, um den eigentlichen Service ausführlich zu erleben. Wir landeten überpünktlich.
Japan Airlines Boeing 767 Business Class | Frankfurtflyer Kommentar
Eine Business Class auf einem reinen Nachtflug zu bewerten, ist nicht ganz einfach. Die meisten Passagiere möchten nach dem Start möglichst schnell schlafen, entsprechend reduziert sich der Service auf das Wesentliche. Die alte Boeing 767 von Japan Airlines bietet dafür ein brauchbares Produkt. Jeder Passagier hat direkten Zugang zum Gang und der Sitz lässt sich in ein vollständig flaches Bett verwandeln. Das Alter des Flugzeugs lässt sich trotzdem nicht mehr übersehen. Die Maschine ist rund 19 Jahre alt, die Kabine zeigte immense Gebrauchsspuren.
Auf einem ohnehin kurzen Nachtflug ist jede zusätzliche Minute Schlaf wertvoll. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Kabine etwas länger dunkel bleibt und der Service näher an die Landung gerückt wird. Unterm Strich war der Flug trotzdem angenehm und ich war froh, dadurch diverse schöne Lounges kennenlernen zu können.
Weitere Teile des Tripreports:
- Novotel Cairo Airport
- Ahlein Emerald Lounge Cairo
- Japan Airlines Boeing 777 Business Class von Bangkok nach Tokio
- DoubleTree by Hilton Kyoto Station
- DoubleTree by Hilton Osaka Castle
- Japan Airlines Diamond Premier Lounge, Osaka
- Japan Airlines Airbus A350-900 | Inlandsflug in der Economy Class
- DoubleTree by Hilton Naha Shuri Castle
- Hilton Okinawa Sesoko Resort
- ANA All Nippon Airways Lounge Okinawa
- ANA All Nippon Airways Boeing 787 Economy Class von Okinawa nach Tokio
- JAL Japan Airlines First Class Lounge Tokyo Haneda
- JAL Japan Airlines Boeing 767 Business Class von Tokio nach Singapur
- Qantas Business Class Lounge Singapore
- Qantas First Class Lounge Singapore
- Sri Lankan Business Class im Airbus A320 von Singapur nach Colombo
- Sheraton Colombo
- The Long House, SLH by Hilton, Sri Lanka
- Sri Lankan Serendip Lounge, Colombo
- Sri Lankan Business Class im Airbus A330 von Colombo nach London



















Antworten