Die Lufthansa möchte in Europa gerne die Premium Airline Nummer 1 werden, das Unternehmen muss aber gleichzeitig die Kosten in den Griff bekommen. Eines der Probleme sind die Kurz- und Mittelstrecken bzw. unprofitable Routen innerhalb Europas. Die Lösung könnten weitere Auslagerungen von Strecken an konzernfremde Fluggesellschaften sein. Carsten Spohr versichert gleichzeitig, keine weiteren Flugbetriebe schließen zu wollen.
✈️ Lufthansa prüft weitere Auslagerungen europäischer Strecken an externe Partner-Airlines.
💶 Besonders innerdeutsche Kurzstrecken gelten wegen hoher Kosten als schwer profitabel.
🤝 Codeshare-Modelle mit DAT sollen kleinere Flughäfen weiter ans Lufthansa-Netz anbinden.
Der Kranich kämpft schon seit Jahren mit den hohen Kosten auf der Kurz- und Mittelstrecke. Besonders innerdeutsche Strecken gelten wegen Gebühren, Steuern und steigender Betriebskosten inzwischen als schwierig profitabel zu betreiben. Der Konzern setzt deshalb vereinzelt auf neue Modelle mit Partner-Airlines, die einzelne Europa-Strecken günstiger bedienen können.
Ein erstes Beispiel dafür gab es bereits im Herbst 2025. Damals nahm die dänische Fluggesellschaft DAT im Auftrag der regionalen Initiative Skyhub PAD Flüge zwischen Paderborn/Lippstadt und München auf. Die Verbindung ersetzte die zuvor eingestellten Lufthansa-CityLine-Flüge mit Bombardier CRJ900. Lufthansa wollte die Strecke zwar nicht mehr selbst bedienen, hielt die Verbindung für das eigene Netzwerk aber weiterhin für wichtig.
Lufthansa lagert Europa-Strecken an Partner-Airlines aus
Inzwischen wurde die Kooperation weiter ausgebaut. Ende April 2026 wandelten Lufthansa, DAT und Skyhub PAD die bisherige Interline-Zusammenarbeit in ein Codeshare-Modell um. Neben der Strecke nach Paderborn betrifft dies inzwischen auch die neuen Verbindungen von München nach Lübeck und Pécs in Ungarn. Auch die subventionierten DAT-Flüge zwischen Linz und Frankfurt werden inzwischen unter Lufthansa-Flugnummern vermarktet.

Für Lufthansa hat dieses Modell mehrere Vorteile. Der Konzern kann wichtige Zubringerstrecken im Netzwerk halten, ohne selbst eigenes Personal und zu große Flugzeuge einsetzen zu müssen. Gleichzeitig profitieren kleinere Flughäfen wie Paderborn oder Lübeck sowie die Partner-Airlines von der Anbindung an das weltweite Lufthansa-Netzwerk.
Konzernchef Carsten Spohr machte nun deutlich, dass weitere Kooperationen dieser Art durchaus denkbar sind. Bei einem Pressegespräch sprach der Manager von einem neuen kommerziellen System. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation auf innerdeutschen Strecken könne man sich vorstellen, solche Partnerschaften auszuweiten.
Keine weiteren Schließungen von Flugbetrieben geplant
Gleichzeitig versucht Spohr aber auch, intern für Ruhe zu sorgen. Weitere Schließungen von Flugbetrieben soll es nach aktuellem Stand nicht geben. Die Einstellung von Lufthansa CityLine bezeichnete der Konzernchef als letzten Schritt der Konsolidierung der deutschen Passagier-Airlines.
Künftig soll die Kernmarke Lufthansa an den Drehkreuzen Frankfurt und München von Lufthansa City Airlines ergänzt werden. Discover Airlines übernimmt touristische Langstrecken und Eurowings konzentriert sich auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen innerhalb Europas.
Trotzdem wird Lufthansa das Streckennetz weiter überprüfen. Man kündigte bereits an, bewusst verlustmachende Strecken aus dem Netz zu nehmen. Profitablere Verbindungen sollen dagegen erhalten bleiben, notfalls eben mit Hilfe externer Partner-Airlines.
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Mit dem Ende der Lufthansa CityLine brechen nun die kleineren CRJ-Flugzeuge weg. Die Maschinen waren zwar schon älter und im Betrieb vergleichsweise teuer, auf den aufkommensschwächeren Routen waren die 86-Sitzer aber vorteilhafter als die doppelt so großen Airbus A320.
In den letzten Jahren konnte Lufthansa zwar die Flotte etwas vereinheitlichen, indem man sich von Augsburg Airways, Cirrus Airlines, Contact Air usw. verabschiedet hat. Damit sind aber auch Propellerflugzeuge und kleinere Regionaljets verschwunden, die gerade auf den kürzeren Hüpfern mit geringerer Nachfrage sinnvoll eingesetzt werden konnten.
In Folge sind zahlreiche Routen weggebrochen, für die es zum Teil immer noch keinen Ersatz gibt. Der Flughafen Friedrichshafen und die Region am Bodensee sind nach wie vor abgehängt. Nun versucht man es mit neuen externen Partnern, die das Risiko selbst tragen müssen.
Danke: aeroTELEGRAPH und aero.de
Schön und die verlustreichen Strecken können andere (kleine) fliegen. Kein Wunder halten sich einige dieser Partner nur schwer über Wasser.
JP ist ua aus dem Grund in den Konkurs geflogen, man war hauptsächlich Star Alliance Hub Feeder. OU hat die selben Probleme und fliegt seit Jahren hohe Verluste ein. LH Cityline war demzufolge nicht profitabel. Air Baltic hat gerade Probleme.
Mal schauen wie lange und wo dies mit den „Kleinen“ noch gut geht…
Ich finde es schade, dass man künftig nicht mehr gegen die Erpressungen der linksextremen Arbeitsscheuen vorgehen möchte.