Die Bundesregierung will den Luftverkehrsstandort Deutschland stärken, die jüngste Entscheidung, einer Fluggesellschaft aus den VAE erweiterte Verkehrsrechte einzuräumen, stößt aber auf Kritik. Mehr noch, der deutsche Ferienflieger Condor hat beschlossen, sich aus diesem Wettbewerb herauszuziehen. Die Airline aus Frankfurt hat sämtliche Flüge nach Dubai im kommenden Winter aus dem Programm genommen.
✈️ Condor gibt Dubai auf: Die täglichen Flüge ab Berlin und Stuttgart werden zum Winterflugplan gestrichen.
🇦🇪 Emirates darf wachsen: Die VAE haben zusätzliche Verkehrsrechte erhalten, als neuer deutscher Emirates-Standort gilt Berlin.
🇩🇪 Condor kritisiert die Bedingungen: Die Airline fordert niedrigere Standortkosten und faire Wettbewerbsbedingungen.
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Condor streicht Berlin und Stuttgart nach Dubai
Condor nimmt die täglichen Verbindungen von Berlin und Stuttgart nach Dubai mit Beginn des Winterflugplans Ende Oktober aus dem Programm. Betroffene Passagiere sollen von der Fluggesellschaft informiert werden und entsprechende Umbuchungs- oder Erstattungsmöglichkeiten erhalten. Als Grund nennt Condor die „weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Luftverkehrsbranche weltweit“. Gleichzeitig verbindet die Fluggesellschaft die Ankündigung mit deutlicher Kritik an den Rahmenbedingungen in Deutschland.
„Condor steht für offenen Wettbewerb und internationale Konnektivität. Diese brauchen jedoch faire und vergleichbare Rahmenbedingungen“, heißt es in einer Mitteilung. Insbesondere die hohen staatlichen Standortkosten würden deutsche Fluggesellschaften belasten. Die Entscheidung kommt nur kurz nachdem sich Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate auf erweiterte Verkehrsrechte verständigt haben. Künftig darf eine Fluggesellschaft aus den VAE einen fünften Flughafen in Deutschland anfliegen. Emirates hat entsprechende Rechte für Berlin beantragt, bisher fliegt die Gesellschaft Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg an.

Emirates ist noch gar nicht in Berlin
Die zusätzlichen Verkehrsrechte hatten bereits deutliche Kritik deutscher Fluggesellschaften ausgelöst. Condor fordert, dass bei einer Ausweitung die Gegenseitigkeit, Wettbewerbsneutralität und die Auswirkungen auf deutsche Airlines sowie die Wertschöpfung am Standort berücksichtigt werden. Die neuen Rechte für Emirates & Co. dürften allerdings nicht der einzige Grund für den Rückzug sein. Condor streicht schließlich nicht nur Berlin, sondern auch die Verbindung zwischen Stuttgart und Dubai. Zudem hatte die Fluggesellschaft bereits zuvor mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu kämpfen.
Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass Condor einen umfangreichen Sparkurs plant. In den kommenden beiden Geschäftsjahren sollen nach Angaben der Gewerkschaften jeweils 100 Millionen Euro eingespart werden. Gleichzeitig will die Fluggesellschaft ihr Streckennetz weiter ausbauen und den Umbau zum Netzwerkcarrier vorantreiben. Dann ist noch die bisherige Zusammenarbeit zwischen Condor und Emirates zu erwähnen. Beide Fluggesellschaften unterhalten eine Partnerschaft, über die Emirates-Passagiere Anschlussverbindungen mit Condor buchen können. Ausgerechnet die Verbindung zwischen Berlin und Dubai wurde allerdings nie Bestandteil eines entsprechenden Codeshare-Abkommens.
Condor hatte Dubai gerade erst ausgebaut
Das Dubai-Kapitel bei Condor ist noch relativ jung. Die Verbindung von Berlin wurde erstmals vor drei Jahren aufgenommen. Im vergangenen Winter baute Condor das Angebot sogar weiter aus und nahm zusätzlich Stuttgart-Dubai ins Programm. Später entschied man sich, beide Strecken nur noch saisonal im Winter anzubieten. Nun verschwinden auch diese Flüge.
Ganz ohne Direktverbindungen nach Dubai bleiben Berlin und Stuttgart allerdings nicht. Lufthansa-Tochter Eurowings nimmt ihre Dubai-Flüge zum Winterflugplan wieder auf. Ab dem 25. Oktober werden Berlin, Stuttgart und Köln/Bonn mit Dubai verbunden. Für die längeren Mittelstrecken baut Eurowings gleichzeitig das Premiumangebot aus.
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Neue Rechte für Emirates & Co.: Condor streicht alle Dubai-Flüge | Frankfurtflyer Kommentar
Das ging wirklich schnell: Kurz nachdem eine Fluggesellschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zusätzliche Verkehrsrechte bekommt, zieht sich Condor komplett von den Dubai-Strecken zurück. Dabei gibt es noch gar keine konkreten Pläne, welche Airline wann und in welchem Umfang die deutsche Hauptstadt anfliegen wird. Die neuen Verkehrsrechte allein für die Entscheidung verantwortlich zu machen, wäre aber zu einfach. Condor gibt schließlich auch die Stuttgart-Flüge auf und konzentriert sich derzeit auf einen umfangreichen Sparkurs.
Die Entscheidung dürfte aber auch ein Signal setzen und die Diskussion um den Luftverkehrsstandort Deutschland weiter anheizen. Die Bundesregierung möchte deutsche Flughäfen stärken und mehr internationale Verbindungen ermöglichen. Gleichzeitig beklagen die heimischen Fluggesellschaften hohe Kosten und sehen sich gegenüber ausländischen Konkurrenten benachteiligt. Dass sich mit Condor nun ausgerechnet eine deutsche Airline aus diesem Markt zurückzieht, liefert der Diskussion jedenfalls neuen Stoff.
Nichts anderes war zu erwarten. Einst mit Emirates als gemeinsame Sache gestartet, wurden die Erwartungen nie erfüllt. Was soll Condor auch auf Routen, die Emirates selbst bedient. Zumal mit A320-Flugzeugtypen. Da kann Eurowings den Wettbewerb chancenlos weiterführen. Jedenfalls kann Condor die Maschinen anderweitig sinnvoller einsetzen.